Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 341] Neues wagen (Teil 6)

Hallo!

Manchmal werden wir von Gott ganz schön herausgefordert. Im Beruf, in der Gemeinde, in der Familie. So wie Petrus, der von Jesus aufgefordert wird, auf dem Wasser zu gehen. Die Frage ist, ob ich Gott auch dann vertrauen, wenn der Boden plötzlich anfängt zu schwanken.

Ich will ein bisschen von meinen Zweifeln und Vertrauen erzählen - davon, wie es mir in den letzten Wochen und Monaten ging.

Ich wünsch dir, dass Gott dich erleben lässt, dass ER dich trägt und hält. Gerade in herausfordernden Zeiten.
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Petrus rief: „Herr, wenn du es wirklich bist, lass mich auf dem Wasser zu dir kommen.“
„Komm her!“, antwortete Jesus. Petrus stieg aus dem Boot und ging Jesus auf dem Wasser entgegen. Als Petrus aber die hohen Wellen sah, erschrak er, und im selben Augenblick begann er zu sinken. „Herr, hilf mir!“, schrie er. Jesus streckte ihm die Hand entgegen, ergriff ihn und sagte: „Hast du so wenig Glauben, Petrus? Vertrau mir doch!“ Sie stiegen ins Boot, und der Sturm legte sich.
Matth. 14,28-32

2. Neues wagen (Teil 6)

Jetzt sind es nur noch gut sechs Wochen, dann ziehen wir als Familie ins mittelfränkische Uffenheim. In den JLMs 276-278 / 302 und 320 erzählte ich bereits von unserer Vision und dem Weg, der uns zu diesem Schritt geführt hat. Wir werden mit einem Team von fünf bis acht Leuten ein Orientierungsjahr für junge Erwachsene beginnen, das im September 2014 in einem ehemaligen Hotel in Uffenheim starten wird. Mehr zu diesem Projekt findest du auf unserer neuen Homepage www.dein-lebenstraum.com.

Wenn ich ehrlich bin, fühlen wir uns manchmal ein bisschen wie Petrus im Boot, der voller Überschwang zu Jesus sagt: „Wenn du es bist, dann lass mich auf dem Wasser zu dir kommen“ (Mt. 14,28). Und das Verrückte ist, dass Jesus sagt: „Komm her!“

Und Petrus steigt aus dem Boot und stellt sich zaghaft auf das Wasser. Der Wind peitscht die Wellen ins Boot, alles schwankt und der hölzerne Kahn wird hin und her geworfen. Aber Petrus steht wirklich auf dem tobenden See. Und dann geht er vorsichtig einen Schritt zu Jesus hin und hofft, dass das Wasser auch beim zweiten Schritt trägt.

Vor 1,5 Wochen saßen wir in unserem kleinen Lebenstraum-Team zusammen und haben wieder mal unsere Kalkulation durchgerechnet. „Was ist, wenn statt 18 Teilnehmern nur neun kommen? Was ist, wenn wir nicht genug Menschen finden, die uns unterstützen? Was ist, wenn bis nächstes Jahr im September statt zwei WGs nur eine fertig gestellt werden kann?“

Das sind solche Situationen, in denen der Boden schwankt, die Wellen größer werden und man den Eindruck hat, dass die Wellenberge ins Boot brechen. Das Gute bei Petrus ist, dass Jesus sagt: „Komm her“. Es ist sein Befehl, auf den Petrus losgegangen ist. Und nur deshalb kann Petrus diese Schritte wagen. Noch ahnt Petrus nicht, was noch kommen wird … dass die Angst ihn überwältigt, die Wellen und der Sturm ihm zu mächtig werden und er untergeht. Aber er weiß auch noch nicht, dass Jesus ihn festhalten und retten wird und zu ihm sagen wird: „Hast du so wenig Glauben, Petrus? Vertrau mir doch!“

Wir als Lebenstraum-Team haben den Eindruck, dass Jesus uns diesen Weg gewiesen hat. Aber wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt. Wir haben einen ersten Schritt aus dem Boot getan. Und jetzt gibt es kein Zurück mehr. Wir stehen auf dem tosenden Meer. Aber wir wollen – nein wir müssen - drauf vertrauen, dass Jesus da ist und uns festhält, auch wenn es schwierig wird und unser Glaube vielleicht nicht ausreicht.

Puuh – in manchen stillen Stunden wünsche ich mir, ich wäre im Boot geblieben. Aber dann sag ich mir: Nur wer aus dem Boot steigt, kann erfahren, dass das Wasser trägt. Also: Den Blick auf Jesus und Schritt für Schritt weiter.

Einige Fragen persönlich an dich:
Wozu will Gott dich herausfordern? Was hat er dir schon seit langem aufs Herz gelegt? Vielleicht ist es jetzt dran, diesem Ruf zu folgen und über die Bordwand zu steigen?

3. Tipp für die Praxis

Das ejw und der CVJM Württemberg hat ein interessantes youtube-Projekt: 99 seconds:
Eine Andacht von 99 Sekunden zum Nachdenken über den aktuellen Monatsspruch.
Im letzten Monat war Ido Seidel dran, die ich gut kenne :-)
http://www.youtube.com/watch?v=86euGBEzhd8

4. Echt witzig

Ein Pastor zu einem Jugendlichen: „Mein Sohn, ich fürchte, wir werden uns nie im Himmel begegnen.“
„Nanu, Herr Pastor, was haben Sie denn ausgefressen?“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails. Du kannst auch nach Stichworten suchen mit unserer Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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