Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 168] Hier ist dein Platz

Hi!
Wie ist es so angelaufen in den ersten Wochen nach den Ferien mit deiner Gruppe? Bist du schon wieder voll im Stress – oder bist du gerade frustriert, dass so wenig vorwärts geht?
Ich merke, dass es mir immer wieder gut tut, Menschen vor Augen zu halten, die am Ziel festgehalten – und auch durchgehalten haben. Dazu unten mehr.

Ich wünsche dir für diese Woche, dass Gott dir hilft, das Ziel im Auge zu behalten und nicht aufzugeben. ER hat die Dinge in seiner Hand

Es segne dich der Gott, der alles überblickt und keinen Fehler macht

Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Vergeßt nicht, wie sie (die geistlichen Leiter) Gott bis zu ihrem Lebensende die Treue gehalten haben. Nehmt euch ihren Glauben zum Vorbild. Hebr. 13,7b

2. Hier ist dein Platz

Vielleicht erinnerst du dich noch an die JLMs, die ich über Shane Claiborne geschrieben habe. Unter der Überschrift „Ich muss verrückt sein“ hab ich von dem berichtet, was mich am Leben dieses „verrückten“ Mannes so fasziniert. (siehe: http://www.jugendleiternetz.de/?i=jlm)

Ein Resultat dieses Buches war, dass ich mir vorgenommen habe, für eine Woche oder ein paar Tage auch dorthin zu gehen, wo Menschen wirklich alles für Jesus geben.

Shane ging nach Kalkutta und arbeitete bei Mutter Theresa mit.

Also meldete ich mich in Dresden beim „Stoffwechsel e.V.“ an, ob ich dort ein paar Tage mitarbeiten könnte (www.stoffwechsel.org) Prompt kam die Antwort zurück: „Du kannst gern kommen – wir freuen uns auf dich“.

So verbrachte ich drei Tage im September in Dresden. Leider war wenige Wochen vorher Sabine Ball, die Gründerin von Stoffwechsel e.V., gestorben. Ich hätte sie gerne kennen gelernt.

Kafffi (Ralf Knauthe), der Mitbegründer von Stoffwechsel, hat mich gleich in die Stube von Sabine Ball eingeladen. „Hier hat sie immer gesessen und mit den Leuten geredet“ erklärte er mir. Der ganze Raum atmete noch die Anwesenheit dieser großartigen Frau. „Mutter Theresa von Dresden“ hat sie der Bürgermeister von Dresden genannt. Und das war sie auch.

Ich war beeindruckt von dem Gespräch mit Knafffi, von den verschiedenen Programmen, die die inzwischen über 40 Mitarbeiter und 60 Ehrenamtliche in Dresden auf die Beine stellen. Kinder und Jugendliche werden mit Spiel, Spaß, biblischen Geschichten und sozialen Programmen betreut, damit ein innerlicher und äußerlicher Stoffwechsel passieren kann.

Aber was mich am meisten beeindruckte war der Beginn – der Anfang der Geschichte.
Sabine Ball –ausgewandert in die USA, Heirat eines Millionärs, Gründung einer Hippie-Kommune. Und schließlich sagte ihr Gott: „Geh nach Deutschland und fange etwas neues an in meinem Namen“.

Und so kam sie nach Dresden. Sie ging mit ihren 65 Jahren betend durch die Dresdner Neustadt. „Was willst du von mir, Herr“. Und plötzlich sagte Gott zu ihr: „Hier will ich dich haben. Hier ist dein Platz.“ Sie sah sich um und sah verfallene Altbauten, besetzte Häuser, heruntergekommene Fassaden, löchrige Straßen. Zuerst konnte sie es nicht glauben, dass Gott sie dort haben wollte – aber dann wagte sie es doch.

Sie fing an mit einem kleine Café an einer Ecke in der Martin–Luther–Straße mitten in der Stadt. Dort konnten Obdachlose, Jugendliche u.a. etwas zu essen bekommen. Sie fanden ein offenes Ohr und ganz praktische Hilfe. Ein kleiner, bescheidener Anfang. Und es war oft finanziell schwierig.

Aber Gott trug sie durch die Jahre hindurch. Die Arbeit wuchs und verlagerte sich immer mehr auf Kinder und Jugendliche. Heute arbeitet der „Stoffi“ in verschiedenen Stadtteilen mit unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden zusammen und es werden jede Woche buchstäblich hunderte von Kindern am Rande der Gesellschaft erreicht.

Wahnsinn, was Gott aus so einem kleinen Anfang machen kann.
Und nur deshalb, weil eine 65-jährige Frau gesagt hat: „Herr, was willst du, was ich tun soll?“

Das fordert mich heraus, wirklich auf das zu hören, was Gott sagt.
Und wenn in meinem Arbeitsbereich manchmal nur kleine Schritte – oder vielleicht sogar herbe Rückschläge zu verzeichnen sind, dann will ich mich an Sabine Ball erinnern, die mit 65 Jahren auf Gott hörte.

Eine Frage persönlich an dich:
Wo fordert dich Gott momentan heraus?
In deinem persönlichen Umfeld, in deiner Gruppe, in deinem Leben?
Wo sagt er vielleicht: Hier ist dein Platz!

Mehr zu Stoffwechsel und Sabine Ball unter www.stoffwechsel.com

3. Tipp für die Praxis

Church-Night 2009: KeinAngstHasen
Church-Night ist eine Aktion zur Wiederbelebung des Reformationstages. Auch 2009 können Gemeinden oder Jugendgruppen am 31.10.2009 mitmachen. Church-Night ist ein Netzwerk aus zahlreichen Veranstaltungen in der ganzen Bundesrepublik und darüber hinaus, daher kann sich jeder kostenlos registrieren und auf die zahlreichen Ideen und Arbeitshilfen zurückgreifen. In diesem Jahr steht die Aktion erstmals unter einem inhaltlichen Thema „KeinAngstHasen“.
Informationen: www.churchnight.de

4. Echt witzig Neulich bei einer Trauung … „Moment mal“, sagt der Bräutigam und wird blass, „für wie lange, Herr Pastor?“


Hast du was Geniales mit Gott erlebt?
Dann schreib mir – und dein Erlebnis kann eine Ermutigung für viele JLM-Bezieher werden.
Entweder an: s.muench@ec-bayern.de oder einfach auf diese Mail antworten.

Stephan Münch – EC-Bayern

Neueste Beiträge

18 Kennenlernfragen: Mit diesen Fragen brichst du das Eis in jeder Gruppe

Wie ein Reh im Scheinwerferlicht schauen mich acht Augenpaare an. Es ist der erste Abend…

29. April 2021

Gottes Meisterwerk: Warum du kreativer bist als du denkst

Viele Menschen halten sich nicht für »kreativ« – aber da liegen sie falsch. Wir alle…

20. April 2021

Das Lockdown-Paradox: Wie bekomme ich mein Zeitgefühl zurück?

Wir leben in einer seltsamen Zeit, die wenig Struktur und Neues bietet. Wie können wir…

16. April 2021

Sex, Verzweiflung, Mord und die Unterstellung eines rassistischen Motivs

Die Nachrichten über Waffengewalt aus den USA scheinen kein Ende zu nehmen. Vor zwei Wochen…

6. April 2021

Gute Nachricht schlecht verpackt? Das muss nicht sein [4 Tipps]

Evangelisation muss nicht zum Fremdschämen sein. Wie können Jugendleiter:innen das Teilen des Evangeliums jungen Menschen…

25. März 2021

Bringen wir Jugendlichen bei, ihre Sünden zu bekennen oder zu verbergen?

Machen wir unsere Kinder zu Heuchlern? Schaffen wir ein Umfeld, in dem Teens das Gefühl…

17. März 2021