Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 333] Hochwasser

Hey!

Ich hatte vor zwei Wochen nachgefragt, wer etwas erzählen könnte über das Hochwasser – wer selbst betroffen war oder selbst geholfen hat.
Conni und Theresa haben mir geschrieben, wie sie das Hochwasser und die Folgen erlebten. Ein Satz von Theresa hat mir sehr zu denken gegeben: „Für die Medien ist das Hochwasser längst vorbei. Doch für die Menschen vor Ort ist da noch lang kein Ende in Sicht.“

Deshalb: Lasst uns nicht so schnell vergessen, was dort passiert ist in den verschiedenen Hochwassergebieten – wo manche ihre Existenz, ihr Hab und Gut verloren haben. Lasst uns für die Menschen beten und wo es geht Hilfe anbieten.

Ich wünsche dir, dass Gott dich segnet und bewahrt.
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan
Matthäus 25,40

2. Hochwasser

JLM-Leserin Conni wohnt direkt im Hochwassergebiet und schreibt mir per Mail:

Wir haben Gottes Hilfe ganz praktisch erlebt. Die Parterrewohnung meiner Eltern stand im Wasser, wir konnten sie gerade noch rechtzeitig ausräumen. Die Keller und Hobbygarage waren geflutet aber wir konnten sogar die Fahrzeuge und die Elektronik der Heizung noch retten.

Leider hatten meine Eltern hatten nach 2002 keine Versicherung mehr für das Haus. Obwohl sie sehr sparen müssen, hatten sie vor ca. einem Monat doch noch eine Versicherung abgeschlossen. Die Flut kam in der Nacht vom 1.6. zum 2.6. - für uns unerwartet schnell, aber vom Zeitpunkt her ein Wunder. Denn der Versicherungsschutz trat am 1.6. in Kraft. Für die Renovierung der Wohnung, die noch aussteht, ist das eine große Hilfe. Und das ist mehr als einfach nur Glück. Gott sei Dank!!

Aber wir erlebten noch mehr Wunder Gottes:
Während der Aufräumarbeiten - als bei uns das Wasser langsam weniger wurde - schickte uns Gott die richtigen Helfer zur richtigen Zeit. Wir hatten durch das Ausräumen der Elternwohnung nicht die Zeit, in Garage und Keller alles zu retten. Im Keller hatten sich unsere Wintervorräte an Holz-Brikets in eine aufgeschwemmte bröslige - zum doppelten Volumen + Gewicht angewachsene - Masse verwandelt.

Außerdem waren die Regale mit dem gespaltenen Holz umgekippt. Als das Wasser fast weg war, merkten wir, dass zusätzlich zum eingedrungenen Wasser auch noch ein Rohr geplatzt war. So schnell wie möglich musste alles Holz aus dem Keller raus, damit der Klempner an die Leitung kommen konnte – zu zweit war das unmöglich! Ich versuchte per Handy Leute zu erreichen. Dabei betete ich - fertig wie ich schon war - um die richtige Idee. Dabei rief ich auch eine Frau in der Nachbargemeinde an. Sie kam mit ihren 2 großen Jungs. Es war wie ein Höhlenabenteuer, mit Gummistiefeln und Taschenlampe durch den alten Keller waten und Holz raus schaffen. So konnte 2 Stunden später der Klempner im weniger tiefen Wasser an die Rohre.

Die zwei Jungs halfen außerdem mit, die aufgeschwemmten Holzbriketts raus zu räumen. Aber wir merkten bald, dass der Platz fehlte, diese riesige Masse nasser Späne vor dem Haus zu deponieren. Da holte einer der Jungs den Traktor mit Hänger - und nach 5 Stunden Arbeit war fast alles aus dem Keller raus. Im Nachhinein war es geradezu gut, dass das Wasserrohr gebrochen war - denn so hatte ich den Mut, um Hilfe zu bitten. Alles Maßarbeit Gottes. IHM sei die Ehre. - Wir hoffen und beten, dass auch an vielen anderen Stellen, wo das Chaos groß und noch größer war, Menschen erleben, dass Gott aus Bösem Gutes entstehen lassen kann.
Conni

Theresa hatte bei einem Hilfseinsetz mitgemacht und berichtet:
Nun will ich doch endlich mal noch etwas zu unserem Hilfseinsatz bei den Hochwasseropfern in Zeithain am Wochenende schreiben.

Es war eine richtig gut Zeit. Wer die Situation vor Ort nicht gesehen hat, der kann sich bloß schwer vorstellen, wies dort wirklich aussieht. Für die Medien ist das Hochwasser längst vorbei. Doch für die Menschen vor Ort ist da noch lang kein Ende in Sicht.

Wir waren bei einem alten Mann, der große Kellerräume hatte, in denen eigentlich mal eine Ferienwohnung entstehen sollte. Doch dort hatte das Wasser bis 20 cm unter die Decke gestanden. Alles lag kreuz und quer, es war schlammig, rutschig und es stank nach abgestandenem Wasser.
Als der Mann uns öffnete und wir ihm sagten, dass wir zum helfen gekommen seien, da war er mehr als skeptisch. Er glaubte nicht daran, dass wir ihm wirklich helfen konnten.

Doch wir ließen uns nicht beirren und fingen an aufzuräumen, wegzuschmeißen und auszuspritzen. Und wir kamen ganz gut voran. Mit der Zeit fasste auch der Mann Vertrauen in uns. Man merkte direkt, wie er wieder Hoffnung schöpfte und auch wieder ein bisschen Lächeln konnte.
Ich hoffe so sehr, dass wir ihm damit wieder Vertrauen in die Zukunft schenken konnten.

Den zweiten Tag räumten wir einen Garten auf, den das Wasser verwüstet hatte. Wir stapelten altes durcheinandergewirbeltes Holz.

Jesus sagt: Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan - Matthäus 25,40
Der Spruch unseres Hilfseinsatzes.

Ein paar Bilder zum Einsatz in Theresas Blog: http://resiannaberg.blogspot.de/2013/06/hilfseinsatz.html

3. Ein Tipp für die Praxis

Vom deutschen EC-Verband haben wir eine ganze Menge guter Artikel zur Verfügung gestellt bekommen, die wir nach und nach im Jugendleiternetz einpflegen werden. Der zuletzt eingestellte Artikel von Klaus Göttler handelt davon, wie wir als Christen ansteckend leben können.
Hier geht’s zu „Ansteckend leben“: http://www.jugendleiternetz.de/?i=artikel&aid=402

Danke an Martin, der die Artikel einstellt :-)

4. Witzig und nachdenklich

Dein Auto ist deutsch. Dein Vodka ist russisch. Deine Pizza ist italienisch. Dein Kebab ist türkisch. Deine Demokratie ist griechisch. Dein Kaffee ist brasilianisch. Deine Filme sind amerikanisch. Dein Tee ist tamilisch. Dein Hemd ist indisch. Dein Öl ist saudi-arabisch. Deine Elektrogeräte sind chinesisch. Deine Zahlen arabisch, deine Buchstaben lateinisch. Und du beschwerst dich darüber, dass dein Nachbar ein Immigrant ist? Reiß dich zusammen.

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