Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 155] Aufgegeben

Hallo!
Hast du auch schon mal dran gedacht, das ganze Jugendarbeits-Zeug hinzuschmeißen.
Wenn ungerechte Kritik kam oder du von Menschen enttäuscht worden bist? Vielleicht denkst du sogar momentan darüber nach.
Im Jugendleitertraining lesen wir in diesem Jahr das Buch „Abenteuer Jugendarbeit“ von Doug Fields. Es ist meines Erachtens eines der besten Bücher über Jugendarbeit, das es momentan gibt.

In dem Buch hat Doug auf Seite 58 einen Brief abgedruckt, den er von einem Freund erhalten hat. Der Freund wollte auch mit seinem Dienst aufhören. Aber lies selbst.

Ich wünsche dir viel Kraft – gerade in frustrierenden und entmutigenden Situationen – die es in jedem Leben eines Jugendleiters gibt – dass du dich daran erinnerst: GOTT, der Allmächtige ist dein Schutz, dein Halt, dein Auftraggeber!

Dieser Gott segne dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet!
In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so dass wir auch andere trösten können, die wegen ihres Glaubens zu leiden haben. Wir trösten sie, wie Gott auch uns getröstet hat.
2. Kor. 1,3+4

2. Aufgegeben

Doug,
Gestern habe ich mit meinem Dienst aufgehört.
Ich bin es leid, mir ständig anhören zu müssen, dass ich für das Benehmen der Jugendlichen im Gottesdienst verantwortlich sei, als wäre ich der Türsteher der Gemeinde.
Ich bin es leid, Vorwürfe von Eltern zu bekommen, die keinen christlichen Lebensstil führen, aber von mir erwarten, ihre Kinder zu formen und der Jugendarbeit die Schuld geben, wenn ihre Kinder Mist bauen.
Ich bin es leid, dass einige Jugendliche so tun, als wären sie fromm, aber so leben, als hätten sie noch nie von Jesus gehört.
Ich bin es leid, dass Erwachsene, die keine Ahnung von Jugendarbeit haben, mir vorschreiben, wie ich meine Arbeit zu machen habe.
Ich bin es leid, dass einige Leute denken, dass die Art und Weise, wie 1970 Gemeinde gebaut wurde, auch heute funktionieren soll.
Ich bin es leid, dass Menschen sich bei einem dutzend anderer Leute beschweren und rumnörgeln, anstatt zu den Leuten zu gehen, mit denen sie was zu klären haben.
Ich bin es leid, dass Leute denken, man könnte Jugendmitarbeitern nicht vertrauen und müsse sie ständig beobachten.
Unterm Strich: Ich bin es leid, es leid zu sein!

Ich war klug genug und habe niemandem erzählt, dass ich aufgehört habe. Ich bin nach Hause gegangen, habe Zeit mit meiner Familie verbracht, einige Zeit lang gebetet und lange geschlafen. Heute bin ich wieder in die Gemeinde gegangen.
Ich habe Epheser 6,13 gelesen: „Darum greift zu den Waffen Gottes! Wenn dann der schlimme Tag kommt, könnt ihr Widerstand leisten, jeden Feind niederkämpfen und siegreich das Feld behaupten.“
Gott hat mir heute die Gnade gegeben, die Menschen zu lieben, wegen denen ich gestern noch aufhören wollte. Ich bin dankbar dafür, die beste Aufgabe der Welt zu haben, für die Möglichkeit, mich von Gott als einen Kanal für seine Gnade gebrauchen zu lassen, um junge Menschen zu prägen. Ich bin froh, dass, obwohl ich Gott gestern aufgegeben habe, er mich nicht aufgibt.
Heute habe ich die Entscheidung getroffen, durchzuhalten. Denn Gott hat mich zu etwas berufen, das zu wichtig ist, um damit aufzuhören.

Dein Freund
Brian

Eine Frage persönlich an dich:
Hast du auch schon öfters solche Situationen erlebt? Mit wem kannst du darüber sprechen? Hat sich vielleicht sogar Frust angestaut über Monate hinweg? Dann geh hin und suche dir einen Mentor oder Seelsorger. Dein Auftrag ist zu wichtig, als dass du alles hinschmeißt!

3. Tipp für die Praxis

Eine Bekannte hat mir vor ca. zwei Wochen einen Tipp gegeben – ich soll doch mal die ZDF-Sendung „37 Grad“ zum Thema „Generation Porno“ anschauen. Das hab ich dann auch gemacht. Ich bin wirklich sehr erschrocken – bzw. es haben sich meine Befürchtungen bestätigt, was die Porno-Flut im Internet für Auswirkungen hat.

Würd mich auch mal interessieren, was du darüber denkst …

Erster Teil: http://www.youtube.com/watch?v=N-whE5MnZWA
Zweiter Teil: http://www.youtube.com/watch?v=G-ZRb-y64fI
Dritter Teil: http://www.youtube.com/watch?v=VG2ufAoMHkI

4. Echt witzig

Heute ein Witz für alle, die Kinderarbeit machen oder selbst Kinder haben:

Was ist die Unterschied zwischen Brokkoli und einem Popel?
Es ist schwieriger Kinder zu finden die Brokkoli gerne essen…

(Weils wirklich so ist … ;-)


Feedback zu dieser Jugendleitermail?
Schreib an Stephan Münch (s.muench@ec-bayern.de)
oder einfach auf diese Mail antworten – ich bekomme sie direkt zugeschickt.

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