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[Jugendleitermail 511] Beschämt und inspiriert

Hey!

Ich habe mich schon manchmal gefragt, wie wir in unserer heutigen Zeit Kinder und Jugendliche erreichen können. Sie haben doch schon alles! Smartphone, Playstation, Youtube-Channels, Nachhilfe, Sportvereine, Taschengeld, usw. usw. Wie können wir ihnen etwas anbieten, was ihnen fehlt? Dazu hat mit ein Missionseinsatz in Serbien ganz neue Impulse gegeben.  

Herzliche Grüße auch von Heiko!

Dein Stephan

Ein Wort zur Ermutigung

Die Gläubigen lebten wie in einer großen Familie. Was sie besaßen, gehörte ihnen gemeinsam. Wenn es an irgendetwas fehlte, war jeder gerne bereit, ein Grundstück oder anderen Besitz zu verkaufen und mit dem Geld den Notleidenden in der Gemeinde zu helfen.

Apg. 2,44+45

Beschämt und inspiriert

„Wir leben zu zweit von rund 80 Euro im Monat. Der Strom wurde uns abgestellt und wir wissen kaum, von was wir die Woche über leben sollen“ so erzählt es eine ältere Frau aus der Roma-Gemeinde in Prokuplje / Serbien. Ihr Sohn, der bei ihr lebt, findet keine Arbeit und ist absolut mutlos aufgrund seiner Lebensumstände.

In den letzten zwei Wochen war ich mit unserem aktuellen Lebenstraum-Jahrgang in Serbien zum Missionseinsatz. Wir besuchten verschiedene Roma-Gemeinden im Süden Serbiens. Die wirtschaftliche Situation ist in Serbien sehr schlecht. Wenn jemand eine Arbeit findet, dann kann er froh sein, wenn er 250 -300 Euro im Monat verdient (bei ähnlichen Preisen wie bei uns!). Aber viele finden gar keine Arbeit. Und die Volksgruppe der Roma hat es doppelt schwer, weil sie von vielen Serben verachtet und abschätzig behandelt werden.

Trotzdem erlebten wir bei unseren Hausbesuchen in verschiedenen Familien fröhliche Kinder, wunderbare Teenager, die das Leben noch vor sich haben. Aber auch Erwachsene, die sich von ihrer schwierigen Situation nicht unterkriegen lassen und voller Hoffnung an Gott klammern. Menschen, die Gott vertrauen, dass er sie trotz aller Schwierigkeiten durchbringt.

Ich muss sagen, dass ich beschämt und gleichzeitig neu inspiriert von Serbien wieder nach Hause gefahren bin.

Beschämt, weil ich trotz meinem mittelmäßigen deutschen Einkommen im Vergleich zu den Roma stinkreich bin. Wir haben so viel Überfluss, wir können uns so viel leisten. 90 % aller Menschen in der Welt haben nicht so viel Geld wie wir. Und ich frage mich: Haben wir nicht gerade deshalb eine Verpflichtung, Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen. Ist das nicht genau unsere Berufung als „reiche Deutsche“?  Wir können mit 30 (!) Euro einem Kind in Afrika einen Monat lang einen Schulplatz und Essen bezahlen! (z. B. über www. Compassion.de)

Aber ich fuhr auch inspiriert nach Hause. Diese Menschen haben mir gezeigt, auf was es wirklich ankommt. Dass der Glaube an Jesus wirklich einen Unterschied macht. Das hoffnungslose Leben wird hoffnungsvoll. Die aussichtslose Lage ist mit Gott nicht mehr aussichtslos. Ein Jugendlicher, der an Jesus glaubt, kann wirklich anders leben und trotz aller widrigen Umstände ein selbst bestimmtes Leben führen. Ich habe gesehen, was Jesus möglich macht!

Und diesen Geist wünsche ich mir auch in unseren Gemeinden, unseren Jugendkreisen, unserer Jugendarbeit. Tief im Herzen sind auch in Deutschland viele Menschen, viele Jugendliche heute einsam, verlassen, hilflos, verzagt, ängstlich, zerstört. Die tiefen Probleme sind in Serbien und in Deutschland die gleichen. Und Jesus kann Leben verändern, Herzen heilen, Angst in Freude verwandeln. Das haben wir nötig – auch in unserem Land!

Zum Nachdenken:

Wo ist in deiner Umgebung ein Mensch, der Hilfe braucht?

Wie kannst du ihm beistehen, für ihn beten, ihm Hilfe anbieten?

Wie kann deine Jugendarbeit / Gemeinde ein Ort werden, wo Menschen verändert werden – oder ist es sie schon längst?  

Witzig und nachdenkenswert

Der italienische Theologe, Philosoph und Kirchenvater Thomas von Aquin (1225/1226-1274) trat einmal in die Gemächer des Papstes und sah dort eine größere Menge Goldstücke auf dem Tisch liegen. „Du siehst“, sagte der Papst, „dass die Kirche nicht mehr in dem Zeitalter lebt, wo sie sagte: ,,Ich habe weder Gold noch Silber.“ „Das ist wohl wahr, Eure Heiligkeit“, entgegnete da Thomas, „aber ebenso wenig kann sie mehr zu dem Lahmen sagen: ,Steh auf und geh umher!'“

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