Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 343] Umgang mit Enttäuschungen

Hallo!

Es gibt ein paar schwierige Situationen in meinem Leben, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt haben. Und die meisten dieser Situationen waren Enttäuschungen: Wo Menschen mich im Stich ließen, mich hintergangen haben, Hoffnungen zerstört wurden.

Jeder, der mit Menschen arbeitet, erlebt Enttäuschungen.

Wie können wir aber im Sinne Gottes damit umgehen? Mehr dazu in der Andacht unten.

Ich wünsch dir viel Kraft, Weisheit und Mut für deinen Alltag mit Jesus!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Wenn die Israeliten irgendwo ihr Lager aufschlugen, stellte Mose jedes Mal außerhalb des Lagers ein Zelt auf. Er nannte es: „Zelt der Begegnung.“ Jeder Israelit, der den Herrn befragen wollte, musste dorthin gehen.
Der Herr sprach mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie Freunde miteinander reden.
2. Mose 33,7+11

2. Umgang mit Enttäuschungen

Als Jungscharleiter, Jugendleiter oder Pastor habe ich schon oft Enttäuschungen erlebt. Hoffnungen, die ich in Menschen setzte, wurden zerstört. Zeit und Geld, das ich in Menschen investierte, wurde mit den Füßen getreten. Auch manche geistliche Botschaft – mit Liebe und Hingabe vorbereitet – wurde verächtlich weggewischt.

Irgendwann habe ich begriffen, dass diese Erfahrungen zum Leben eines Menschen gehören, der sich für Gott und für Menschen von ganzem Herzen einsetzt. Jeder Leiter einer Gemeinde, einer Jugendarbeit, einer Jungschar usw. muss sich mit solchen Enttäuschungen auseinander setzen.

Aber die Frage ist: Wie gehen wir mit den Enttäuschungen um, die uns mal stärker, mal weniger stark belasten? Wie können wir mit einer Gruppe von Menschen weiter machen, wenn wir den Eindruck haben, dass es sich anscheinend gar nicht lohnt? In seinem Buch „Warum Jesus keinen Burnout hatte – von innen heraus stark sein“ erklärt Gordon MacDonald anhand von Mose, wie wir damit umgehen können:

Mose erging es auf dem Weg durch die Wüste ähnlich – sogar noch schlimmer. Der Befreier des Volkes aus der Sklaverei wurde beschimpft: „Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt?“ Und als das Volk in der Wüste jeden Tag Manna bekam, fingen sie irgendwann an zu murren: „Wir wollen aber Fleisch essen“ usw.

Der Höhepunkt der Enttäuschung war wohl, als Mose auf den Berg Sinai ging, um von Gott die Gesetzestafeln zu bekommen. Ausgerechnet in dieser Zeit wandte sich das Volk unter der Leitung des Co-Leiters (!) Aaron von Gott ab (2. Mose 32,1). Diese Israeliten investierten richtig viel Geld, Gold, Schmuck usw. und machten sich ein goldenes Kalb, das sie anbeteten. Als Mose vom Berg herunter kam, war er so zornig, dass er die steinernen Gesetzestafeln auf dem Berg zerschmetterte und danach das goldene Kalb zu Pulver zerrieb und den Israeliten mit Wasser vermischt zu trinken gab.

Dieser Mose war richtig sauer – aber so richtig.
Aber die entscheidende Frage ist doch: Was tut Mose als nächstes? Welche Schritte unternimmt er dann?
In 2. Mose 33,7 heißt es, dass Mose daraufhin ein Zelt außerhalb des Lagers aufstellte, das dazu bestimmt war, um Gott zu begegnen. Mose suchte die Begegnung zu Gott außerhalb der chaotischen Situation. Als alles auseinanderfiel, als sogar sein Bruder Aaron die gemeinsame Sache verriet, hatte Mose einen Ort, an den er gehen und sich an Gottes Gegenwart stärken konnte.

Mose ging ab diesem Zeitpunkt regelmäßig zu dem Zelt, um sich wieder neu ausrichten zu lassen. Es muss ein stiller Ort gewesen sein – hier war Gottes Flüstern hörbar. Wenn Mose sich auf den Weg zum Zelt machte, schien ganz Israel es mitzubekommen. Jeder hielt inne und lobte Gott, wenn Mose im Zelt war (2. Mose 33,8-11).

Und in diesem Zelt – mitten in der Stille und der Gegenwart Gottes – dort bekam Mose neue Kraft. Eine neue Perspektive. Neuen Mut.

Einige Fragen persönlich an dich:
Was ist dein Zelt der Begegnung mit Gott? Wann und wo kannst du außerhalb deiner Arbeit, deiner Gemeinde, deines Alltags Gott begegnen? Wo kannst du neue Kraft, neue Perspektive, neuen Mut bekommen. Wo kann dich Gott neu füllen mit seinem Geist?

Ausblick:
In 14 Tagen werden wir hören, was Mose im Zelt der Begegnung mit Gott bespricht und was er sich von Gott erbittet.

3. Tipp für die Praxis

Ich lese regelmäßig in meiner Stillen Zeit Bücher, um persönlich und geistlich weiter zu kommen. Die Bücher von Gordon MacDonald haben mir da viele wertvolle Impulse gegeben.

Momentan lese ich das Buch „Warum Jesus keinen Burnout hatte“ von MacDonald.
Das findest du hier: http://brunnen-verlag.de/warum-jesus-keinen-burnout-hatte.html (als Buch und eBook verfügbar)

4. Echt witzig

Ein deutsch-französisches Liebespaar telefoniert stundenlang. Als sie sich verabschieden sagt er: “Leg Du zuerst auf, Cheri.”
“Nein, Du!”
“Nein, Du.”
“Aber nicht doch, leg du auf.”
Nach endlosem hin und her, schreit ein NSA-Mitarbeiter dazwischen: “Jetzt legt endlich den blöden Hörer auf, ich habe auch noch was anderes zu tun!”

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