Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 175] Schalt mal ab!

Hi!
Na – wie viele SMS, Mails, ICQ-Nachrichten hast du heute schon geschrieben?
Ich merke, wie diese Flut von Informationen uns auslaugt und immer unter Strom hält.

Gerade bei Mitarbeitern in der Kinder- und Jugendarbeit – eigentlich bei allen Mitarbeiter – ist es wichtig, dass sie ihr Leben aus der Begegnung mit Gott heraus führen. Tägliche Stille Zeit, Hören auf Gott, Gebet – sind die Grundlage dafür, dass du andere Menschen geistlich prägen kannst.

Deshalb heute dieses Thema: Schalt mal ab!
Nur wer abschaltet, kann sich öffnen für das Reden Gottes!

Ich wünsche dir, dass du aus dieser täglichen Begegnung mit Gott, aus dem Reden und Hören bei IHM, mit neuer Kraft weiter gehen kannst. Jeden Tag.

Der Allmächtige segne dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

«Geht jetzt an einen einsamen, stillen Platz!» sagte Jesus zu ihnen. «Ihr habt Ruhe nötig!» Es waren nämlich so viele Menschen bei ihnen, daß sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden.
Deshalb fuhren sie mit dem Boot an eine einsame Stelle.
Markus 6,31+32

2. Schalt mal ab!

Ich habe innerhalb von 4 Tagen 80 Mails bekommen – auch einige Spams. Und das sage ich nicht mit Stolz, sondern weil ich darunter leide. Ich sitze Stunden vor dem Computer und beantworte Mails – und ich frage mich oft danach: „Was habe ich überhaupt effektiv gemacht?“ Durch das ständige Eindringen von Meldungen und Nachrichten wird das konzentrierte Arbeiten bzw. Abschalten total schwer.

Gestern abend ging es bei Beckmann auch um dieses Thema:
Es waren Günther Jauch und Frank Schirrmacher (Mitherausgeber der FAZ) zu Gast. Sie diskutierten über das Informationszeitalter, das von zig Mails, SMS, Informationen usw. am Tag geprägt ist.
Schirrmacher sagte: „Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass jede kleine Störung dazu führt, dass wir 25 Minuten brauchen, um uns wieder auf das ursprüngliche Thema zu konzentrieren. Und wir werden ständig durch Mails, SMS, Nachrichten gestört.“

Ein praktisches Beispiel:
Da treffen sich 5 Leute zu einer Besprechung. Alle haben sich einen Abend frei genommen, sind lange Strecken gefahren, um eine Sache zu planen. Und dann klingelt ein Handy „Ich geh nur schnell ran“. Und dann kommt eine SMS – und alle schauen auf das blinkende Handy am Tisch.
Solche Situationen habe ich schon häufig erlebt – und sie haben mich immer genervt.

Eins ist klar: Unsere Welt ist so, wie sie ist. Ich werde weiterhin zig Mails jeden Tag bekommen. Und es gibt weiterhin ICQ, Twitter, Skype und Facebook. Und das ist ok so. Diese Werkzeuge bergen auch einen großen Schatz in sich. Missionarische, soziale und geniale organisatorische Möglichkeiten.

ABER:
Die entscheidende Frage ist:
Werde ich von diesen Nachrichten bestimmt, die auf mich einströmen –
oder bestimme ich selbst meinen Alltag.

Kann ich z. B. ICQ oder Skype ausschalten? Kann ich Facebook, das Mailprogramm und andere Sachen auslassen, um zuerst die wichtigen Dinge zu tun?
Weil ich selbst täglich damit zu kämpfen habe, habe ich mir folgende Prioritätenliste gemacht – als Rangfolge, was mir wirklich wichtig ist:

1. Die persönliche Begegnung mit Gott (Gebet, Bibellesen, Stiller Tag, Hören auf Gott)
2. Die persönliche Begegnung mit Menschen (Familie, Freunde, Mitarbeiter, Jugendleiter, etc.)
3. Die tägliche Kommunikation per Telefon, Mail, SMS, etc.

Das sieht ganz praktisch so aus:

  • Wenn ich morgens in mein Büro komme, dann lese ich zuerst in der Bibel oder bete. Erst dann schalte ich mein Mailprogramm ein, höre den Anrufbeantworter ab, mache meinen Tagesplan. Wenn ich zuerst den Computer einschalte, komme ich nicht zur Begegnung mit Gott!
  • Wenn jemand bei mir ist und mit mir reden will in meinem Büro, dann hebe ich das Telefon nicht ab. Dann schaue ich nicht auf mein Handy, wenn eine SMS kommt. Denn die Person vor mir ist wichtiger als derjenige, der mir eben mal gerade eine Nachricht schicken will!

Fazit:
Jeder muss hier seine eigenen Wege finden, wie er mit der Informationsflut umgeht. Sie einfach nur wegzuschieben oder auszuschalten ist eher Hilflosigkeit. Wir müssen aber lernen, dass uns diese Dinge dienen – und nicht wir ihnen!

Eine Frage persönlich an dich:
Wann schaltest du deinen Computer, ICQ, Skype und das Handy aus, um eine halbe Stunde mit Gott allein zu sein. Mit ihm zu reden, auf ihn zu hören?
Warum nicht jetzt sofort?

3. Tipp für die Praxis

Eine gute Hilfe um still zu werden, ist, eine Kerze anzuzünden, sich einen warmen Tee zu machen und in einen Sessel zu setzen. Dann ist eine neue Umgebung geschaffen, die es ermöglicht Gott ohne Ablenkungen zu begegnen.
Manche haben eine Ecke in ihrem Zimmer / ihrer Wohnung eingerichtet, wo sie regelmäßig Gott begegnen. Dort steht ein Kreuz, liegt eine aufgeschlagene Bibel, ein Gebetstagebuch, eine Kerze.

4. Echt witzig

Mutter schickt ihr Kind in die Kirche und gibt ihm 10 Mark für die Kollekte mit. Als das Kind wiederkommt, hat es eine Tüte Gummibärchen in der Hand. Woher hast du die denn?, fragt die Mutter. Na von dem Geld das du mir gegeben hast. Das war für die Kirche!! Ja, meint das Kind, aber der Eintritt war umsonst!


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de/?i=jlm findest du alle bisherigen Jugendleitermails unter dem jeweiligen Thema der JLM als Download.
Einige Themen: Mentoring / Ich muss verrückt sein – Shane Claiborne / Internetpornografie (unter: „Ein heikles Thema“) u.a.

Viel Spaß beim Stöbern
Stephan Münch – EC-Bayern

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