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Material: 7 große Holzklötze oder Ziegelsteine, 1 langes stabiles Brett, 1 Korb, 1 großes Kreuz, für jeden Teilnehmer 1 Jenga-Stein und 1 Stift
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Bevor du anfängst, baue eine Brücke aus großen Holzklötzen oder Ziegelsteinen, so dass du mindestens 5 in größeren Abständen in einer Reihe für alle sichtbar hast. Das sind deine Brückenpfeiler. Außerdem brauchst du ein stabiles Brett, das über die ganze Länge der Brücke reicht und dich ohne Zwischenpfeiler tragen kann.

Story

⏱ 3 Minuten

Sie hatten sich auf einer Veranstaltung gegen Menschenhandel kennengelernt. Damals waren sie noch Studenten, jung, voller Ideen, voller Träume. Rico war sofort fasziniert von Leon – nicht, weil er laut war, sondern weil er standhaft war. Leon hatte Überzeugungen, die tief in ihm verwurzelt waren. Während andere ihre Meinung änderten, wenn der Gegenwind zu groß wurde, hielt Leon seine Linie. Er setzte sich für Gerechtigkeit ein, sprach gegen Korruption, kämpfte für Menschen, die keine Stimme hatten. Es dauerte nicht lange, bis sie beste Freunde wurden.

Während andere sich zurückhielten, ging Leon direkt dorthin, wo es wehtat. Er stellte sich gegen die Mächtigen, gegen die großen Konzerne, die mit Menschen handelten, gegen die Politiker, die wegsahen. Er war auf Demos, redete in Talkshows. Doch das war nicht alles.

Wenn er nicht in seinen Projekten arbeitete, war er dort, wo keiner sein wollte. Er saß mit Obdachlosen auf der Straße, aß mit Flüchtlingen in Unterkünften, sprach mit Jugendlichen, die jeder als »Problemfälle« abgeschrieben hatte. Er behandelte sie mit Würde – so, als wären sie genauso wertvoll wie alle anderen.

Jahr für Jahr wuchs sein Einfluss. Menschen feierten ihn, nicht nur, weil er Gutes tat, sondern weil er echt war. Er war nicht der Typ, der für Likes arbeitete – er lebte, wovon er sprach. Und genau das machte ihn gefährlich.

Je größer seine Reichweite wurde, desto mehr Feinde sammelten sich. Politiker, die um ihre Wähler bangten. Unternehmer, deren Geschäftsmodelle er kritisierte. Leute, die ihn für naiv hielten. »Die Welt funktioniert nicht so, Leon«, sagten sie. Doch Leon ließ sich nicht abhalten.

Bis zu dem Tag, an dem alles kippte. Es kam wie aus dem Nichts. Plötzlich kursierte ein Video. Ein anonymer Hinweis. Der Vorwurf: Leon hätte sich schuldig gemacht. Niemand wusste genau, was wirklich passiert war – doch das spielte keine Rolle. Die Gerüchte explodierten. Twitter, Insta, TikTok – überall Debatten, überall Hass. Hashtags wie #LeonLügt oder #NichtMeinHeld trendeten.

Rico konnte es nicht glauben. »Das kann nicht sein«, sagte er sich. »Ich kenne Leon. Ich kenne sein Herz.« Aber Zweifel nagten an ihm. Was, wenn es doch wahr war?

Die Nachrichten überschlugen sich. Unternehmen, die ihn vorher gefeiert hatten, distanzierten sich. Politiker forderten Konsequenzen. Leon hatte die Schlagzeilen gelesen. Er hatte die Kommentare gesehen. Er wusste, wie schnell Menschen sich abwenden konnten. Und dann kam der Tag – Leon musste vor Gericht.

Rico saß auch im Gerichtssaal zwischen all den anderen Zuschauern, in einer der vordersten Reihen. Er wollte für Leon da sein – wollte ihn unterstützen. Doch je mehr er sah, desto mehr Angst kroch in ihm hoch.

Leon saß da allein neben seinem Anwalt. Die letzten Tage waren ein Strudel aus Chaos gewesen. Sein Name war durch den Dreck gezogen worden, Menschen, die ihn früher gefeiert hatten, wichen ihm jetzt aus. Niemand wollte mit ihm in Verbindung gebracht werden.

Und Rico? Leon sah die Unsicherheit in seinen Augen, als er sich auf die Bank setzte. Rico fühlte die Blicke. Was, wenn jemand ihn erkannte? Und dann – die erste Frage. Ein flüchtiger Bekannter drehte sich zu Rico um. »Ey, bist du nicht mit Leon befreundet?« Ricos Herz raste. Er spürte, wie sein Mund trocken wurde. Er sah sich um. Überall Kameras. Wenn er jetzt zu Leon stand, war er der Nächste. Er zwang sich ein Lächeln auf. »Nee, Mann. Keine Ahnung, was du meinst.« Minuten vergehen.

Leon hört das Murmeln der Menge. Spürt die Blicke. Die Anspannung.

Dann tippt Rico ein Mädchen von hinten an. »Ich kenn dich doch. Du hast doch mal mit Leon in einem Video gesprochen. Stehst du auch hinter dem, was er gemacht hat?« Leon kann Rico nicht sehen, aber er hört seine Antwort. »Du verwechselst mich«, murmelte er. »Ich kenn den nicht.« Es war, als würde Rico sich selbst in Zeitlupe sehen. Währenddessen bohrten sich Ricos Worte in Leons Herz.

Noch vor wenigen Tagen hatte Rico neben ihm gesessen, hatte mit ihm Pläne geschmiedet, hatte ihn »Bruder« genannt. Leon drehte sich um. Sein Blick fiel auf Rico. Für einen Moment – nur für einen kurzen Moment – trafen sich ihre Augen. Beide fühlten sich wie eingefroren, als würde die Welt stehen bleiben. Wie in einem Nebel verfolgte Rico den Gerichtsprozess. Leon wurde abgeführt.

Rico saß da wie gelähmt.

Vertiefen

⏱ 10 Minuten

Vielleicht hast du so etwas schon erlebt. Vielleicht warst du in den Schuhen von Rico:

  • Vielleicht hast du geschwiegen, wo du was hättest sagen sollen.
  • Vielleicht hast du lieber den einfachen Weg genommen – anstatt zu einer Person zu stehen.
  • Vielleicht hast du ein Geheimnis weitererzählt, das die anvertraut wurde.

Oder vielleicht ging es dir wie Leon:

  • Vielleicht hast du auf jemanden gebaut – aber als du diese Person gebraucht hast, war sie weg.
  • Vielleicht hast du dich für jemanden eingesetzt – bist dann selbst in die Schusslinie geraten und standest dann allein da.
  • Vielleicht hast du jemandem ein Geheimnis anvertraut – und dann wurde es weitererzählt.

In solchen Momenten zerbricht etwas. Und das, was da zerbricht, das ist Vertrauen.

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Zeig auf die gebaute Brücke

Vertrauen ist wie eine Brücke, die von beiden Seiten gebaut wird.

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Stell dich auf den ersten Brückenpfeiler

Man startet mit einem Vertrauensvorschuss.

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Mach einen Schritt zum nächsten Brückenpfeiler

Man gibt etwas, ohne zu wissen, ob es sicher ist. Ich mache mich verletzlich. Und genau deshalb ist Vertrauen so zerbrechlich. Man kann jahrelang diese Brücke bauen. Und mit nur einer Situation, so wie bei Rico und Leon, ist die ganze Brücke zerbrochen. 

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Wirf die Brückenpfeiler um. Es ist okay, wenn es laut wird. Aber achte darauf, dass der Boden heile bleibt.

In der Bibel finden wir eine ähnliche Situation. Bei Jesus und seinen Freunden war das alles etwas anders herum:

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Bau hier die Brücke wieder auf, stell dich auf die Brücke und mach während der nachfolgenden Erzählung mit Bibelversen einen Schritt zum nächsten Brückenpfeiler.

Jesus teilte drei Jahre lang fast Tag und Nacht sein Leben mit zwölf Freunden. Das war eine sehr intensive Zeit, und sie haben mega viel miteinander erlebt. Zu einigen hatte Jesus eine ganz besondere Freundschaft. 

Irgendwann formte sich durch Jesu Gegner eine Verschwörung gegen ihn, die auch seine Freunde unruhig machte.

Am Abend seiner Gefangennahme sagte er zu seinen Freunden: »Ich sag’s euch, ihr werdet mich alle verlassen«.

Kurze Zeit später wurde Jesus festgenommen und alle seine Freunde liefen davon, nur Petrus nicht. Er folgte dem Trupp mit weitem Abstand und setzte sich in die Nähe des Verhörs hin.

Dort wurde er auf einmal von ein paar Leuten wahrgenommen:

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Wirf mit jeder Lüge einen Brückenpfeiler um.

Wir sehen hier, Petrus ist erschüttert von dem, was er gemacht hat. In einigen Übersetzungen steht »er weinte bitterlich«. 

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Zeig auf die zerstörte Brücke.

Was er vor sich sieht, ist eine Vertrauensbrücke, die durch seine Verleugnung zusammengebrochen ist.

Er ist enttäuscht von sich und kann es nicht glauben, dass er das getan hat. Er hat Jesus dreimal verleugnet.

Währenddessen erlebt Jesus einen heftigen Gerichts- und Verurteilungsprozess. Er wird als Unschuldiger zu Tode verurteilt. Wird begraben. Aber am dritten Tag ist er wieder da. Quicklebendig und sucht seine Freunde auf. 

Wisst ihr, wen er von seinen Freunden als Erstes aufsuchte? Petrus. (Markus 16,7 | Lukas 24,34 | 1. Korinther 15,5)

Wir wissen nicht, worüber sie bei dieser Begegnung geredet haben. Aber dieses Video gibt uns eine Ahnung davon, was vielleicht passiert sein könnte, in Anbetracht dessen, was wir über die Begegnungen zwischen Petrus und Jesus lesen, die in den Evangelien aufgezeichnet sind.

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Dieses Video ist eine gekürzte deutsche Fassung des englischen Originals: https://youtu.be/EhoFEuw2GPA

Jesus weiß, dass Petrus ihn aus Angst verleugnet und es bitterlich bereut hat. Jesus hatte die Möglichkeit, tief in Petrus' Herz reinzuschauen und zu sehen, wie ehrlich es ihm leidtat. 

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Baue die komplette Brücke wieder auf. Lege an den äußeren Enden je einen Stein oder Klotz auf und lege das Brett darauf. So bleibt die Brücke stehen, auch wenn die Zwischenpfeiler umstürzen.

Und dadurch, dass durch Jesu Tod und Auferstehung unverzeihliches verzeihlich geworden ist, baut er die komplette Brücke. 

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Stelle dich auf das Brett und gehe auf der Brücke hin und her, während du sprichst.

Da gibt es nicht mehr die zwei Seiten, die aufeinander zubauen. Nein, bei Jesus ist die Brücke vollständig, weil er die Brücke ist. Er baut die Brücke von seiner Seite komplett bis ans Ende.

Und wisst ihr, bevor Jesus die Erde verlässt, hat er ein Herz-zu-Herz-Gespräch mit Petrus und gibt ihm anschließend einen sehr wichtigen Auftrag: »Sorge für meine Schafe!« (Joh 21,17)

Was Jesus macht, ist unglaublich: Er setzt Petrus nicht zurück auf Anfang. Er sagt nicht: »Du musst dich jetzt erst wieder beweisen.« Nein, er setzt ihn ein und gibt ihm eine große Aufgabe und Verantwortung.

Damit sagt er: »Ich vertraue dir – trotz deiner Lügen.« Nicht, weil Petrus jetzt besser Brücken bauen kann. Nein, weil Petrus Jesus durch seine Ehrlichkeit den Raum gibt, die Brücke für ihn zu bauen. Und Jesus ist derjenige, der treu sein wird.

Abschluss

⏱ 5 Minuten

Vielleicht hast du erlebt, wie eine Brücke zerbrochen ist.
Vielleicht hast du jemandem vertraut – und wurdest enttäuscht.
Oder du hast selbst eine Brücke eingerissen, wie Petrus, wobei er sie gar nicht einreißen konnte, denn Jesus hatte schon die unzerstörbare Brücke gebaut.
Und deine Vertrauensbrücke kann auch wieder ganz werden.

Nicht, weil du oder die andere Person alles richtig machen. Sondern weil da einer ist, der dich trägt.

Jesus ist diese Brücke. Er selbst sagt:

📖

Jesus ist nicht nur jemand, der dir hilft, die Brücke wieder zu reparieren – er selbst ist der Weg. Die Brücke. Die Wahrheit. Das Leben.

  • Jesus ist der Weg, der uns zu Gott (und zu echten Beziehungen) führt.
  • Jesus ist die Wahrheit. Er lügt nie.
  • Jesus ist das Leben und bringt Wiederherstellung, neue Hoffnung, neues Vertrauen.

Er hat nicht nur Vergebung möglich gemacht.
Er selbst ist der Weg, der uns wieder mit Gott und miteinander verbindet.
Er trägt das Gewicht deines Versagens, deiner Angst, deiner zerbrochenen Freundschaften.

Er kennt beides:

  • Verraten werden.
  • Und selbst die ganze Last auf sich nehmen, um wieder Brücken zu bauen.

Mit Jesus stehst du auf einer Brücke, die nicht mehr zerbricht.
Die nicht mehr einstürzen kann.
Die hält. Immer.

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Wird die Brückenpfeiler unter dem Brett (diese sollten das Brett nicht tragen, sondern das Brett sollte tatsächlich höher liegen und nur von den äußeren Pfeilern getragen werden) bei jedem der nächsten Sätze um. So wird deutlich, dass nur das Brett als Brücke (= Jesus) trägt.

Wenn andere weglaufen – er bleibt.
Wenn du versagt hast – er bleibt.
Wenn du denkst, du kannst niemandem mehr vertrauen –
dann steht er genau da. Und hält dich.

Vielleicht klopfst du heute wieder an eine Brücke an, die einst zerbrach.
Vielleicht brauchst du Mut, wieder zu vertrauen.
Vielleicht brauchst du heute zum allerersten Mal die Brücke, die nicht du, sondern Jesus gebaut hat.

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Erzähle hier eine persönliche Geschichte, in der du erlebt hast, wie Jesus deine Brücke wieder aufgebaut hat und jetzt die tragende Brücke ist.

Dein Vertrauen hängt nicht allein von Menschen ab – sondern von ihm. Und er gibt dir die Liebe zu vergeben und frei vom Vertrauensbruch der anderen Person zu werden.

Du brauchst Jesus – für tragfähige Beziehungen, für echte Vergebung, für Vertrauen, das nicht zerbricht.

Auf seiner Brücke stehst du sicher.

Next Step

⏱ 1o Minuten

  • Stell neben die Vertrauensbrücke ein gut sichtbares Kreuz auf. Wenn bereits ein Kreuz im Raum vorhanden ist, positioniere die Brücke davor, sodass die Teilnehmer über die Brücke zum Kreuz gehen.
  • Platziere am Ende der Brücke, direkt vor dem Kreuz, einen Korb.
  • Verteile an alle Teilnehmenden Jenga-Steine (oder kleine Holzstücke) und Stifte.

Lade die Teilnehmenden ein,

  • eine Verletzung, die sie ablegen wollen,
  • ein Gebet, das sie vor Gott bringen möchten,
  • oder etwas, das sie Jesus anvertrauen wollen,

auf den Stein zu schreiben

Dann können sie in ihrem eigenen Tempo über die Brücke gehen, ihren Stein vor dem Kreuz in den Korb legen als Zeichen dafür, dass sie das, was sie aufgeschrieben haben, Jesus abgeben. Gib den Teilnehmenden genug Zeit. Erzwinge nichts. Jesus wirkt oft am stärksten, wenn wir einfach nur Raum schaffen.

Lass dabei passende Instrumentalmusik im Hintergrund laufen. Alternativ kann die Band bereits leise anfangen zu spielen.

Schließe mit Lobpreis und Gebet.

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