Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 336] Die Ausschalt-App

Hi!

Heut geht es um eine Sache, die uns (fast) alle betrifft: Unser Smartphone. Immer und überall ist es dabei. Wir können überall alles rausfinden. Wir können jederzeit mit jedermann chatten, simsen, posten, telefonieren usw. Alle Termine, alle Kontakte – immer ist alles dabei.

Das ist genial – aber es ist auch ne große Gefahr.

Ich wünsch dir viel Spaß beim Lesen und gute Erkenntnisse zu dem Thema …
Gott segne dich!
Dein
Stephan

P.S.
Da bei uns in Bayern jetzt die Sommerferien beginnen, mache ich 6 Wochen Sommerpause und melde mich dann am 18. September wieder.

1. Ein Wort zum Nachdenken

Paulus schreibt:
»Alles ist mir erlaubt!« ´Wer so redet, dem antworte ich:` Aber nicht alles, ´was mir erlaubt ist,` ist auch gut ´für mich und für andere`.
»Alles ist mir erlaubt!« Aber es darf nicht dahin kommen, dass ich mich von irgendetwas beherrschen lasse.
1. Kor. 6,12

2. Die Ausschalt-App

Vor ein paar Tagen saß ich mit ein paar Freunden zusammen. Wir tauschten uns aus, erzählten, wie es uns gerade geht. Danach beteten wir zusammen. Mitten während der Gebetszeit fing ein Smartphone an zu klingeln. Ok – das kann passieren, wenn man den Klingelton nicht ausstellt. Aber mein Bekannter hatte nichts Besseres zu tun, als rauszugehen und das Gespräch mit dem Anrufer zu führen.
Ich hab mich gefragt: Ist dieser Anruf wichtiger als die Gebetszeit?

Letzte Woche hatte ich am Montag frei. Ein anstrengendes Event lag hinter mir und ich brauchte dringend Ruhe und Entspannung. Aber – was hab ich gemacht? Ich bin mehrmals am Tag ins Facebook gegangen mit Smartphone und Laptop, um zu lesen, was die Teilnehmer über das Wochenende geschrieben haben.
Wäre es nicht besser gewesen, sich einfach mal zu entspannen und nichts zu tun?

Das Smartphone ist inzwischen ein wichtiger Teil meines Lebens – und das gilt für über 50% aller meiner Mitmenschen in Deutschland. Aber ich will nicht davon abhängig werden. Deshalb habe ich mal ein paar Daten und Fakten zu diesem Thema zusammen getragen und mir einige Gedanken dazu gemacht:

Die Studie von „Harrys Interactive“ vom Juni 2013 in den USA zeigt, dass im Smartphone ein unglaubliches Suchtpotenzial liegt. Focus.de schreibt dazu: „Handys liegen uns am Herzen, wir könnten uns einfach nicht von ihnen trennen. Das zeigt die Erhebung zumindest für Amerikaner: Sie nutzen ihre mobilen Geräte überall. 72 Prozent der Umfrageteilnehmer haben sie niemals weiter als fünf Schritte von sich entfernt. Es gibt kaum einen Ort, wo das Handy nicht dabei ist. Selbst in der Kirche verwendet es jeder Fünfte, im Kino nutzen 35 Prozent ihr Smartphone.“
Die deutsche Pinta-Studie aus dem Jahr 2011 stellte bereits damals fest, dass immer mehr junge Menschen suchtgefährdet sind. Laut der Studie seien 2,5 Millionen Deutsche im Alter zwischen 14 und 64 Jahren problematische Internetnutzer. Und die Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren bilden dabei die größte Gruppe.

Julian Prahl schreibt auf daserste.de: Es ist ja bekannt, dass fast alle Jugendlichen bei Facebook angemeldet sind. Professor Dr. Hans-Jürgen Rumpf, einer der Verfasser der Pinta-Studie sagt, dass z. B. Facebook das bietet, was Mädchen und junge Frauen suchen: Bestätigung. Was sich Jungen an Bestätigung über das Spielen, den Wettkampf holen, kompensieren Mädchen über die Kommunikation.“
Psychologen sprechen von der Internetsucht als Sucht der Zukunft. Die Symptome sind eindeutig – ähnlich wie bei stoffgebundenen Süchten wie Alkohol und Tabak. Abhängige nutzen das Internet, um schlechten Gefühlen zu entrinnen und nehmen dabei auch negative Konsequenzen in Kauf.

Die Frage, die wir uns stellen müssen ist: Wie wollen wir bewusst mit unserem Smartphone umgehen? Wie können wir damit umgehen, damit wir Gott Ehre machen?

Fünf kurze Punkte zum Schluss dazu:

1. Offline
Es muss Tage geben, in denen das Handy einfach aus bleibt. Gott schuf die Erde in sechs Tagen und am siebten Tag ruhte er. Ich versuche mein Handy an freien Tagen bewusst weg zu legen. Es liegt dann im Flur auf dem Telefonschränkchen und ich muss sagen: Es erleichtert enorm.

2. Prioritäten setzen
Ich muss wissen, was mir wirklich wichtig ist. Ich habe eine Regel die lautet: Die Person, die direkt vor mir sitzt ist wichtiger als die, die mich anruft, SMS schreibt, usw. Die andere Person kann ich später zurückrufen oder simsen

3. Heilige Zeiten ernst nehmen
Die Zeit mit Gott ist tabu für andere Menschen. Hier soll kein Anruf, keine Mail oder sonst etwas stören. Wer sich Zeit mit Gott nimmt sollte den Computer aus, das Telefon still, das Smartphone auf Flugzeugmodus schalten.

4. Langeweile kreativ nutzen
Wenn mir langweilig ist, dann ist es besser, nicht zum Smartphone zu greifen. Nimm dir lieber bewusst Zeit, um nachzudenken, Gott zu danken, die Umgebung zu beobachten, über die letzten Stunden nachzudenken. Ungelogen: Die besten Ideen habe ich, wenn mir langweilig ist und ich entspannt bin.

5. Wer dient wem?
Die entscheidende Frage ist vielleicht: Wer dient wem? Verbringe ich zu viel Zeit in Smartphone, Facebook, Spielen, usw – oder dienen mir diese Dinge in meinem Alltag? Das ist ein schmaler Grat und da muss man sich ehrlich prüfen. Am meisten hilft da ein Gespräch mit einem guten Freund oder Mentor, der wirklich ehrlich zu mir ist.

Eine Frage persönlich an dich (und mich):
Welchen Punkt nimmst du dir konkret vor für diese Woche – und für die nächste Zeit – vielleicht für den Urlaub? Und wen willst du informieren, damit er nach ein paar Wochen nachfragt, wie es bei dir läuft?

3. Tipp für die Praxis

Für alle, die in Hof studieren, arbeiten, leben wollen:

Christliche WG für junge Leute in Hof ab 1. September 2013

3 Zimmer zwischen 150-250€ Warmmiete
inkl. Nebenkosten
Ort: Poststr. 19, 95028 Hof

– Christliche Gemeinschaft miteinander leben
– helle Wohnung im 3. Stock mit Dachschräge
– sehr zentral gelegen (5min in die Fussgängerzone oder zum Bus)
– Landeskirchliche Gemeinschaft & EC-Jugendkreis im Haus
– Internet mit W-LAN
– Zimmer unmöbliert, Hilfe bei Möblierung nach Absprache

Mehr Infos: Rainer Hogh
Tel. 0179/2346241
prediger@hensoltshoehe-hof.de
www.ec-hof.de
www.hensoltshoehe-hof.de

4. Echt witzig

Handys haben einen Vorteil und einen Nachteil. Der Vorteil: Man ist immer erreichbar. Der Nachteil: Man ist immer erreichbar.

Worin liegt der Unterschied zwischen der Bundesregierung und einem Prepaid-Handy? Beim Prepaid-Handy bezahlt man erst und dann wählt man und die Bundesregierung wird erst gewählt und dann zahlt man.


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails. Du kannst auch nach Stichworten suchen mit unserer Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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