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[Jugendleitermail 185] Neue Leiter braucht das Land!

Hi!
Hast du manchmal den Eindruck, dass du alles alleine machen musst? Dass der Hauptteil der Arbeit immer an dir hängen bleibt? Dass es kaum Leute gibt, die dir Arbeit abnehmen in deinem Kreis?
Dann ist diese Mail vielleicht eine Anregung für dich, sich bewusst um hoffnungsvolle junge Leiter und Mitarbeiter zu kümmern. Das kann schon mit 14 oder 15 Jahren anfangen.
Nur wer in neue Mitarbeiter und junge Leiter investiert, wird sich selbst vervielfältigen können.
Mehr dazu unten.

Du tust eine wertvolle Arbeit
– für die Kinder und Jugendlichen, die dir anvertraut sind.

  • für Jesus, der sich über dich freut :-)
  • für die Gesellschaft – denn in deinem Kreis werden echte Werte vermittelt!

Gott segne dich persönlich und in diesem wertvollen Dienst!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Am See Genezareth traf Jesus den Fischer Simon und dessen Bruder Andreas. Sie warfen gerade ihre Netze aus. Da forderte Jesus sie auf: «Kommt mit mir! Ich will euch zeigen, wie ihr Menschen für Gott gewinnen könnt.»
Sofort ließen die beiden Männer ihre Netze liegen und gingen mit ihm.
Markus 1,16-18

2. Neue Leiter braucht das Land!

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Ich war 16 Jahre alt und jemand aus der Gemeinde fragte mich, ob ich die Jungschar übernehme. Und als eifriger Mitarbeiter hab ich ohne lange nachzudenken „Ja“ gesagt. Es gab keine Einführungsschulung, keine weiteren Mitarbeiter, kein Coaching und keine Jungscharler.

Plötzlich war ich Jungscharleiter und musste eine Jungschar aufbauen …

Ich weiß nicht, wie deine Einführung in die Mitarbeit ausgesehen hat. Vielleicht war es ähnlich. Aber vielleicht auch ganz anders.

Wie kannst du heute Mitarbeiter gewinnen, an die Mitarbeit heranführen, in der Mitarbeit begleiten? - für deine Jungschar, Jugendkreis, Lobpreisteam, Kindergottesdienst etc.?

Dazu ein paar Gedanken.
Es gibt drei grundlegende Dinge, wenn es um Mitarbeitergewinnung geht:

1. Potenzial erkennen
Zunächst geht es darum, das Potenzial zu erkennen, etwas zu sehen, das der einzelne vielleicht selbst noch gar nicht erkennt. Und dann dieses Potenzial zu wecken. In persönlichen Gesprächen, Mitarbeiterbesprechungen, etc.

2. In einen Menschen investieren
Jeder von uns hat Menschen, die ihn in seiner Entwicklung begleitet haben, ihn motiviert, für ihn gebetet haben. Dann sollten wir für uns von unseren Erinnerungen motivieren lassen und dieselbe Rolle für andere spielen.

3. Verantwortung übertragen
Am Ende des Mitarbeiterprozesses ist es wichtig, die Verantwortung wirklich abzugeben. Es bringt nichts, einen gereiften jungen Leiter weiterhin an der langen oder kurzen Leine zu halten. Er braucht Freiraum, sich zu entfalten -– OHNE dich!

Wie hat es Jesus gemacht?
Jesus wählte seine Jünger sorgfältig aus. Er nahm sich Zeit, betete intensiv, bevor er sie auswählte. Er wusste, dass er ihnen in nicht allzu ferner Zukunft die Führung der Gemeinde übertragen würde. Er musste sicher sein, Leute auszuwählen, die das Potenzial hatten, dieser Verantwortung gerecht werden zu können.
Und so investierte Jesus ganz gezielt in das Leben dieser 12 Männer. Er verbrachte viel Zeit mit ihnen. Er lehrte sie. Er förderte sie. Er konfrontierte sie mit ihren Schwächen. Er motivierte sie. Er tadelte sie. Er inspirierte sie.

Einige Monate später ging Jesus zur dritten Phase über: Er vertraute ihnen echte Verantwortung an und coachte sie so lange, bis sie alleine arbeiten konnten.
Als Jesus dann zurück zu seinem Vater ging, waren die Jünger im Stande in der Kraft des Heiligen Geistes eine vollkommen neue Gemeinschaft aufzubauen, die heute die größte Religionsgemeinschaft der Welt ist.
Bill Hybels schreibt: „Ich frage mich manchmal, wie viel Einfluss die Gemeinde Jesu in dieser Welt hätte, wenn sich Gemeindeleiter bewusster um die Ausbildung von Nachwuchs kümmern würden. Mehr Leiter könnten mehr Dienstbereiche ins Leben rufen, die mehr Bedürfnissen begegnen. Mehr Leben könnten geistlich verändert werden. Mehr Ehen und Familien könnten Heilung erfahren. Mehr Mittel könnten an die Armen weitergegeben werden. Könnten Sie sich das überhaupt vorstellen? In 20 Jahren könnte die Welt völlig anders aussehen!“

Einige Fragen persönlich an dich:
Wie viel Zeit investierst du pro Woche in Nachwuchs-Mitarbeiter?
Wie wäre es, wenn du mindestens eine halbe Stunde / Woche ganz bewußt in neue Mitarbeiter investierst (z. B. nach dem Jugendkreis). Und dann vielleicht noch 2 Stunden / Monat (z. B. jemanden zum Essen einladen etc.)
In diesen Gesprächen geht es dann um das geistliche Leben, um Stärken und Schwächen, um Feedback einer Andacht, etc.
Wenn du das mit einem Mitarbeiter machst, dann wirst du in einem Jahr einen motivierten und geistlich ermutigten Mitarbeiter heranwachsen sehen!

3. Tipp für die Praxis

Wenn du an dem Gedanken von heute weiter arbeiten willst, kannst du dir das Seminarkonzept „Neue Mitarbeiter gewinnen“ aus dem Jugendleiternetz downloaden.
Du findest es unter http://www.jugendleiternetz.de/?i=material&p=fuerma

4. Echt witzig

Ein kleines Mädchen sitzt mit seinem Vater im Gottesdienst. Während der Predigt langweilt sich das Mädchen furchtbar und wir immer unruhiger.
Schließlich hält sie es nicht mehr aus und fragt ihren Vater: „Papi, wenn wir dem Pfarrer die Kollekte jetzt schon geben, können wir dann früher gehen?“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de/?i=jlm findest du alle bisherigen Jugendleitermails unter dem jeweiligen Thema der JLM als Download.

Viel Spaß beim Stöbern
Stephan Münch – EC-Bayern

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