Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 193] Barnabas – der Mentor

Hallo!

Wie war euer Osterfest? Ich war auf der Osterkonferenz in Gunzenhausen und hab mich von Gott beschenken lassen. Es ist so ermutigend, wie viele an die Auferstehung glauben und mit mir gefeiert haben. Gott ist der Sieger, und er hat die Macht sogar über den Tod. Cool, dass wir seine Kinder sein dürfen.
ÜBRIGENS: die Predigten von HP Royer und HJ Eckstein gibt es als MP3 mit ein paar Bildern von der Osterkonferenz auf www.oko-bayern.de.

Außerdem gibt es ab heute alle JLMs im Direktversand von der Homepage www.jugendleiternetz.de – die yahoogroup „Jugendleitermail“ wird demnächst gelöscht.
Danke an Sven - er hat zig Stunden in die neue Homepage gesteckt – und die ist echt genial geworden!

Gott segne dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten. (Markus 8,35)

2. Barnabas – der Mentor

Hey, ich heiße Esther und bin Jugendleiterin in Ingolstadt. Da ich beim Jugendleitertraining mit mache, darf ich heute eine JLM zum Thema biblische Vorbilder schreiben. Letztens habe ich eine Predigt über Barnabas gehört und will euch heute an dieser Stelle ein bisschen was über diesen Mann erzählen.

Manche denken jetzt vielleicht, wer war Barnabas gleich wieder. Nein, nicht Barabas, dessen Freilassung gefordert wurde, als sie Jesus ans Kreuz bringen wollten. Barnabas ist zum Beispiel als Begleiter von Paulus bekannt. Ein Mann, ohne den wir wahrscheinlich ein Evangelium und 13 Briefe weniger im neuen Testament lesen könnten, obwohl er keinen Brief selbst geschrieben hat. Na, habt ihr schon Falten auf der Stirn, wie das gehen kann? Aber in der Überschrift könnt ihr es ja schon lesen. Er war ein Mentor.
Was ist eigentlich ein Mentor. Oft lesen wir dieses Wort, aber auf was kommt es bei einem Mentor an?
Ein Mentor ist jemand mit einer dienenden, gebenden, ermutigenden Haltung, der das Potential in einer noch zu entwickelnden Person sieht und der ihr hilft das volle Potential zu entfalten. Kurz: Jemand, der einen Anderen versucht erfolgreich zu machen.

Für welchen Bereich in deinem Leben wünschst du dir einen Mentor, und wer könnte das sein?
Für wen könntest du ein Mentor sein, und in wen möchtest du dich investieren? Oder fühlst du dich mit dieser Aufgabe überfordert?
Barnabas heißt übersetzt Sohn des Trostes, oder auch Sohn der Ermutigung und Ermahnung, und zeigt uns als dieser, wie wir ein Mentor für andere sein können.

1. Barnabas begegnet uns in Apg. 9, 26ff, als Paulus das erste Mal nach seiner Bekehrung nach Jerusalem kommt. Paulus hatte die Christen verfolgt und war an der Steinigung von Stephanus beteiligt gewesen. Die Christen trauten ihm nicht, und fürchteten sich vor ihm. Barnabas aber sah die nutzlosen Versuche von Paulus Kontakt zu den Christen zu bekommen, ging auf ihn zu und lud ihn zu sich nach Hause ein. Vielleicht war Barnabas sich auch nicht so sicher, ob er Paulus vertrauen konnte, aber er hatte sich entschlossen Gott mehr zu gehorchen als seiner eigenen Angst. Und er entdeckte Paulus‘ unwahrscheinliches Potential und setzte sich für ihn in der Gemeinde ein, so dass er aufgenommen und anerkannt wurde.
Gibt es in deinem Jugendkreis jemand, in dem du Potential entdeckst, dass nicht gefördert wird, jemand, auf den Gott dich aufmerksam macht?

2. Paulus musste aber bald aus Jerusalem fliehen, weil die Juden ihn aus dem Weg räumen wollen und er geht zurück in seine Heimatstadt nach Tarsus. In Apg. 11, 19 – 30 geht dann aber die Geschichte von Barnabas und Paulus weiter. Barnabas wurde, da „er ein bewährter Mann, voll heiligen Geistes und Glaubens war“ (V. 24), von der Jerusalemer Gemeinde nach Antiochia gesendet. Dort ist die erste Heidenchristliche Gemeinde entstanden und Barnabas sollte dort unterstützend und eventuelle Fehlentwicklungen korrigieren. Aber als er dort war stellte er fest, das Gott großes gewirkt hatte und er brachte als Sohn der Ermahnung seine Gaben ein und festigte die Leute im Glauben. Da die Gemeinde weiter wuchs erinnerte Barnabas sich an Paulus. „Den könnten wir hier brauchen mit seinen Gaben und er könnte hier noch was lernen und sich ausprobieren!“ Paulus und Barnabas arbeiteten dann 1 Jahr lang zusammen in Antiochia und Paulus konnte in die Gemeindearbeit hineinwachsen.
Um ein Mentor zu werden muss ich mich also selbst bewähren und im Glauben und vertrauen auf Gott und der Abhängigkeit von Jesus wachsen.
Wo können wir die Entwicklung von Potential unterstützen, wie können wir einen Raum, wo Jugendliche sich ausprobieren können?

3. In Apg. 13, 1-3 wird dann darüber berichtet, dass der Heilige Geist Barnabas und Paulus in die Pioniermission berief. Die Gemeinde sandte sie aus und sie nahmen Johannes Markus als Gehilfen mit (ein weiterer Menti von Barnabas, dieser schrieb später das Markusevangelium). Anfang heißt es in den Reiseberichten immer Barnabas und Paulus. Aber irgendwann lesen wir nur noch Paulus und seine Begleiter (V.13). Plötzlich steht Paulus im Vordergrund. Doch Barnabas konnte zurücktreten und hat dem jungen und begabten Paulus die Leitung überlassen. Er zog sich nicht beleidigt zurück als der von ihm geförderte ihn überholte.

Ein Mentor macht seinen Wert also nicht von seiner Position abhängig, sondern von Gott und freut sich, wenn andere etwas besser können als er, weil Gott der Geber der Gaben ist.

Barnabas war nicht fehlerlos, doch das jetzt hier zu schreiben, würde den Rahmen sprengen. Aber er investierte sich in andere und war ein guter Mentor, weil er sich auch selbst etwas sagen lies und von anderen lernte.
Unser Job als Jugendleiter und Jugendmitarbeiter ist zwar oft sehr hart, aber wir arbeiten als Multiplikatoren. Durch unsere Arbeit und dadurch, dass wir uns von Gott gebrauchen lassen, wachsen andere im Glauben und helfen später wieder anderen im Glauben zu wachsen. Das ist also doch der Aufwand Wert. Ich bin Gott so dankbar, dass er mich an diesen Platz als Jugendleiter gestellt hat, trotz der Entmutigungen, trotz dem, dass es oft so aussieht, als würde gar nichts vorwärtsgehen, trotz dem, dass oft nur wenig Wertschätzung dem entgegengebracht wird, was ich tue.

3. Tipp für die Praxis

Falls ihr über Barnabas noch ausführlichere Infos wollt, könnt ihr mir gerne schreiben, dann schicke ich euch den Rest der Predigt. (lindauer.esther@gmail.com )

4. Eine Minute für …

Den Ingolstädter Jugendkreis gibt es erst seit 1,5 Jahren. Wir sind um die 12 Leute, was also voll cool ist, und worüber ich echt nur staunen kann. Momentan leite ich den Jugendkreis noch allein, aber ab Mai werden wir das BASISLAGER starten. Es soll eine Plattform für einige Jugendliche sein sich auszuprobieren und in ihren Gaben zu wachsen. Betet dafür, dass Gott wirkt und sie vorbereitet. (Ich bin nur noch ein gutes Jahr in Ingolstadt und sie werden dann den Kreis selbst leiten müssen)

5. Zwei kurze Witze

Warum essen Ostfriesen keine Brezen?
Weil sie den Knoten nicht aufkriegen.

Wie kriegt man einen Bayern zum Bellen?
„Da drüben gibts Freibier?“
„Wou Wou wou?“

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