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Jugendarbeit in Rumänien, so wird’s gemacht.

Interview mit Cosmin Stuparu, dem Jugendleiter der Baptistengemeinde Mediasch in Rumänien.

Wie viele Jugendliche habt ihr in der Gruppe?

30 Jugendliche kommen regelmäßig am Freitag Abend. Ich habe erst vor wenigen Monaten mit der Jugendarbeit angefangen und musste feststellen, dass unser größtes Problem die Auswanderung vieler Jugendlicher ins Ausland ist.

Wie viele davon sind nicht in einer Gemeinde aufgewachsen, sondern haben sich erst bekehrt?

Die Mehrheit stammt aus christlichen Familien. Leider haben wir noch keine Strategie, wie wir mit der Gemeinde noch mehr nach aussen gehen können. Wir haben aber ein Projekt mit Jugend mit einer Mission geplant: Auf die Straße gehen und singen. Uns ist es sehr wichtig, dass die Jugendlichen, die bei uns aufgewachsen sind, der Gemeinde erhalten bleiben. Aber wir arbeiten noch an einer geeigneten Strategie.

Wie, wann und wo macht ihr Jugendarbeit?

Wir treffen uns Freitags von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Unser Programm sieht so aus, dass wir Lobpreis, Anbetung und Bibelstudium machen. Der Freitag hat sich als bester Tag herausgestellt… Samstags war’s nicht so gut. Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 20 Jahren alt; danach heiraten die meisten, oder gehen in einer größeren Stadt studieren.

Mittwochs ist meistens Fußballtag: Entweder läuft ein Champions League Spiel, oder wir spielen selbst. Die rumänischen Jugendlichen sind leidenschaftliche Fußballspieler. Alleine deshalb ist es unmöglich die Jugendstunde auf den Mittwoch zu legen.

Montags haben wir Chorprobe. Donnerstag Abends haben wir Gottesdienst.

Früher waren wir oben im Gemeindesaal. Nun sind wir in einem kleineren Raum. ‚Kostet auch nicht so viel ihn zu heizen; und es ist viel persönlicher.

Erzähl uns mehr von dem Programm am Freitag.

Unser Programm sieht eigentlich immer so aus:

– Anfangs beten zwei Jugendliche für die Jugendstunde.

– Dann leitet das Lobpreisteam eine 30-40 Minütige Lobpreis und Gebetszeit.

– Anschliessend gibt es einen Block mit Ansagen, speziellen Gebetsanliegen und für Zeugnisse.

– Zum Schluss gibt es noch einen Lehrteil, der ist ähnlich wie eine Predigt nur dass die Jugendlichen mehr involviert werden. Damit sich die Jugendlichen nicht langweilen, bereiten sich verschiedene Jugendliche vor. So lernen sie selbst und es ist abwechslungsreich.

Was machen die Jugendlichen Freitags nach 20:00 Uhr?

Dann gehen die meisten heim an den PC oder schauen fern. Weil es dunkel wird, hat es auch den Vorteil der Sicherheit, wenn man so früh aufhört. Viele über 18 Jährige haben noch kein Auto und die Eltern sorgen sich, wenn die Jugendlichen so lange wegbleiben.

Was würdest du einem Jugendleiter in Deutschland raten?

Du sollst ein vorbereitetes Exempel sein. Courage. Jeder Leiter erlebt Niederlagen, aber auch, wie Gott ihn aufhebt. Außerdem sollte ein Jugendleiter ein geistliches Gebetsleben haben und diszipliniert Bibel lesen. Hier musst du gut vorbereitet sein – es ist nicht unbedingt erforderlich ein volles Bibelstudium zu haben. Wenn du nicht fest angelegt bist, wie ein Schiff im Hafen, ist das nichts. Man befindet sich irgendwie immer in diesem Kampf, wo man Gott fragt: „Herr bin ich geeignet dafür, oder mache ich nur ein Programm?“

Vielen Dank für das Interview!

 

Foto von LilGoldWmn via sxc.hu

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