Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 335] Zeige Profil

Hi!

Entscheidungen für die Zukunft sind ganz schön herausfordernd. Berufs- oder Partnerwahl treffen wir nicht mal eben nebenbei. Tina erzählt uns in der heutigen JLM wie sie damit umgeht.
Ich wünsch dir für diesen Tag, dass Gott dich segnet und begleitet – und dass er dir immer wieder hilft, weise Entscheidungen zu treffen.

Gott segne dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Gehöre ich zu den Menschen, die Ja sagen, wenn sie in Wirklichkeit Nein meinen? … Mein Ja bedeutet Ja, weil Jesus Christus, der Sohn Gottes, nicht zwischen Ja und Nein schwankt. … er ist das göttliche Ja - die feste Zusage Gottes.
2. Kor.1 17b-19

2. Zeige Profil

Kennst du das auch? Dass du „ja“ sagst, obwohl du eigentlich lieber „nein“ sagen würdest? Oder dass du „vielleicht“ sagst, weil du dich nicht traust „nein“ zu sagen?
Warum kommen uns die Worte „Ja“ oder „Nein“ so schwer über die Lippen? Warum lassen wir uns möglichst vieles erst mal offen und warten lieber ab, ob eventuell eine bessere Option vom Himmel fällt? Ich finde dieses „eventuell“, müsste eigentlich „evenduell“ geschrieben werden, weil es ein Duell, ein Kampf zwischen Ja und Nein ist.
Ich habe im letzten Jahr zwei wichtige Entscheidungen bezüglich meiner Zukunft treffen müssen und steckte mitten in diesem Duell – dem Ja oder Nein, Für oder Wider, Pro oder Kontra. Wirklich gut ging es mir erst, als die Entscheidungen getroffen waren. Die Zeit dazwischen war zermürbend, weil ich noch „zwischen den Stühlen“ stand und gedanklich ständig mit diesen Fragen beschäftigt war.
Wir meinen, dass wir frei sind, indem wir uns alle möglichen Optionen offen halten, aber ich glaube wir sind erst frei, wenn wir uns entschieden haben. Es klingt vielleicht paradox, aber ich glaube, dass genau das auch das Geheimnis des Glaubens ist. Indem wir unser Leben Jesus anvertrauen, legen wir uns fest, binden wir uns an ihn, sind wir „entschieden für Christus“. Aber genau dadurch werden wir frei (vgl. Gal. 5,8.13). Wenn wir uns Gottes bedingungsloser Liebe gewiss sind, macht uns das frei von Angst, ihm nicht genügen zu können oder selbst zu kurz zu kommen. Wenn wir uns für ein Leben mit Jesus entschieden haben, haben wir die wichtigste Entscheidung in unserem Leben schon getroffen und das ist die beste Basis für alle weiteren. Und die können wir dann in der Freiheit und Gelassenheit treffen, dass Jesus uns leitet, dass er uns seinen Willen offenbart, dass er an unserer Seite ist und bleibt – egal wie wir uns entscheiden.
Ich musste vor zwei Monaten zwei Reifen wechseln lassen, weil mein Elefantenrollschuh bzw. Auto ;-) eine falsche Spur- oder Achseneinstellung hatte, also so was wie X-Beine. Innerhalb eines Jahres war das komplette Profil runtergefahren. Profillose Reifen können bei nasser Fahrbahn lebensgefährlich werden, weil der Reifen keinen Halt mehr auf der Straße hat.
Genauso glaube ich, dass ein „profilloses“ Leben „lebensgefährlich“ sein kann. Wenn wir auf der „falschen Spur“ sind und unsere „vertikale und horizontale Achse“ falsch eingestellt ist, werden wir Profil und Halt verlieren. Wir brauchen das Jesus-Profil, um den Herausforderungen des Lebens standhalten zu können und nicht in der nächsten Kurve vom Weg abzukommen.
Jesus hatte Profil. Er wusste, was er wollte: Gottes „Ja“, seine bedingungslose Liebe zu uns Menschen erlebbar und greifbar machen. Und Jesus wusste, was Gott wollte und ließ sich von ihm leiten – bis zum Tod am Kreuz. Die Kraft und den Mut dazu hatte er nur, weil er sich der Liebe Gottes gewiss und dadurch frei war.
Ich wünsche Dir den Mut zu einem klaren Ja oder Nein, den Mut Profil zu zeigen – auch wenn die Welt sich alles offen halten will (und nicht ganz dicht ist).
Tina Rommeney

P.S. Hier noch ein paar Fragen zum Nachdenken:
Bist du dir Gottes bedingungsloser Liebe gewiss?
Was lässt dich zögern, dich für eine Verabredung, Mitarbeit, Partner, Beruf … festzulegen?
Wo wünschst du dir mehr (Jesus-)Profil? Bitte Gott darum.

3. Tipps für die Praxis

Entscheide dich heute (u. nicht erst 1 Std. vorher ;-)) für eine Verabredung am Wochenende oder eine Freizeit im Herbst.

Entscheide dich am Jahresbeginn wie du deine Zeit mit Gott, mit deiner Familie, deinen Freunden…, wie du deinen Urlaub verbringen willst. Was ist dir wichtig? Dann plane es ein.

Überlege dir jetzt schon welche Werte du leben willst, wie du mit deiner Zeit, deiner Kraft, deinem Geld, deiner Sexualität…. umgehen und welche Prioritäten du in deinem Leben setzen willst.

Gründe eine Zweierschaft: Suche dir eine Person mit der du dich regelmäßig zum Austausch, gemeinsamen Bibellesen und Beten triffst. Versprecht Euch Verschwiegenheit und wagt Offenheit. So werdet Ihr beide Profil gewinnen!

Literatur:
Dr. Henry Cloud/Dr. John Townsend: Nein sagen – ohne Schuldgefühle.
Paul Ch. Donderes: Kreative Lebensplanung – Entdecke deine Berufung. Entwickle dein Potential.

4. Echt witzig

Ein älteres Ehepaar sitzt zusammen in der S-Bahn. Ihnen gegenüber sitzt ein junges Pärchen. Sie küssen sich heiß und innig. Die ältere Frau erwidert: „Schatz, das könntest Du auch mal wieder machen.“ Der Mann erwidert entsetzt: „Was? Ich bin doch viel zu alt. Die Frau ist sicher 30 Jahr jünger!“

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