Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 190] Vorbilder: Maria und Martha

Hallo!
Wie im letzten Jahr werden einige Teilnehmer des Jugendleitertrainings (http://www.jugendleiternetz.de/?i=intensivzeit) eine JLM schreiben. Heute ist Alexandra aus Neuenmarkt dran.

Wer ihr ein nettes Feedback schreiben möchte kann ihr eine Mail im Jugendleiternetz schreiben (http://www.jugendleiternetz.de/?i=user-197) oder einfach diese Mail beantworten – ich leite das dann weiter.

Es gibt nichts Genialeres, als das Reich Gottes zu bauen – dadurch werden Menschen für die Ewigkeit gewonnen!

Ich wünsch dir für diese Woche Gottes reichen Segen.
Dein
Stephan

1. Ein Abschnitt zum Nachdenken

Lukas 10,38-42
38 Als sie aber weiter zogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. 39 Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. 40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! 41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. 42 Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

2. Vorbilder: Maria und Martha

Hi! Ich heiße Alex, bin Jugendleiterin in Neuenmarkt / Oberfranken und mache dieses Jahr beim Jugendleitertraining mit. Stephan gab uns die Aufgabe eine JLM über unsere biblischen Vorbilder zu schreiben.

Bis jetzt hatte ich noch niemand Konkretes als Vorbild. So durchforstete ich mein Bücherregal und stieß auf das Buch „Große Frauen der Bibel“ vom Herder-Verlag. Das Kapital über Maria und Marta sprach mit am Meisten an. Deshalb beschäftigte ich mich mit den Beiden genauer. Einige Gedanken dazu bekommt ihr jetzt:
Beide Frauen – Maria und Martha - haben ihre Vor- und Nachteile und können Vorbilder fürs Leben und vor allem für den Glauben sein. Nur wenn wir beide Charaktere zusammenfügen kann wirklich gute Gastfreundschaft daraus resultieren.

Besonders bei der Arbeit mit Jugendlichen ist Beziehung und Offenheit wichtig, aber sie fühlen sich auch wertvoll, wenn man sie bedient und sie realistisch ermahnt.
Wir müssen in jeder Situation immer wieder neu entscheiden, was gerade dran ist. Wichtig ist es offen zu sein, um Dinge auszuprobieren und uns ihnen ganz zu widmen, aber auch für Veränderungen und neue Entscheidungen oder Versuche. Jesus verlangt von uns nicht, dass wir möglichst viel Sichtbares für ihn schaffen (etwa Jugendgruppen mit 30 Teens an fünf Abenden pro Woche usw.) oder irgendetwas unter Zwang zu tun.
Nein, er findet es gut, wenn wir praktische Dinge für ihn verrichten, aber das Wichtigste ist, dass wir mit ihm Zeit verbringen! Er will zu uns kommen, wenn wir ihm Raum in unserem Leben geben.

In dieser konkreten Situation (Lukas 10,38 ff) macht Jesus die deutliche Aussage, dass nur eines notwendig ist – ihm zuzuhören. Interessant ist aber, dass in den Versen direkt vorher vom barmherzigen Samariter die Rede ist, der ganz klar aktiv ist und Jesus es auch von uns verlangt.
Das bringt mich zu dem Schluss, dass wir mit Jesus zusammen entscheiden müssen, was besser zur Situation passt. Wir können ihn im Gebet fragen, was er für richtig hält und das sollten wir tun.

Was ist für mich die Vorbildfunktion in dieser Geschichte? Dazu muss ich euch noch kurz etwas zu mir erzählen. Ich suche schon lange nach meinen Gaben und bin immer wieder enttäuscht gewesen, wenn ich dachte, ich kann es besonders gut und es dann doch nicht so war. Das führte dazu, dass ich annahm, keine besondere Gabe zu haben. Bei unserem ersten Treffen des Jugendleitertrainings besprachen wir dann ein Persönlichkeits-Profil (Big5), das zuvor jeder gemacht hatte. Dabei kam heraus, was ich eigentlich schon wusste – alles Mittelmaß.

Im Laufe des Tages wurde mir dann aber klar, dass das genau das Richtige für mich ist. Durch meine Persönlichkeit fällt es mir leicht, mich in andere hinein zu versetzen, seelsorgerliche Gespräche zu führen und einfach zu vermitteln. Wenn das keine Gabe ist!

Ich habe erkannt: Mittelmaß ist ein Vorteil, zumindest in der Arbeit mit anderen Menschen. Das gilt für meinen Einsatz in der Gemeinde – aber auch für meine Arbeit als Erzieherin im Kindergarten.
Jetzt ist es noch an der Zeit, auch ein Gleichgewicht zwischen aktiven „Was für Jesus tun“ und Zeit mit ihm verbringen und auftanken, zu schaffen.

Wie sieht es bei dir aus?

3. Tipp für die Praxis

Unter http://www.rpi-loccum.de/schzeit.html findet ihr einen Stundenentwurf zu dem Thema – eigentlich für eine 7. Klasse. Aber ich finde, man kann ihn auch gut in der Jugendgruppe verwenden.

Weitere weibliche Vorbilder findest du im Buch: „Große Frauen der Bibel“ von Herder.

4. Echt witzig

„Schönes Wetter heute, nicht wahr?“
„Ja, der Regen ist schon viel wärmer geworden!“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de/?i=jlm findest du alle bisherigen Jugendleitermails unter dem jeweiligen Thema der JLM als Download.

Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

Neueste Beiträge

18 Kennenlernfragen: Mit diesen Fragen brichst du das Eis in jeder Gruppe

Wie ein Reh im Scheinwerferlicht schauen mich acht Augenpaare an. Es ist der erste Abend…

29. April 2021

Gottes Meisterwerk: Warum du kreativer bist als du denkst

Viele Menschen halten sich nicht für »kreativ« – aber da liegen sie falsch. Wir alle…

20. April 2021

Das Lockdown-Paradox: Wie bekomme ich mein Zeitgefühl zurück?

Wir leben in einer seltsamen Zeit, die wenig Struktur und Neues bietet. Wie können wir…

16. April 2021

Sex, Verzweiflung, Mord und die Unterstellung eines rassistischen Motivs

Die Nachrichten über Waffengewalt aus den USA scheinen kein Ende zu nehmen. Vor zwei Wochen…

6. April 2021

Gute Nachricht schlecht verpackt? Das muss nicht sein [4 Tipps]

Evangelisation muss nicht zum Fremdschämen sein. Wie können Jugendleiter:innen das Teilen des Evangeliums jungen Menschen…

25. März 2021

Bringen wir Jugendlichen bei, ihre Sünden zu bekennen oder zu verbergen?

Machen wir unsere Kinder zu Heuchlern? Schaffen wir ein Umfeld, in dem Teens das Gefühl…

17. März 2021