Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 212] Volksmusik-Scheune

Hi!

In diesen Wochen laufen in vielen Orten Jesus-House-Abende. An manchen Orten findet auch Ich-Glaubs statt. Wie geht es Jugendlichen, die zum ersten Mal da sind? Wie können wir sie erreichen? Dazu mehr in der unten stehenden Andacht.

Ich hatte vor einigen Wochen von Andreas geschrieben – dem 20-jährigen Mitarbeiter, der Leukämie hat. Gestern habe ich mit ihm telefoniert. Er hat inzwischen einen Knochenmarkspender gefunden (Gott sei Dank!). Jetzt ist in der nächsten Woche heftige Chemotherapie mit starker Bestrahlung angesetzt. Und dann werden in den nächsten 6 Wochen unter Quarantäne (er ist allein in einem keimfreien Zimmer) die frischen Stammzellen aus dem Knochenmark eingesetzt und müssen sich im Körper vermehren.
Es gibt eine Menge Risikofaktoren bei diesem Prozess – deshalb betet weiter (wer will und kann) in den nächsten 6 Wochen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Er sagte am Schluss des Telefonats: „Ich bin in allen Fragen und Zweifeln sogar dankbar für die Leukämie – weil sie hat mir gezeigt, dass ich mich nur noch an Gott festklammern kann. Und dass ich es niemals ohne Gottes Hilfe schaffen würde. Und auch wenn ich es momentan nicht weiß – Gott weiß, warum ich diese Krankheit bekommen habe. Eines Tages werde ich es erfahren.“

Das hat mich echt bewegt und ist mir zum Vorbild geworden.

Gott segne dich und bewahre dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Tief betroffen wollten die Zuhörer von Petrus und den anderen Aposteln wissen: „Brüder, was sollen wir tun?“
„Ändert euch und euer Leben! Wendet euch Gott zu!“ forderte Petrus sie auf. „Laßt euch auf den Namen Jesu Christi taufen, damit euch Gott eure Sünden vergibt und ihr den Heiligen Geist empfangt.“
Apg. 2,37+38

2. Volksmusik-Scheune

Ich lade dich mal ein zu einem Gedankenexperiment:

Stell dir vor, ein Freund aus deiner Schule lädt dich ein in die so genannte „Volksmusikscheune“. Die findet einmal im Monat statt – und dein Freund ist total begeistert davon. Obwohl du Volksmusik nicht so gern magst, gehst du hin – dein Kumpel hat dich schließlich eingeladen.
Als du durch die Tür trittst, kommt dir ein warmer Schwall von zünftigen Klängen entgegen. Auf der Bühne steht eine Band in den besten Jahren, die in künstlicher Fröhlichkeit ihre Schunkellieder spielt.

Du bist erstaunt, wie viele junge Leute da sind – aber fast alle haben Lederhose und Dirndl an. Du kommst dir in deinen Jeans und T-Shirt irgendwie fremd vor …
Etwas verloren stehst du im Hintergrund und fragst dich, was du hier sollst, als der blondierte Sänger durch den Saal ruft: „Alle auf die Tanzfläche – jetzt geht’s richtig rund.“
Drei Viertel aller Besucher strömen nach vorne und es wird ein „zünftigs Liadl“ angestimmt, bei dem alle lauthals mitsingen und mittanzen.

Beantworte mal ehrlich folgende Fragen:
- wie fühlst du dich wenn du dort hineinkommst?
- Nach wem oder was hältst du Ausschau?
- Wo würdest du dich hinsetzen oder hinstellen?
- Was müsste passieren, damit der Abend (trotz der Musik und dem Tanz) ein Gewinn für dich wird?
- Was müsste passieren, damit du in einem Monat wieder zur Volksmusikscheune kommst?

Momentan laufen an vielen Orten Jesus-House oder Ich-Glaubs-Abende. Eine geniale Sache, um Teens oder Jugendliche für Jesus zu gewinnen. Aber wie geht es jemandem, der zum ersten Mal in solch eine Veranstaltung kommt? Muss es ihm nicht ähnlich ergehen wie dir in der Volksmusikscheune? Dass er sich fremd fühlt, nicht heimisch, eigenartig?

Ich glaube, dass es eine hohe Kunst ist, Menschen in eine christliche Gemeinschaft zu integrieren. Das ist ein langer Prozess des Vertrauens, der Schritt für Schritt gegangen werden muss.
Ich glaube daran, dass das möglich ist – und ich erlebe es immer wieder, dass Gott es wirklich tut. WOW – Gott tut echt Wunder :-)
Und ich glaube daran, dass Gott ein übergroßes Interesse daran hat, dass dass Menschen mehr und mehr Vertrauen zu IHM und zu seiner Gemeinde bekommen.

Ich möchte allen, die Jesus-House oder Ich-Glaubs machen, zwei Dinge wünschen:
1. Dass wir sensibel sind für Teens und Jugendliche – und ihnen wirklich Zeit lassen, dass wir sie liebevoll begleiten und ihnen nachgehen.
2. Dass wir von Gott viel erwarten – ER will und wird Herzen verändern, er wird Teens und Jugendliche zu sich ziehen, ihr Leben berühren und in ihnen die Flamme des Glaubens anzünden.

So wie es damals in Jerusalem war, als nach einer Predigt von Petrus die Zuhörer fragten:
«Brüder, was sollen wir tun?»
Und Petrus darauf antwortete: «Ändert euch und euer Leben! Wendet euch Gott zu! Laßt euch auf den Namen Jesu Christi taufen, damit euch Gott eure Sünden vergibt und ihr den Heiligen Geist empfangt!“

Dieses Wunder tut allein Gott – aber für das Drumherum sind wir zuständig.

Einige Fragen zum Nachdenken:
Hast du das auch schon mal erlebt, dass Freunde von dir in die Gruppe gekommen sind und dann wieder weg geblieben sind? Wie gings dir dabei? Was hast du aus diesen Erfahrungen gelernt?
Für wen betest du, dass er zum Glauben kommt?

3. Tipp für die Praxis

Herbstzeit ist Einkehrzeit
Stefan Schmid – Leiter des Seelsorgezentrums und JLM-Leser bietet folgendes an:
Wenn du willst, kannst du (fast) jederzeit in Kassel im Seelsorgezentrum des EC eine Auszeit machen (Unter der Woche, Wochenende, eine Woche, etc.).
incl. Unterkunft und Verpflegung + Gespräche (wenn du willst).

Eine gute Möglichkeit, mal Abstand zu bekommen und sich neu zu orientieren – und auch neu auf Jesus auszurichten.

Mehr Infos und Kontakt zu Stefan unter:
http://ec-seelsorge.de/

4. Echt witzig

Ein Mann zu seiner Frau „Es ist jetzt wissenschaftlich erwiesen: wenn Väter die Kinder erziehen, werden sie intelligenter“. Die Frau daraufhin „Wer – die Väter oder die Kinder?“

Neueste Beiträge

Das Lockdown-Paradox: Wie bekomme ich mein Zeitgefühl zurück?

Wir leben in einer seltsamen Zeit, die wenig Struktur und Neues bietet. Wie können wir…

16. April 2021

Sex, Verzweiflung, Mord und die Unterstellung eines rassistischen Motivs

Die Nachrichten über Waffengewalt aus den USA scheinen kein Ende zu nehmen. Vor zwei Wochen…

6. April 2021

Gute Nachricht schlecht verpackt? Das muss nicht sein [4 Tipps]

Evangelisation muss nicht zum Fremdschämen sein. Wie können Jugendleiter:innen das Teilen des Evangeliums jungen Menschen…

25. März 2021

Bringen wir Jugendlichen bei, ihre Sünden zu bekennen oder zu verbergen?

Machen wir unsere Kinder zu Heuchlern? Schaffen wir ein Umfeld, in dem Teens das Gefühl…

17. März 2021

Junge Menschen brauchen eine Kirche, die sich nach Gerechtigkeit sehnt – Wo ist sie?

Christlicher Glaube hängt untrennbar mit Gerechtigkeit zusammen – das bedeutet Opfer. Gerade für die Bequemlichen…

11. März 2021

Hilfe, mein Kind ist handysüchtig!

Es war wohl noch nie wichtiger, sinnvolle Grenzen für den Konsum von digitalen Medien zu…

9. März 2021