Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 317] Abtreten ist eine hohe Kunst

Hallo!

Der Rücktritt von Papst Benedikt hat die ganze Welt bewegt. Auch mich.
Dadurch hat er gezeigt, was wahre Größe bedeutet. Aber dazu unten mehr.

Ich wünsche dir, dass Gott dich in dieser Woche bewahrt, segnet und schützt!
Möge der Allmächtige mit dir sein!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Wer groß sein will, der soll den anderen dienen,
und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen.
Matth. 20,26+27

2. Abtreten ist eine hohe Kunst

Am vergangenen Montag erklärte Papst Benedikt seinen Rücktritt. Die ganze Welt und auch der Vatikan waren völlig überrascht. Nur engste Vertraute wussten davon. Ab dem 28. Februar will der 265. Papst seine Amtsgeschäfte ruhen lassen und um Ostern soll ein neuer Pontifex gewählt werden. In der Geschichte der katholischen Kirche gab es nur einmal eine vergleichbare Situation, als Coelestin V. 1294 nach nur viermonatiger Amtszeit freiwillig und ohne äußeren Druck zurücktrat.
Mit seiner brüchigen – aber deutlichen Stimme verriet er der Weltöffentlichkeit: „Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst aus-zuüben.“

Ich persönlich zolle dieser Entscheidung eines der bekanntesten Männer der Welt hohen Respekt. Der oberste Geistliche von über 1,1 Milliarden Katholiken legt seine Macht in die Hände eines anderen – und mischt sich nicht in die nachfolgenden Geschäfte und Wahlen ein.
Josef Ratzinger ist für mich an dieser Stelle ein Vorbild geworden. Von einer großen Aufgabe zurück-zutreten ist eine hohe Kunst. Es gab schon viele mächtige Männer (manchmal auch Frauen), die sich verzweifelt an ihre Macht klammerten, obwohl sie längst hätten loslassen müssen. Und indem sie das taten, fügten sie der Organisation, der sie vorstanden meist großen Schaden zu.
Das gilt für Politiker, Leiter christlicher Werke – aber auch Gemeindeleiter oder Leiter einer Jugendar-beit. Einige von ihnen haben es nicht geschafft, abzutreten und mussten dann mit sanftem oder unsanftem Druck aus dem Amt entfernt werden. Und manchmal war es dann schon zu spät und es gab Auseinandersetzungen oder Streit.

Das Beste ist, wenn ein Leiter freiwillig aus einer gut geordneten Aufgabe aussteigen kann. Und sich dann neuen Aufgaben zuwendet. Ein Leiter hinterlässt immer eine Lücke, die niemand einfach so ausfüllen kann. Aber nur, wenn er geht, kann Platz werden für neue, hoffnungsvolle Leiter, die Verantwor-tung übernehmen und darin wachsen.

Es ist wichtig, sich rechtzeitig Gedanken über die Zukunft als Jugendleiter zu machen.
Wann will ich aussteigen? Wer kann mein Nachfolger sein? Wie kann ich Mitarbeiter und Leiter heranziehen? In welchem Zustand will ich die Arbeit übergeben? Was will ich nach meiner Aufgabe als Jugendleiter tun? Wer sich rechtzeitig mit diesen Fragen auseinandersetzt, wird bewusster und entspannter in die Zukunft gehen.
„Wer unter euch der erste sein will, der sei aller Diener“ so hat es Jesus gesagt. Und bei Josef Ratzinger hat man den Eindruck, dass er das wirklich im Alltag gelebt hat. Einige seiner letzten Worte in seiner Abtrittsrede machen das deutlich: „Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler.“

Wow – dieser Mann ist ein echtes Vorbild für mich als Leiter.

Eine Frage persönlich an dich: Hast du schon mal darüber nachgedacht, wann du aufhörst und wer dein Nachfolger werden könnte? Wenn nicht, dann fang heute damit an.

3. Zwei Tipps für die Praxis

Wir haben von unserem Orientierungsjahr Lebenstraum, das im Sommer 2014 in Uffenheim starten wird eine Facebook-Seite gestartet.
Die kann man hier sehen und liken :-)
http://www.facebook.com/pages/Orientierungsjahr-Lebenstraum/607199359297326?ref=ts&fref=ts

Amen.de - Website zum Beten
Mit amen.de kannst du Gebet ganz neu erleben - zuhause oder unterwegs auf dem Handy. Bete für Menschen, die noch nie gebetet haben oder die gerade keine Kraft dafür aufbringen. Bleib verbunden und merke, wie Gott an Menschen wirkt, für die du gebetet hast.

4. Echt witzig

Bei der Predigt schläft wieder einmal die ganze Gemeinde. Da wird es dem Pastor zu bunt, und er donnert los: „Was ist, red´ ich umsonst?“ Schreckt Frau Meyer auf: „Wie bitte? Wo gibt´s Rettich um-sonst?“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails. Du kannst auch nach Stichworten suchen mit unserer Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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