Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 35] Leiten wie Jesus: Bilder und Symbole

Hallo, 
gestern hat mich jemand drauf angesprochen und deshalb möchte ich noch mal ein Wort zu der letzten JLM sagen: Der Papst hat bei seinem Besuch einige sehr gute Sachen gesagt – und das Evangelium deutlich in die Mitte gestellt. Allerdings waren die Predigt über Maria und auch sein Gebet zur schwarzen Madonna etwas, das meine theologische Meinung nicht widerspiegelt. Das wollte ich nur mal klar stellen. (Falls sich jemand gewundert haben sollte … 🙂

Außerdem habe ich eine Ankündigung zu machen: Jan Werth, mein Kollege in der Kinder- und Jungschararbeit im EC-Bayern, wird in Zukunft mit mir gemeinsam die JLM in 14-tägigem Rhythmus schreiben. Außerdem planen wir zusammen ein Jugendleiternetz, das in den nächsten Monaten als www.jugendleiternetz.de im Web zu finden sein wird. Du darfst gespannt sein!

Ich wünsch dir noch ne gesegnete Woche – möge Gottes Geist dich leiten und führen!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Senfkorn, das auf ein Feld gesät wird.
Es ist ein winziger Same, aber wenn er aufgeht und wächst, wird er zu einer großen Pflanze, ja zu einem Baum, in dem die Vögel nisten können.
(Matth. 13,31+32)

2. Leiten wie Jesus: Bilder und Symbole

Jesus erklärt viele Zusammenhänge des Reiches Gottes durch Bilder und Gleichnisse. Er gebraucht dazu ganz einfache Alltagsbilder. Bilder, die hängen bleiben. Bilder, die man immer wieder den Tag über sieht. Ein Baum, der heranwächst. Ein Landwirt, der Samen auswirft. Eine Frau, die Sauerteig ansetzt. Starke Bilder, die hängen bleiben.

Auch wir sollten in unseren Andachten und Predigten Jesus zum Vorbild nehmen und Bilder aus unserem Alltag gebrauchen, um biblische Zusammenhänge zu erklären. Moderne Bilder wären z. B. Ein Auto, das regelmäßig gewartet werden muss. Ein Navigationsgerät, das uns den Weg weist. Ein Handy, durch das wir jederzeit erreichbar sind.

Solche Bilder bleiben hängen. Und wenn ich dann noch einen Schraubenschlüssel in der Hand halte, das Navi anschalte und die Stimme sagt: „Jetzt wenn möglich bitte wenden“ oder ich mein Handy als Demonstrationsobjekt aus der Tasche ziehe, dann wird diese Andacht die Zuhörer noch tagelang begleiten.

Eines der Bilder, die Jesus gebraucht hat – und das mir immer wieder Mut macht – ist das Bild vom Senfkorn. Das Senfkorn ist kaum größer als ein i-Punkt in diesem Text. Und aus diesem kleinen Senfkorn wächst ein Baum, auf dem die Vögel Nester bauen, ein Zuhause finden, zur Ruhe kommen.
Manche Jungschar, Teenkreis oder Jugendarbeit fühlt sich wie dieses Senfkorn an. Klein, unscheinbar, kaum sichtbar. Vielleicht auch dein Kreis. Manche Mitarbeiter haben den Eindruck, dass ihr Glaube und ihr Vertrauen auf Gott nur sehr klein ist – wie ein kleines Samenkorn. Mancher fühlt sich vielleicht auch allein gelassen – wie so ein Senfkorn am Straßenrand. Vielleicht geht es auch dir so.

Aber aus diesem kleinen Samenkorn – so groß wie ein i-Punkt – lässt Gott etwas wachsen. Zunächst nur ein kleiner Sproß. Ein zartes grünes Pflänzchen. Unscheinbar und hilflos. Aber im Laufe der Zeit wächst es weiter, wird immer fester, größer. Es bekommt einen Stamm und Äste. Und dann – eines Tages wirst du sehen, dass durch deinen Kreis, durch deinen Glauben, durch dein Leben andere gesegnet worden sind. Dass sie Halt und Heimat gefunden haben.

Ich selbst durfte das auch erleben, dass aus meinen bescheidenen Versuchen, Menschen zu begleiten und geistlich zu prägen erstaunliches herausgekommen ist. Aber das ist dann nicht mein Verdienst – sondern Gott hat das in diesen Leuten bewirkt.

So ist es eben bei Gott: ER lässt aus einem Samenkorn – so groß wie ein i-Punkt – einen Baum wachsen. Unbegreiflich – aber wahr.

Zwei Fragen persönlich an dich:
1. Wie wäre es, einfach mal dafür zu danken, dass Gott aus dem kleinsten Samenkorn etwas Großes machen kann – auch aus deinem Kreis und aus deinem Leben?
2. Ganz praktisch: Welches Bild willst du in der nächsten Andacht gebrauchen?!?

3. Echt witzig

Am Ufer des Sees Genezareth fragt ein Tourist einen Schiffer, was eine Überfahrt kostet.
„Fünfzig Dollar!“ lautet die Antwort
„Was? Das ist ja Wahnsinn!“ entrüstet sich der Tourist.
„Ja wissen Sie“ belehrt ihn der Schiffer, „Jesus ging über den See zu Fuß.“
„Kein Wunder“, meint der Fremde, „bei diesen Preisen!“

4. Aus der Praxis für die Praxis

Einige interessante Links kamen von Wolfgang Schmidt aus Stein-Deutenbach:
www.nikodemus.net – wirklich gut für Seelsorge – auch zum chat donnerstags abends…
www.marburger-medien.de – gutes Material zu Halloween
www.ec-jugend.de und www.ichglaubs.de zu News aus dem Deutschen EC-Verband

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