Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 130] Herbst-Blues

Hallo!
Wie läufts bei euch so? Im Jugendkreis, Teenkreis oder Jungschar?
Jetzt ist ja für die Schüler die heiße Zeit mit den Schulaufgaben / Klausuren und auch für die Studenten hat das neue Semester wieder begonnen.
Manche Jugendarbeiten machen im Herbst eine Aktion – andere fahren auf Jugendtreffen.

Es ist viel los – und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die Tage kürzer werden, die Blätter fallen, die Temperaturen kälter werden. Und die Menschen werden träger.

Ich wünsche dir, dass du in all diesen Spannungsfeldern Zeit und Ruhe hast, Gott zu begegnen, seine Nähe zu suchen, vor IHM still zu werden.

Es segne dich der Allmächtige Gott!

Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Und geht es auch durch dunkle Täler, fürchte ich mich nicht,
denn du, Herr, bist bei mir.
Du beschützt mich mit deinem Hirtenstab.
Psalm 23,4

2. Herbst-Blues

Kennst du das auch: den Herbst-Blues?
Die Blätter an den Bäumen werden bunt und fallen ab. Der Wind pfeift kalt um die Häuserecken. Im Haus ist es warm und gemütlich. Und am liebsten würde man den ganzen Tag am Kamin verbringen und Bücher lesen. Zumindest geht es mir so. Das Problem ist nur: Das Leben geht weiter, die Aufgaben müssen erledigt werden.
Und eins steht fest: Herbst-Blues und unerledigte Aufgaben sind keine gute Kombination ;-)

Vor ein paar Tagen war ich mit dem Auto unterwegs. Ich hatte gerade so eine Herbst-Blues-Phase. Zu Beginn suchte ich Musik für die Fahrt. Bayern 3 und Antenne Bayern gehen mir in solchen Zeiten total auf den Keks. Aber auch die MP3s, die ich gerade im Auto hatte, waren mir einfach zu hektisch.

Da stieß ich auf die CD von Danny Plett: „Wie ein Strom“. Ich setzte mich also in mein Auto, steckte die CD in den Player, lehnte mich zurück und fuhr los. Es war eine Wohltat, diese Lieder zu hören. Ein Mann, der aus dem Herzen heraus singt – von Versagen, von Nöten, vom Gehalten-werden.

Und ein Song ging mir ganz besonders unter die Haut. Da sang Danny Plett: „Warum ist mein Herz so leer, woher kommt nur diese Schwere, wenn ich vor dich treten will, Herr?“

Die Musik, der Text und auch die Ehrlichkeit hüllten mich in diesem Moment ein, wie in ein warmes Tuch. Ich spürte: Das sind nicht nur Worte, das ist nicht nur ein Lied – sondern hier wird jemand ehrlich und offen vor Gott und vor Menschen.
Ich spürte: Ich bin nicht alleine mit meinen Gedanken und Gefühlen – da ist jemand, der ähnliches erlebt wie ich. Aber ich muss nicht dabei stehen bleiben. Ich muss nicht im Dunkeln sitzen, während sich alles um mich herum auftürmt. Ich darf bewußt sagen: Gott ist da! Ich darf IHM vertrauen. Sein Wort gilt – egal, wie ich mich fühle. Und auch wenn ich seine Stimme gerade nicht höre – ich weiß: ER ist da.

„Auch wenn ich sie nicht versteh‘ Deine Grenzenlose Weisheit
Weiss ich doch: Dein Wort ist wahr.
Auch wenn ich Dich noch nicht seh
Und auch nicht Dein Flüstern höre
Wähl ich doch, Dir zu vertrau’n.“

Während ich dem Lied lausche, gehen mir Gedanken durch den Kopf:
Ja das will ich: Ich will wirklich in Gottes Gegenwart kommen. Ich will trotz meiner Fehler und meiner Dummheiten Gott loben und anbeten. Ich will innerlich aufstehen, Gottes Gegenwart suchen und IHN loben und anbeten.
Auch wenn es leise und verhalten ist. Aber es ist Lob und Anbetung. Und darüber freut sich Gott. Ganz bestimmt.

„Doch im Gehorsam steh ich auf,
Suche Deine Gegenwart
Und so lang ich leb, mein Gott,
Bring ich mein Lob als Opfer dar.“

Als das Lied in den Boxen verklungen ist, merke ich, dass Gott gegenwärtig ist im Auto. Er ist da. Trotz unerledigter Aufgaben. Trotz meinem momentanen Gefühlen. Trotz Herbst-Blues. Es ist, als ob er mir die Hand um die Schultern legt und sagt: Du bist mein geliebter Sohn. Du gehörst zu mir. Es spielt keine Rolle, wie du dich fühlst oder wie du dich siehst. Es spielt keine Rolle, ob du meine Gegenwart spürst oder nicht. Ich bin da.

Mit einem Seufzer der Erleichterung stelle ich das Lied auf „repeat“ – das muss ich mir unbedingt noch mal anhören.

3. Link-Tipp

Das Lied „Im Gehorsam steh ich auf“ gibt es als Video auf Youtube (leider in nicht so guter Qualität). http://de.youtube.com/watch?v=j97Kwfdi1ew&feature=PlayList&p=FFDB0255D02795E7&index=0

Halloween:
In zwei Wochen ziehen wieder hunderttausende von Kindern durch die Straßen in Deutschland und fragen: süßes oder saures?
Wer in Teenkreis oder Jungschar ne gute Info aus christlicher Sicht weitergeben will oder den Kindern an der Türe eine Süßigkeiten-Tüte mit Info-Aufdruck über Halloween weitergeben will, kann auf der Seite http://www.marburger-medien.de/shop/index.php?Content=produktdetail&ID=623&Gruppe= fündig werden.

4. Echt witzig

Der Religionslehrer erzählt der Klasse über die Abstammung des Menschen: „Und deshalb sind Adam und Eva unsere Vorfahren.“ Da meldet sich Max: „Aber meine Eltern sagen, wir stammen von den Affen ab!“ - Darauf der Lehrer: „Wir reden hier aber nicht von deiner Familie!“


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Stephan Münch / EC Bayern

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