Best Practice: Wie du Jugendliche über ihre größten Fragen erreichst

Best Practice: Wie du Jugendliche über ihre größten Fragen erreichst

»Sei einfach du selbst.« Lilly fühlt sich durch diesen gut gemeinten Ratschlag gestresst. Deshalb ist sie auf Instagram einfach nur »Lilly«. Weitere Details über sie sucht man in ihrer Insta-Bio vergebens. Sie ist im letzten Schuljahr und fühlt Spannungen zwischen ganz verschiedenen Rollen, die jederzeit in ihr an den verschiedenen Orten und in den verschiedenen Situationen abrufbar sind. »Wer bin ich der Schule, zu Hause und in der Gemeinde?« fragt sie sich.

Für Lilly ist gar keine Beschreibung besser als eine, die sie in eine Schublade steckt. Oder noch schlimmer: Eine, die eine Freundesgruppe abschrecken könnte – ein Schicksal, das Lilly um jeden Preis zu vermeiden versucht. Lilly gesteht: »Ich weiß nicht, wie ich diese Persönlichkeiten in einem Social-Media-Konto vereinen soll. Ich weiß nicht, was oder wann ich posten soll.«

Der Kampf darum »einfach du selbst zu sein« wirft für die Zwölftklässlerin viele Fragen auf. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wie jeder Teenager ist auch Lilly ein wandelndes Fragezeichen.

Dr. Kara Powell ist Wissenschaftlerin und Autorin. Gemeinsam mit ihrem Fuller Research Institute-Team hat sie 2.200 Interviews mit Teenagern in den USA durchgeführt und in einem Forschungsbericht veröffentlicht. Lilly ist eine von ihnen.

Best Practice: Wie du Jugendliche über ihre größten Fragen erreichst
Wir werden diese Generation nie aktivieren, wenn wir ihre drängendsten Fragen nicht verstehen und diese mit ihnen gemeinsam beantworten. Unter den Fragen, die jedem Teenager zu jeder Zeit durch den Kopf gehen, stehen diese Fragen um Identität, Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit oft ganz oben.

Inhaltsverzeichnis

Welche Fragen stellen sich Teenager wirklich?

Die Schüler, mit denen du zu tun hast, sind von einer Menge von Fragen umtrieben. Wahrscheinlich haben sie mit den folgenden Themen zu tun: Freundschaften, Hautfarbe, Geld, Noten, Missbrauch, Gerechtigkeit, Sport, Zukunft, Familie, soziale Medien oder psychische Gesundheit. Manchmal dringen ihre Fragen nach außen und werden laut gemurmelt. Meistens aber bleiben sie im Inneren der zerrissenen Seele eines Teenagers und im immerwährenden Gedankenkarussell verschlossen.

Wir werden diese Generation nie aktivieren, wenn wir ihre drängendsten Fragen nicht verstehen und diese mit ihnen gemeinsam beantworten. Unter den Fragen, die jedem Teenager zu jeder Zeit durch den Kopf gehen, stehen diese Fragen oft ganz oben.

  1. Wer bin ich?
  2. Wo gehöre ich hin?
  3. Was kann ich bewegen?

1. »Wer bin ich?«

Die erste Frage ist die nach der Identität, unsere Sicht auf uns selbst. Allzu oft haben Teenager wie Lilly das Gefühl, dass sie Welten davon entfernt sind, »sie selbst« zu sein. Das liegt zum Teil daran, dass die Messlatte für sie zu niedrig liegt. Sie wollen mehr; sie wollen die »beste Version ihres Ichs« sein. Lilly stürzt emotional ab, wenn sie einen Fehler macht. Fehler »machen mich einen ganzen Tag lang fertig. Ich weiß, dass es menschlich ist, Fehler zu machen. Aber ich fühle mich dann richtig schlecht.« Das ist nicht ihr bestes Ich.

Aber wie bei Lilly ist das Selbst eines Teenagers – ob sie es als gut oder schlecht bewertet – oft eine Mischung aus mehreren Identitäts-Fragmenten. 

Während für dich »du selbst« ein einzelnes Ich bedeutet, bewegt sich der durchschnittliche Teenager ständig zwischen mehreren Identitäten hin und her und versucht herauszufinden, welches seiner »Ichs« er in diesem Moment spielen soll. Wer sie in der Schule oder zu Hause ist, unterscheidet sich von dem, wie sie sich Verein oder mit ihren engsten Freunden gibt. All das unterscheidet sich von dem, wer sie in der Kirche ist.

Allzu oft reduzieren wir uns selbst oder andere Menschen auf eine einzige Identität. Dabei hat jeder von uns mehrere Identitäten oder Identitäts-Fragmente in sich. Jacqueline Novogratz sagt, dass wir Identität nicht auf eine Art und Weise verstehen sollten, die uns trennt, sondern auf eine Weise, die uns verbindet: Jeder von uns hat mehrere Identitäten in sich. Wir verpassen die Chance, die vielfältigen Identitäten in einer anderen Person kennenzulernen, diese Verbindung zu finden und darauf aufzubauen.

Identity-Stacks: Identität als Kartenstapel

Best Practice: Wie du Jugendliche über ihre größten Fragen erreichst
Jeder Mensch ist ein Stapel von Identitäts-Fragmenten, die eine gesamte Identität ergeben. Spannend wird es, wenn ein Teil deiner Identität bedroht ist und sich jemand abfällig äußert: »Ich hasse das, oder diese Leute sind so dumm, oder wollen uns Böses, oder ihnen ist das egal, oder …«. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser angegriffene Teil deiner Identität an die Spitze deiner Hierarchie rückt, ganz oben auf den Stapel. Das ist alles, was du dann bist, oder zu sein scheinst.

Nach dem 11. September veröffentlichte der libanesisch-französische Schriftsteller Amin Maalouf ein Buch mit dem Titel Mörderische Identitäten: Essay (Edition Suhrkamp). Er stellt sich im Wesentlichen die Frage: »Wie können wir uns im Namen der Identität gegenseitig massakrieren?« Er lädt dazu ein, an die vielen Identitäts-Fragmente zu denken, die jeder Mensch in sich trägt: Etwa »männlich, weiss, heterosexuell, Sohn, Musiker, Vegetarier, …« und so weiter.

Wir besitzen nicht mehrere Identitäten, sondern nur eine. Sie besteht aus all den Fragmenten, die sie geformt haben, in einer besonderen »Dosierung«, die von Mensch zu Mensch verschieden ist. Die Wichtigsten dabei sind familiäre Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Kultur, Religion, Nationalität und persönliche Erfahrungen.

Jeder Mensch ist ein Stapel von Identitäts-Fragmenten, die eine gesamte Identität ergeben. Spannend wird es, wenn ein Teil deiner Identität bedroht ist und sich jemand abfällig äußert: »Ich hasse das, oder diese Leute sind so dumm, oder wollen uns Böses, oder ihnen ist das egal, oder …«. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser angegriffene Teil deiner Identität an die Spitze deiner Hierarchie rückt, ganz oben auf den Stapel. Das ist alles, was du dann bist, oder zu sein scheinst.

Plötzlich werden Gespräche geführt, die auf einem Fragment unserer Identität basieren und nicht auf der Ganzheit dessen, was wir sind und oder einander zu geben haben. 

Das haben wir alle schon mal erlebt: Etwa als Westeuropäer zu Beginn der Pandemie aus Angst, vor dem Coronavirus asiatisch aussehende Personen mieden. Oder nach dem 11. September, als der Kampf gegen Terroristen in den Köpfen zu einem Krieg gegen Muslime anwuchs. Oder etwa bei meiner Tochter, die ihre ersten Lebensjahre mit ständigen Angriffen gegen ihre Roma-Herkunft aufwuchs. Die Erwachsenen um sie herum, versuchten mir einzureden: »Ihr Hirnleistungs-Potential ist aufgrund ihrer Hautfarbe begrenzt«.

Wenn wir anfangen Muslime, Flüchtlinge oder andere Gruppen für unsere Probleme verantwortlich zu machen, dann reduzieren wird eine ganze Gruppe auf ein einziges Identitäts-Fragment. Das ist gefährlich, denn allzu oft führt genau das zu den Aktionen, die wir eigentlich befürchtet haben.

Aus der Pandemie ergeben sich drei große Identitätsprobleme

Wenn die Kirche, Eltern und Mentoren nach der COVID-19-Pandemie wirksame Apologetik- und Evangelisations-Strategien haben wollen, müssen sie eine klare Antwort auf diese Identitäts-Modelle haben, die Tim Keller als die 3 großen Identitätsprobleme, die sich aus der Pandemie ergeben, identifiziert. Geraten diese drei Karten an die Spitze des Identity-Stacks junger Menschen, befürchte ich eine nachhaltig destruktiven Wirkung auf ihr Leben. Keines dieser Modelle entspricht dem Evangelium und junge Menschen werden in den nächsten Jahren mit ihnen zu kämpfen haben:

Identität bei Jugendlichen: Beim »Victim-Misplacement« liegt deine Identität in der Minderheitengruppe, der du angehörst und darin, wie du unterdrückt wurdest. Wenn ich einer Minderheit angehöre, ist das meine Hauptidentität, was mit anderen Worten bedeutet: »Weil ich nicht weiß, nicht männlich und nicht heterosexuell bin, hat das einen besonderen Wert«. Meine Hauptidentität ist also, dass ich eine ausgegrenzte Person war, beziehungsweise bin.
Identität bei Jugendlichen: Beim »Victim-Misplacement« liegt deine Identität in der Minderheitengruppe, der du angehörst und darin, wie du unterdrückt wurdest. Wenn ich einer Minderheit angehöre, ist das meine Hauptidentität, was mit anderen Worten bedeutet: »Weil ich nicht weiß, nicht männlich und nicht heterosexuell bin, hat das einen besonderen Wert«. Meine Hauptidentität ist also, dass ich eine ausgegrenzte Person war, beziehungsweise bin.
  1. Das therapeutisch-individualistische Identitäts-Modell: Deine Identität besteht darin, deinen tiefsten Wünschen nachzujagen. In diesem säkularen Identitätsansatz schaust du in dich hinein, identifizierst deine tiefsten Sehnsüchte und entscheidest, dass das dein wahres Ich ist: »Identität findet sich nicht in Gott oder in meiner Familie oder in meinen Pflichten, sondern darin, dass ich meine tiefsten Sehnsüchte erfüllen möchte. Ich muss meine Wünsche verwirklichen. Und das ist meine Identität.« 
  2. Das Opfer-Identitäts-Modell: Beim »Victim-Misplacement« liegt deine Identität in der Minderheitengruppe, der du angehörst und darin, wie du unterdrückt wurdest. Wenn ich einer Minderheit angehöre, ist das meine Hauptidentität, was mit anderen Worten bedeutet: »Weil ich nicht weiß, nicht männlich und nicht heterosexuell bin, hat das einen besonderen Wert«. Meine Hauptidentität ist also, dass ich eine ausgegrenzte Person war, beziehungsweise bin.
  3. Das christlich-nationalistische Modell: Du bist kein echter Schweizer (oder Deutscher, oder Amerikaner), wenn du kein weißer, protestantischer Christ bist, der keine Einwanderer mag. In diesem Modell verschmilzt die Nationalität mit der christlichen Religion. Mit großer Sorge stellt Dr. Tim Keller fest, dass es sich hierbei vor allem um ein Problem der Evangelikalen in Amerika handelt. Die Evangelikalen im deutschsprachigen Raum sind nach Einschätzung Kellers dafür zu klein. Und doch gibt es unter ihnen eine Reihe von Leuten, die sagen: »Du bist kein echter Deutscher, es sei denn, du bist ein weißer Protestant. Ein Christ. Wir wollen keine Muslime hier. Wir wollen all diese Einwanderer nicht hier haben.« Es ist die Identitätspolitik des rechten Flügels. Diese Verschmelzung von Christentum und weißem Westeuropäer-sein und erinnert an die Fusion von Kirche und Staat mit den Deutschen Christen von 1933 bis 1945 und kann wieder tagesaktuell werden.
    Das Problem mit Identitätspolitik ist, dass Menschen nach ihrer Gruppenidentität klassifiziert werden – wie fragmentarisch diese auch immer formuliert sein mag. Ich denke, es ist gerade dann unglaublich gefährlich, wenn die Gruppenidentität Vorrang vor der individuellen Identität hat. Denn wenn man davon ausgeht, dass Menschen in erster Linie durch ihre Gruppe identifiziert werden sollten, kann man ihnen durch ihre Gruppe auch eine Gruppenschuld zuschreiben (Stichwort: Gesundheit vs. Ungeimpfte; Ausländer vs. Arbeitsplätze; …).   

Alle drei sind destruktiv: »Diese Identitätsmodelle sind zerstörerisch für die Menschen, die sie als ihre primäre Identität annehmen. Sie widersprechen absolut all dem, was die Bibel darüber sagt, wie Identität funktioniert.« sagt Dr. Tim Keller.

Sich selbst zu sein ist auch deshalb so schwierig, weil junge Menschen ihre Identität selten ausschließlich aus den eigenen Quellen heraus konstruieren. Die Identitäts-Stapel eines jeden Teenagers werden zum Teil durch den kollektiven Einfluss von Familienmitgliedern, Freunden und anderen erwachsenen Autoritätspersonen und Influencern geformt. Das kann zu einer Menge Erwartungen führen, was eines der Hauptthemen war, die Dr. Kara Powell und ihr Team von den Jugendlichen in ihrer Studie gehört haben: »Ich bin das, was andere erwarten.«

2. »Wo gehöre ich hin?«

Das ist die Frage der Zugehörigkeit, unserer Verbindung mit anderen. Wir würden sagen, dass wir »dazugehören«, wenn wir mit Menschen zusammen sind, die uns wirklich kennen, verstehen und so akzeptieren, wie wir sind.

Teenager fühlen sich zugehörig, wenn sie sich wohlfühlen. Bei Menschen, die sie akzeptieren, ohne sie zu verurteilen. Wo sie einbezogen werden und sich nicht verstellen müssen.
Teenager fühlen sich zugehörig, wenn sie sich wohlfühlen. Bei Menschen, die sie akzeptieren, ohne sie zu verurteilen. Wo sie einbezogen werden und sich nicht verstellen müssen.

Zugehörigkeit ist eine der großen spirituellen Sehnsüchte unserer Zeit, auf die auch schon Maslow in seiner Bedürfnispyramide eingegangen ist. Wir sind eine Gesellschaft, die von Einsamkeit und Abgeschiedenheit geprägt ist. Wir haben Freunde, Follower und Fans in den sozialen Medien, aber diese Kontakte erinnern uns oft nur daran, wer uns nicht folgt oder wo wir nicht hingehören.

Wie Lilly wollen Teenager so sehr dazugehören, dass sie alles dafür tun. Sie würden sogar Teile ihrer Identität verstecken oder verändern – alles nur, um dieses Gefühl zu bekommen. Deshalb stand in den Interviews von Powells Team die Sicherheit als wichtigste Voraussetzung für Zugehörigkeit ganz oben: »Ich passe dorthin, wo ich mich sicher fühle.« 

Teenager fühlen sich zugehörig, wenn sie sich wohlfühlen. Bei Menschen, die sie akzeptieren, ohne sie zu verurteilen. Wo sie einbezogen werden und sich nicht verstellen müssen. 

Lilly fühlt sich in ihrer Familie am meisten zugehörig. »Ich habe das Gefühl dass wir uns wirklich nahe stehen. Und auch wenn wir uns streiten, sind wir trotzdem immer füreinander da, wenn es drauf ankommt. Sie sind das Einzige, was mein ganzes Leben lang beständig war.« Auch in der Schule fühlt sie sich sicher, vor allem in der Schülervertretung: »Ich fühle mich bestens informiert.«

Leider fühlt sie sich in ihrer Jugendgruppe nicht so sicher. Da die meisten Schüler in ihrem Alter ein anderes soziales Umfeld haben, fühlt Lilly sich oft in Gesprächen ausgeschlossen. Sie gehen auf eine andere Schule, haben andere Hobbys, Vereinsmitgliedschaften und Freunde: »Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mich frage, ob sie nur nett sein wollen oder ob ich ihnen wirklich wichtig bin.«

3. »Was kann ich bewirken?«

Die dritte große Frage bezieht sich auf den Lebenssinn, d.h. unseren Beitrag zur Welt.

Das Verständnis von Sinn und Zweck eines jeden Menschen entwickelt sich im Laufe des Lebens, spielt aber gerade in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter eine große Rolle. In den Gesprächen des Forschungsteams über Identität, Zugehörigkeit und Zielsetzung stellte Dr. Kara Powell und ihr Team fest, dass die befragten Schüler einen universellen Impuls verspürten, anderen zu helfen: »Jeder einzelne Teenager, mit dem wir uns getroffen haben, hat während unserer drei Interviews mindestens einmal vom »Helfen« gesprochen.«

»Ich verändere die Welt, wenn ich anderen helfe«, war die häufigste Aussage der Schüler. Sie haben das Gefühl, wichtig zu sein, wenn sie sich um andere kümmern, jemanden glücklich machen oder ein Held sind.

Die Forschung zeigt, dass junge Menschen in der Regel glücklicher sind und sich wohler fühlen, wenn sie ihre Ressourcen und Fähigkeiten einsetzen, um anderen zu helfen. Aber für viele der Schüler:innen, mit denen Powells Team gesprochen habt, hatte die Hilfe für andere auch ihren Preis. Lilly hat diesen Preis genau beschrieben: »Meine körperliche, geistige und emotionale Gesundheit leidet manchmal, wenn ich versuche, andere glücklich zu machen. Je glücklicher sie werden, desto schlechter geht es mir manchmal. Aber ich will trotzdem weiter helfen, also tue ich es.«

Lebenssinn ist auch eine Pipeline für Druck. Besonders für christliche Teenager, die Gottes Plan für ihre Zukunft entdecken wollen. Lilly gab nervös zu: »Ich habe zwar einen Karrierewunsch, aber ich weiß nicht, ob es das ist, was Gott für mich will. Was ist, wenn ich diese Laufbahn anstrebe und es nicht Gottes Bestes für mich ist? Dann habe ich vier Jahre lang was studiert, nur um dann wieder vorne anzufangen. Ich ändere ständig meine Meinung darüber, was ich werden will. Ich frage mich, wie oft ich mich noch umentscheiden muss, bevor ich endlich bei dem lande, was Gott von mir will.«

Ein Großteil von Lillys Angst, Gottes Plan für ihr Leben zu verpassen, rührt von den gut gemeinten, aber Stress-auslösenden Andachten ihres ehemaligen Jugendleiters: »Er legte großen Wert darauf, Gottes Vision für unser Leben zu kennen. Seitdem bin ich über verschiedene Richtungen gestolpert, für die ich mich interessiere und habe mich gefragt, was Gottes Plan für mich ist. Mir wurde immer gesagt, dass unsere Aufgabe als Menschen darin besteht, Gottes Reich zu bauen und das möchte ich auch. Aber es stresst mich, weil ich nicht weiß, wie ich das tun soll.«

Lilly hat ihr »glückliches Leben« in einem Satz definiert: »Mit Gott und dem, was er mir gegeben hat, zufrieden zu sein und zu lernen, treu zu sein anstatt zu klagen.« Aber im Moment steht sie unter dem Druck, herauszufinden, wer sie ist, wo sie hingehört und was sie bewirken kann. Die drei großen Fragen quälen sie auf ihrer Suche nach ihrem Lebensglück.

Warum Jugendliche dich heute brauchen

Anhand der Geschichten von Lilly und anderen wirft Dr. Kara Powell und ihr Team einen neuen Blick auf die Teenager von heute. Diese Generation junger Menschen kann auf fast jede Frage sofort zahlreiche Antworten googeln – und genauso schnell mit einer neuen Fragen-Liste aufkommen. Aber sie wachsen auch in Familien und Kirchen auf, die vor einigen ihrer tiefsten Fragen nach Glauben und Sinn zurückschrecken.

»Jugendliche haben Probleme damit, aus eigener Kraft befriedigende und lebensfördernde Antworten auf diese Fragen zu finden«, wie es in dem Fuller-Forschungsbericht heißt. 
»Jugendliche haben Probleme damit, aus eigener Kraft befriedigende und lebensfördernde Antworten auf diese Fragen zu finden«, wie es in dem Fuller-Forschungsbericht heißt

»Jugendliche haben Probleme damit, aus eigener Kraft befriedigende und lebensfördernde Antworten auf diese Fragen zu finden«, wie es in dem Fuller-Forschungsbericht heißt

Du kannst die Person sein, die Gottes Potenzial für die Identität, die Zugehörigkeit und das Ziel eines jungen Menschen sieht, wenn dieser nur Niederlagen und Sackgassen sieht. Du kannst bessere Beziehungen bauen und tiefere Gespräche mit Teenagern führen, wenn sie sich auf die Suche nach Gottes besten Antworten machen.

Junge Menschen wie Lilly brauchen liebevolle Vorbilder, die bereit sind, sich empathisch einzufühlen, zuhören zu üben und die sie sanft auf bessere Antworten hinweisen. Hilf ihnen zu verstehen, dass sie aufgrund von Jesus genug sind, sie zum Volk Gottes gehören und sie eingeladen sind, an Gottes größerer Geschichte teilzuhaben.

»Sie brauchen fürsorgliche Erwachsene, die bereit sind, sich mit Empathie diesen Fragen zu stellen, sich im Zuhören zu üben und sie sanft in die Richtung besserer Antworten zu lenken. Nämlich, dass sie durch Jesus genug sind, dass sie zur Familie Gottes gehören und dass sie eingeladen sind, Teil von Gottes großer Geschichte zu sein.«

Wir feuern dich dabei an – und die jungen Menschen, mit denen du unterwegs bist.

— Andy Fronius 

Beziehungsfragen zum Thema

Hier sind ein paar Beziehungsfragen, die dir und deinen Jugendlichen helfen können, euch gemeinsam diesen großen Fragen zu nähern.

  • Identität: Was ist eine Sache, die du wirklich an dir magst?
  • Zugehörigkeit: Wo fällt es dir am leichtesten, offen und verletzlich zu sein, dich nicht zu verstellen?
  • Sinn: Hast du eine Leidenschaft dafür, etwas in der Welt zu verändern? Hast du Wege gefunden, um das zu tun? 

Dieser Artikel wurde von Andy Fronius mit Inhalten von Dr. Kara Powell, Dr. Tim Keller, Jacqueline Novogratz und Dr. Jordan Peterson verfasst. Lektorat Andrej Enns und Evi Rodemann.

Tags: 😴 Gen Z, 🌱 Gen Alpha, 🗣️ Identität

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