Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 232] Vergebung

Hey!

Über den Freiherr zu Guttenberg gehen die Meinungen weit auseinander.
Trotzdem hab ich heute ein paar Zeilen zu ihm geschrieben.
An ihm kann man sehen, was Schuld in der Vergangenheit für Auswirkungen haben kann.
Mehr dazu unten.

Ich wünsch dir eine gute Woche unter dem Segen von Jesus Christus – der für dich gestorben ist und dich von aller Schuld befreit!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Wenn wir aber unsere Schuld bereuen und sie bekennen, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott seine Zusage treu und gerecht erfüllt: Er wird unsere Schuld vergeben und uns von allem Bösen reinigen
1. Johannes 1,9

2. Vergebung

Gestern - am 01.03.2011 um ca. 11.15 Uhr - erklärte ein sichtlich gezeichneter Freiherr Karl Theodor zu Guttenberg seinen Rücktritt als Verteidigungsminister.
Mich fasziniert dieser Mann. Nicht nur, weil er nur ein Jahr älter ist als ich (ja – so alt bin ich schon :-) – sondern weil er in einer unglaublichen Gelassenheit und Klarheit ein Amt geführt hat, das alles andere als leicht ist. Er ist innerhalb von kürzester Zeit von einem unbekannten Provinz-Politiker zum populärsten Mann in der Regierung aufgestiegen und hat als Verteidigungsminister einen wirklich guten Job gemacht.

Vor wenigen Wochen war er noch der Shooting-Star der CSU und gestern musste er seinen Rücktritt einreichen. So schnell kann es gehen. Seine eigenen Sünden haben ihn eingeholt. Er hat Fehler gemacht – und nun muss er die Konsequenzen daraus tragen. Natürlich muss man sagen, dass die Presse und viele Neider stark dazu beigetragen haben, dass der Druck für ihn und seine Familie unerträglich wurde. So formulierte er es in seiner Rücktrittserklärung. Und genauso war es auch. Es war eine Hetzjagd. Und das hat letztlich dazu geführt, dass er mit gebrochener Stimme seine Erklärung abschloss: „Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht“.

Diese Sache mit Guttenberg lässt in mir Frage aufkommen: „Wo gibt es in unserer Welt noch wirkliche Vergebung?“ Gibt es die überhaupt irgendwo?
Mir ist deutlich geworden: Schuld bleibt bestehen. Sie geht nicht einfach so weg!
Schuld wird geleugnet, auf andere abgeschoben und verdrängt.
Aber irgendwo – und sei es im hintersten Winkel einer Universitätsbibliothek – da lagert sie und wartet auf ihre Rückkehr.

Ich frage mich: Gibt es überhaupt echte Vergebung? Gibt es einen Ort, an dem Schuld ganz und gar ausgelöscht werden kann? Offensichtlich nicht in der Politik. Aber auch nicht am Arbeitsplatz in der Schule – oft noch nicht mal unter Christen.
Ein bisschen etwas bleibt immer zurück. Wie ein Schatten liegt die Schuld auf der Seele. Und sie kommt dann hoch, wenn wir am wenigsten damit rechnen. So wie bei zu Guttenberg.

In der Bibel heißt es: Wenn wir aber unsere Schuld bereuen und sie bekennen, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott seine Zusage treu und gerecht erfüllt: Er wird unsere Schuld vergeben und uns von allem Bösen reinigen.

Das finde ich echt unglaublich: Die Schuld ist WIRKLICH weg. Weil Jesus für diese Schuld gestorben ist, kann sie wirklich ausgelöscht werden. Ganz und gar verstehen tue ich das nicht, wie das geht, dass Jesus die Schuld mit ans Kreuz nimmt und vergibt, wenn ich ihn darum bitte. Aber ich bin einfach nur froh und dankbar, dass das möglich ist!

Gerade als Ehemann und Familienvater wird es mir zunehmend wichtiger, was es heißt, Schuld beim Namen zu nennen und unter die Vergebung zu bringen – und sie nicht zu verschweigen. Rechtzeitig und ehrlich.

Bei Jesus darf ich neu anfangen. Immer wieder.
Und dafür bin ich ewig dankbar.

Eine Frage persönlich an dich:
Gibt es Dinge aus der Vergangenheit, die du klären müsstest? Dann geh zu einem Seelsorger oder Pastor und arbeite sie in Gottes Licht auf. Ich selbst habe das schon mehrmals gemacht – und es war total befreiend!

3. Tipp für die Praxis

Ein Kollege von mir – Thorsten Riewesell – hat das Netzwerk „JUMPERS“ gegründet.
JUMPERS (Jugend mit Perspektive) hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, sozialmissionarische Projekte in Deutschland zu vernetzen.
Als Partner sind inzwischen auch bekannte Organisationen dabei wie stoffwechsel e.V. in Dresden oder die blu:boks in Berlin von Thorsten Hebel.

Wer sich darüber informieren will, wer selbst Teil des Netzwerkes werden will, wer sich für solche Projekte interessiert oder selbst durchführen will, kann sich bei http://www.jumpers-netz.de informieren.

4. Echt witzig

In einem Krankenhaus stößt der junge Praktikant versehentlich mit dem Chefarzt zusammen.
Praktikant: „Oh mein Gott! Ich bitte um Entschuldigung!“
Chefarzt: „Ist schon in Ordnung! Aber Professor reicht vollkommen als Anrede!“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails – sogar mit einer Stichwort-Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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