Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 11] Leiten wie Jesus: Auf den Zeitpunkt Gottes warten

Hallo,
heute möchte ich mit einer Reihe starten zum Thema „Leiten wie Jesus“. Als Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit hast du eine Leitungsaufgabe. Und Jesus ist das beste Vorbild, das es überhaupt gibt in Bezug auf Leitung und Führung. Ich bin selbst gespannt, was wir – du und ich – in den nächsten Wochen von Jesus lernen werden.

Dir und deiner Jugend- bzw. Jungschargruppe eine gesegnete Woche – Gott mit dir!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Galater 4:4 Aber zu der von Gott festgesetzten Zeit sandte er seinen Sohn zu uns.
Markus 1:15 «Jetzt ist Gottes Stunde gekommen. Seine Königsherrschaft wird nun aufgerichtet.

2. Leiten wie Jesus: Auf den Zeitpunkt Gottes warten

Bist du auch so ein ungeduldiger Mensch? Kannst du auch kaum abwarten, bis endlich etwas passiert? Scharrst du auch manchmal mit den Füßen und sagt: „Jetzt könnte es doch auch mal ein bisschen schneller gehen“? Betest du auch um Erweckung und wünschst dir, dass sie morgen schon beginnt?

Ungeduldige Menschen haben schon vieles in Bewegung gebracht – und das ist gut so. Du brauchst eine innere Ungeduld, die dich dazu bringt, manches anzupacken.
Aber ungeduldige Menschen haben auch schon viele Luftschlösser gebaut, die wieder in sich zusammengefallen sind. Sie haben schon manchen Jugendkreis oder manche Gemeinde in große Schwierigkeiten gebracht, weil sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatten. Offensichtlich tun sich ungeduldige Menschen schwer, den Zeitpunkt Gottes zu erkennen.

Bei Jesus sehen wir eine hervorragende Eigenschaft: göttliche Gelassenheit.

  • Jesus lernte Zimmermann, war ganz normaler Bürger von Nazareth bevor er öffentlich auftrat – er wartete bis der Zeitpunkt Gottes da war (Markus 1,15)
  • Jesus konnte sich einem einzigen blinden Bettler zuwenden – obwohl es in der Stadt noch hunderte solcher Bettler gab.
  • Jesus lehrte und heilte in Israel – aber ab einem bestimmten Zeitpunkt („als die Zeit erfüllt war„) wandte er sich Jerusalem zu, weil er dort sterben sollte (Luk 9,51)

Jesus war ganz eng mit dem Vater in Kontakt, weil er auf den Zeitpunkt Gottes warten wollte. Gott legt den Zeitpunkt fest, an dem er handelt, nicht wir. Deshalb heißt es manchmal: Warten – auch wenn es schwer fällt.

Lina Stahl war eine Frau, die ungeduldig war – und trotzdem warten konnte.
Sie hatte jahrelang auf den Knien gelegen und mit Gott gerungen. Ihr größter Wunsch war es, dass der Schlossberghügel bei Bad Liebenzell im Schwarzwald ein „feuerspeiender Berg“ werden soll. Sie wartete, und betete. Sie hoffte und bangte. Und endlich – nach langen Jahren siedelte sich dort eine Missionsgesellschaft an, die später in „Liebenzeller Mission“ umbenannt wurde. Heute hat die Liebenzeller Mission 220 Missionare in 26 Ländern.
Lina Stahl hat auf den Zeitpunkt Gottes gewartet – und dann war er da – und Gott hat Unglaubliches aus dem Gebet dieser unscheinbaren Frau wachsen lassen.

Ich möchte dir Mut machen:

  • Warte auf den Zeitpunkt Gottes – auch in deinem Jugendkreis, Teenkreis oder deiner Jungschar
  • Bete und warte – so wie Lina – Gottes Zeitpunkt wird kommen!
  • Bitte Gott um diese göttliche Gelassenheit – die auch Jesus hatte.
  • Und wenn es manchen Dämpfer oder manche Frust-Erfahrungen gibt: Gott wird zu seinem Ziel kommen – zu seiner Zeit!

Eine Frage persönlich an dich:
Wie wäre es, wenn du heute gleich damit anfängst, Gottes Zeitpunkte im Alltag zu erspüren?
Dass du dich fragst: „Was hat Gott heute mit mir vor? Wen will er durch mich ermutigen, ansprechen, etc“?

3. Zum Schmunzeln:

Der Oberrabiner von Jerusalem ist auf Dienstreise in England. An einem Morgen wacht er sehr früh auf. Es ist Jom-Kippur – der höchste jüdische Feiertag, an dem außer Beten und Fasten alles verboten ist. Er tritt auf den Balkon seines Hotels und blickt direkt auf den Golfplatz. Er denkt sich: „So früh am Morgen wird mich keiner entdecken!“ Er holt also seine Golfausrüstung und geht zum Abschlag des ersten Lochs. Oben im Himmel sagt Petrus zu Gott: „Siehst du, was der Oberrabbiner von Jerusalem am Jom-Kippur macht? Willst du ihn dafür nicht bestrafen?“ Gott nickt. Der Oberrabiner schlägt ab und trifft das Loch mit dem ersten Schlag: ein „Hole-in-one“ – das allergrößte und allerseltenste Ereignis für einen Golfer. Petrus: „Das verstehe ich nicht – Du wolltest ihn doch bestrafen?!“ Da antwortet Gott: „Das habe ich doch! – Denn wem kann er das jetzt erzählen?“

4. Aus der Praxis für die Praxis

Immer wieder höre ich in Jugendkreisen (gerade von den leitenden Mitarbeitern) den Ausspruch: „Meine Jugendlichen sind so passiv. Sie bringen sich fast nicht ein!“
Im EC-Jugendkreis in Hof hat Robert Andörfer ein geniales System entwickelt, wie jeder einzelne im Jugendkreis sich eine Aufgabe aussuchen kann. Und die Hofer Jugendkreisler sind selbst ganz begeistert von dem System.
Wenns dich interessiert, frag einfach Robert Andörfer, wie er damit arbeitet (robert.andoerfer@freenet.de)

Wenn du einen guten Witz weißt oder Ideen für die Rubrik „Aus der Praxis für die Praxis“ hast, schick sie mir. Gute Ideen sind wichtig, so dass auch andere davon zehren können. Schreib von deinem Jugo, Aktionen, Ideen, Veranstaltungen, missionarische Einsätze, Materialspools etc. an s.muench@ec-bayern.de.

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