Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 197] Marathon

Hallo!

Wie läufts bei dir so in deinem Leben mit Gott? Wie läufts so in deiner Gruppe?
Es wäre genial, wenn es richtig gut läuft und du eine gute Perspektive hast.
Vielleicht ist es aber auch gerade herausfordernd und schwierig – für dich persönlich oder für deinen Kreis.
Dann hoffe ich, dass dich diese Mail wieder neu ermutigt!

Gott segne dich und schenke dir einen neuen Weg, den du gehen kannst!
Dein
Stephan

1. Wort zur Ermutigung

Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, laßt uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.
Hebr. 12,1+2

2. Marathon

Heute morgen hab ich echt gedacht, ich bin verrückt. Warum hab ich mich bloß zum Marathon in Fürth am 13.06.2010 angemeldet? Als ich heute um 7.15 Uhr zu meinem ersten Übungs-Halbmarathon aufgebrochen bin, gings mir noch ganz gut. Aber irgendwann zwischendrin hab ich schon ein bisschen an mir gezweifelt, was mich denn da geritten hat. Und als ich schließlich zuhause war (nach 2,5 Stunden) hab innerlich aufgestöhnt: „Ich muss ja praktisch die gleiche Strecke noch mal laufen am 13.06.!“ … Naja – ich hab ja noch ein bisschen Zeit zum Trainieren.
Und wenn ich heute den Halbmarathon geschafft hab – dann werde ich vielleicht sogar auch den Marathon im Juni schaffen …

Während meinem Lauf heute morgen hab ich immer wieder an einen Vers aus Hebräer 12,1+2 denken müssen: Laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete.“
Immer wieder kam mir dieser Vers in den Sinn und ich hab ihn leise vor mich hingesprochen – und mir dabei so meine Gedanken gemacht.

Das Leben mit Jesus ist ja wie beim Marathon.
Das ist auch ein Kampf. Eine große Herausforderung. Eine Hürde, die es zu bewältigen gilt. Und das geht ans Eingemachte. Und man braucht dazu viel Geduld. Wer sofort lossprintet und alle Kraft am Anfang verbraucht – der wird nach wenigen Kilometern ganz schön schlapp machen.

Wer täglich kleine Schritte macht, kommt am Ziel an – das gilt auch für den Glauben. Wer aber nur von Großveranstaltungen lebt, bei besonderen Events und Gottesdiensten auftankt, der hält nicht lange durch. Im Alltag immer wieder auf Gott zu schauen, von ihm zu leben – das ist es, was trägt.

Es ist wichtig, das Ziel im Blick zu haben. Das motiviert ungemein. An die Zielgerade denken, in die man dann einbiegt – das hilft, manche Strapazen zu überwinden.
Ein alter Jugendarbeiter hat mal zu mir gesagt: „Stephan, in langen Jahren ist es mir immer wichtiger geworden, die Jugendlichen darauf vorzubereiten, dass sie eines Tages sterben müssen – und von daher ihr Leben gestalten.“ Ich hab über den Satz nachgedacht – und er stimmt wirklich. Wer im Blick hat, dass es eines Tages zu Ende geht – und wir nichts mit in die Ewigkeit nehmen können – sondern vor Gott nur Taten der Liebe und die Beziehung zu IHM zählen - dann lebt man ganz anders.
Und dieser Blick auf das Ziel hilft mir, mein Leben heute bewusster zu gestalten und wirklich von Gott her zu leben.

Und wir haben ein Vorbild im Glauben, einen der bis zum Ende durchgehalten hat und ans Ziel angekommen ist – Jesus Christus! ER hat uns gezeigt, wie man durch Schmerzen, Anfechtung, Einsamkeit hindurch zum Ziel kommt. Und ER ist noch viel mehr als ein Vorbild. Er ist immer dabei beim Marathon unseres Lebens. Er steht am Anfang, an der Seitenlinie und an der Ziellinie. Er gibt immer wieder neue Kraft, er befreit von Schuld, er richtet den Blick wieder neu aus.

Deswegen will ich nicht nur am 13. Juni nach 42 km mit einigermaßen erhobenem Haupt durch die Ziellinie laufen – sondern vor allem eines Tages vor Gottes Thron stehen und Gott sagt zu mir: „Du hast durchgehalten – zwar nicht immer in Bestzeit – aber du hast dein Bestes für mich gegeben!“ Das wünsche ich mir mehr als alles andere.

Eine Frage persönlich an dich:
An welcher Stelle bist du schon einmal auf deinem geistlichen Marathon hingefallen oder vom Weg abgekommen – und Jesus hat dich wieder zurück gebracht? Wie sieht es momentan damit aus?

3. Tipp für die Praxis

Bei der letzten JLM hab ich vergessen, Heike Seel, die Vertrauensfrau für Seelsorge und Missbrauchs-Fragen vorzustellen. Ich hatte sie doch extra um eine Vorstellung gebeten – und dann vergessen reinzusetzen :-(
Aber jetzt hol ichs nach …

Hi,
ich heiße Heike, bin 41 Jahre alt, verheiratet mit Markus Seel und habe 2 Kinder. Ein Mädchen mit 8, fast 9 Jahren und einen Jungen mit8 Monaten. Ich bin Dipl. Sozialpädagogin(FH),
grad in der Elternzeit und ansonsten arbeite ich in einem Langzeitwohn-Pflegeheim für
psychisch kranke Menschen. Zur Seelsorge kam ich durch meine Arbeit, die ich mit meinem
Glauben verbinden wollte. Seit ein paar Jahren bin ich als Jugendseelsorgerin der LKG-Treuchtlingen eingesegnet. Bei GRODAUS spiel ich Schlagzeug und Cajon.Wenn ihr mehr wissen wollt, schaut doch in die neue EC-Bayern Info.
Die Arbeit im EC als Referentin für Seelsorge und Missbrauchsfragen ist mir sehr wichtig, da
- Seelsorge ein elementarer Bereich unseres Glaubenslebens für mich ist, den jeder in Anspruch nehmen sollte.
- Seelsorge so unglaublich gut tut; mal alles raus lassen und es ist jemand da, der mir zuhört
und mich auffängt, wenn ich nicht mehr weiter weiss.
- wir endlich das Thema Missbrauch “ Enttabuisieren“ müssen, es macht auch vor unseren Gemeinden keinen Halt. Sprich, es geschieht .Ob psychische, physische oder sexuelle Gewalt
- ich den Betroffenen ein Zuhörer sein möchte, der ihnen glaubt, egal wie abgefahren es ist,
was sie erlebt haben. (Bitte schämt euch nicht und meldet euch.)

Eure Heike (www.h.seel@ec-bayern.de)

4. Echt witzig

Treffen sich zwei Freunde, sagt der eine: „Hey, wie geht dein neues Fahrrad?“ Sagt der andere: „Mein neues Fahrrad geht nicht, es fährt.“ Der andere daraufhin genervt: „Ja, wie fährt denn dein Fahrrad?“ Der andere: „Es geht.“

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