Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 104] Beten ohne Ende

Hi,
heute hab ich was ganz Besonderes: Kathrin Moosburger aus dem EC-Schwarzenbach schreibt über ihre Erfahrungen mit dem 24/7-Prayer-Gebetsraum.

Wenn du ein geniales Erlebnis mit Gott hattest, schöne oder schwierige Erfahrungen gemacht hast, eine gute Idee für Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit hast, dann schreib sie mir – gerne nehme ich sie in eine der nächsten JLMs mit auf.

Ich wünsch dir, dass deine Beziehung zu Gott in dieser Woche intensiv ist, dass du wirklich Zeit hast, deinem liebenden Vater zu begegnen. In der Stille, in der Bibel, im Gebet, beim Spazierengehen, im Auto.
Der liebende und für dich sorgende Vater segne dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Mir (Kathrin) ist durch den 24/7-Gebets-Raum der Vers aus Jesaja 30,15 sehr wichtig geworden:
„Denn so spricht der Herr, HERR, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe werdet ihr gerettet. In Stillsein und in Vertrauen ist eure Stärke. Aber ihr habt nicht gewollt.“

2. Beten ohne Ende

Wie verwandelt man einen öden Besprechungsraum in einen einladenden Gebetsraum? Man nehme ein paar begeisterte Mitarbeiter mit kreativen Ideen, das halbe Wohnzimmer-Mobiliar, Kerzen in allen Variationen, viiiel Kaffee und ein bisschen Zeit und Lust zum Vorbereiten. Und schon kann es losgehen…

Als wir vor einem Jahr das erste Mal einen Gebetsraum eingerichtet haben, hat sich im Vorfeld bereits einiges getan: Einige von unserem Jugendbund haben das Buch „red moon rising“ gelesen, das die Geschichte von 24-7-Prayer und damit verbunden auch die Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine erzählt. Wir haben viel über Gebet nachgedacht, im Jugendbund Andachten darüber gehalten, viel gelesen und mit Leuten gesprochen, die eine solche Woche schon ausprobiert haben.

Dann haben wir als nächsten Schritt auf einer Mitglieder-Freizeit mit einem „24-1-Tag“, mit ganz wenig Mitteln und mit einem ultra-kleinen Raum einen ganz kleinen Versuch gewagt. Unser Gedanke war: Wenn die Mitarbeiter den Raum annehmen, dann können wir das auch mit der Jugend und der Gemeinde wagen. Wer am Anfang skeptisch war, kam nach der ersten Stunde in unserem „Proberaum“ meist positiv überrascht heraus. Die vermeintlichen Hürden, die Nachtstunden, waren für viele die beste Zeit, da es richtig ruhig war, man sich gut konzentrieren konnte und der Raum mit den vielen Kerzen eine besondere Atmosphäre ausgestrahlt hat.

Kurz darauf haben wir uns daran gemacht, in Jugendbund und Gemeinde von unserer Idee zu erzählen und dafür zu werben. Wir haben eine Liste ausgehängt, in die man sich für eine oder mehrere der 168 Stunden eintragen konnte. Ganz bewusst haben wir als Zeitraum die Faschingsferien-Woche gewählt, da wir für die Nachtschichten auf viele Schüler gehofft haben. Und tatsächlich – so langsam trugen sich die ersten Mutigen ein.

In der Woche vor dem Start haben wir Ideen für einzelne Stationen gesammelt und alles benötigte Material zusammengesucht und gekauft. Vor allem Kaffee und Teelichter waren wichtig, um die Nächte gut durchzustehen… Wir haben einen Tag lang alle Möbel aus dem Besprechungsraum geschafft, haben Teppich ausgelegt, Sofas geschleppt, Vorhänge angebracht und dann die einzelnen Stationen aufgebaut.

Es gab vier Bereiche:

  • Eine „Chiller-Ecke“ mit Sofa, Worship-Musik, Gitarre, Kissen, Oropax, Bibeln, guten Büchern, Verheißungen auf Sternen, die man sich von einem Ast pflücken konnte und und und.
  • Einen kreativen Bereich mit der Möglichkeit, etwas zu malen, zu basteln, Karten oder Briefe zu schreiben…
  • Einen Bereich, in dem es darum ging, ehrlich zu werden vor Gott und Schuld zu bekennen (und im tiefsten Meer bzw. in einer Wasserschale zu versenken), sich ein neues (Milka-)Herz schenken zu lassen oder an der Klagemauer die eigenen Klagen zu verstecken.
  • Und im letzten Bereich konnte man für andere(s) bitten und für die bereits notierten Anliegen mitbeten, an Leute in der ganzen Welt denken, für Freunde einen Kressesamen ausstreuen und begießen, damit symbolisch der Same in Ihrem Herzen aufgeht, für die laufenden Veranstaltungen beten oder sich für die beginnende Fastenzeit ein Ziel vorzunehmen.

Überall gab es Geschichten übers Gebet zu lesen, Zitate, Segensworte zum Mitnehmen und vieles mehr.
Siehe dazu auch die Bilder unter www.ec-schwarzenbach.de/gallery/serie23.shtml

Zu Beginn der Woche waren noch etliche Lücken frei, die sich aber im Lauf der Zeit schnell gefüllt haben. Viele kamen ein zweites oder drittes Mal, einige kamen mit ihrem Hauskreis. Es kamen Junge und Alte, Kinder und deren Großeltern. Am Ende gab es sogar etliche, die keine Stunde mehr abbekommen haben, weil alles belegt war. Einige Entscheidungen sind in dieser Woche getroffen worden, die sich jetzt gerade auswirken (FSJ, Auslandsaufenthalt, etc).

Was ist so Besonders an diesem Raum? Ich glaube, es ist nichts Großes. Es ist einfach das, dass man sich bewusst Zeit nimmt, um zu Gott zu kommen und mit ihm zu reden, ihm sein Herz auszuschütten. Und das ist in unserer hektischen, lauten Zeit oft gar nicht so einfach und man muss sich das richtig vornehmen, um nicht von anderem eingenommen zu werden. Und zum anderen hat man sich in dem Raum aber auch einfach wohl gefühlt, konnte sich entspannen und bekam einfach auch viele Ideen, wie vielfältig Reden mit Gott sein kann.

Mir ist durch den Raum der Vers aus Jesaja 30,15 sehr wichtig geworden: „Denn so spricht der Herr, HERR, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe werdet ihr gerettet. In Stillsein und in Vertrauen ist eure Stärke. Aber ihr habt nicht gewollt.“
Die Frage an uns stellt sich genauso: Wollen wir das?

Feedback oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Entweder du schreibst ins JLM-Forum unter http://www.jugendleiternetz.de/?i=forum-f1!
Oder direkt an Kathrin (kamoos@web.de)

3. Praxistipp

Wie kann ein 24/7 Gebets-Raum aussehen.
Schau einfach mal rein unter unter www.ec-schwarzenbach.de/gallery/serie23.shtml
Infos zu 24-7 gibt es unter http://germany.24-7prayer.com

4. Echt witzig

Zehn Jahre lang betet Herbert jedes Wochenende: „Lieber Gott, lass mich doch bitte diesmal in der Lotterie gewinnen.“ Immer vergeblich. Als er es eines Tages wieder versucht, ist plötzlich sein Zimmer in strahlende Helligkeit getaucht, und eine tiefe Stimme sagt: „Gib mir doch eine Chance, Herbert. Kauf dir um Himmels willen endlich ein Los.“


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