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Hindernisse des Segnens und ihre Überwindung, Teil 1

Vor kurzem fiel mir ein gutes Buch zum Thema Segnen in die Hände. In einem Kapitel geht es um mögliche Hindernisse des Segnens und eben auch darum, wie man sie überwindet:

„Reiniget euch, die ihr des Herrn Geräte tragt“ (Jes. 52,11).

„Diese Art fährt nicht aus denn durch Beten und Fasten“ (Mat 17,21).

„Gerade an dieser Stelle ist es notwendig, mit ganzem Ernst des heiligen Bündnisses zu gedenken, das nach der Ordnung Jesu zwischen Beten und Fasten besteht. Als Jesus das so entscheidende Wort sagte: „Diese Art fährt nicht aus denn durch Beten und Fasten“ (Mat 17,21), war die Not der Jünger eben die, dass sie nicht Kraft zum Segnen hatten. Und zugleich wurde an dieser Stelle offenbar, dass Segnen nicht etwas oberflächlich Poetisches ist, sondern ein Zerstören der Werke des Teufels (1. Joh 3,8) in Kraft der Herrlichkeit Gottes.

Zweifellos standen die Jünger auch damals, als ihre Ohnmacht angesichts des besessenen Knaben offenbar wurde, im Bereich der Herrlichkeit ihres Meisters und im Strom der Kraft, die von ihm ausging; schloss sich doch jenes Erleben unmittelbar an das wunderbare Geschehen der Verklärung an. Aber sie hatten nicht soviel Kraft, dass sie sie weitergeben konnten. Ja, sie wünschten das Beste, sie wollten helfen, aber sie konnten nicht in Vollmacht stehen und siegen über die Macht der Finsternis. Sie waren Gesegnete, aber sie konnten nicht – segnen.

Dieses Nichtkönnen bringt nun Jesus in Zusammenhang mit der Frage des Fastens. Es ist – im Bild gesprochen – als bedeute das Fasten hier ein Einsparen der Kraft für andere und zugleich ein Zusammentreffen aller Kräfte  angesichts der Macht der Finsternis.

Wenn wir den Ausdruck „Fasten“ in der umfassenden Bedeutung der Heiligung im Sinn der Schrift nehmen, dann müssen wir die Wahrheit, dass nur der Gesegnete zu segnen vermag, ergänzen durch die andere: Nur der in der Heiligung stehende vermag zu segnen. Die Beobachtung des Lebens und vor allem die Stimme des eigenen Gewissens bestätigen diesen Satz tausendfach.“

Schick, Erich: Vom Segnen, Giessen 1977, S.15f.

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