Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 352] Der Flüstertest

Hey!

das neue Jahr hat begonnen – ich hoffe du hattest einen guten Start.
Ich wünsche dir mit der neuen Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ ein glückliches und gesegnetes Jahr 2014!

Wenn wir ganz nah bei Gott sind, dann kann uns nichts kaputt machen – auch wenn es manchmal ganz schön heftig kommt. Mehr dazu in der Andacht unten.

Gott segne und bewahre dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Ihr seid von Gott auserwählt und seine geliebten Kinder, die zu ihm gehören. Darum sollt ihr euch untereinander auch herzlich lieben mit Barmherzigkeit, Güte, Bescheidenheit, Nachsicht und Geduld. Ertragt einander, und seid bereit, einander zu vergeben, selbst wenn ihr glaubt, im Recht zu sein. Denn auch Christus hat euch vergeben.
Kolosser 3,12+13

2. Der Flüstertest

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Teenager über seine Klasse. Er erzählte mir, dass wenn er morgens in die Klasse kommt, er erstmal mit: „Wie siehst du denn heute wieder scheiße aus!“ begrüßt wird. Und wenn dann mal ein Gespräch unter den Jungs in der Klasse entsteht, dann geht es darum, wer fertig gemacht wird: „Du kannst ja nicht mal Fußball spielen, du bist doch voll der Looser, du hast ja nicht mal ein Hobby, echt peinlich wie du dich verhältst.“
Und so geht das den ganzen Tag.

In was für einer Welt leben wir eigentlich? Derjenige, der die anderen am besten fertig machen kann, der ist der Chef? Oder was?
Und wenn man dann erwachsen wird - am Arbeitsplatz - geht es oft genauso zu. Nur etwas subtiler. „Wenn Sie die erwünschte Leistung nicht schaffen, dann sieht es schlecht aus um Ihre Zukunft.“ Oder: „Die nächste Stufe in der Karriereleiter kriegen Sie eh nicht. Da gibt es bessere Leute als Sie!“

Ich befürchte, dass wir keine bessere Welt haben, als die, in der wir leben. Es scheint normal zu sein, dass man manchmal so richtig gegen die Wand fährt. Vielleicht ist es normal, dass es Leute gibt, die meinen, schneller, besser, schlauer und erfolgreicher zu sein als man selbst – und es einem genüsslich unter die Nase reiben.

Aber die Frage an dich und mich ist doch, was wir als nächstes tun? Bleiben wir im Selbstmitleid hängen, wälzen uns im Schlamm unserer kleinen Welt? Oder erheben wir den Blick nach oben. Zu dem, der alles gemacht hat. Der uns liebt, der uns gut und einzigartig gemacht hat. Mit allen Schwächen, mit allen Problemzonen und allem Frustpotenzial.
So hat Gott dich gemacht und er liebt dich – unbegreiflich liebt er dich! Er sagt zu dir: „Du bist mein Sohn“ oder „Du bist meine Tochter“. Du bist „sehr gut“, so wie du bist!

Eine kleine Geschichte von Mary Ann Bird hat mir geholfen, das wieder neu zu verstehen:

„Ich wuchs in dem Wissen auf, dass ich anders war, und ich hasste es. Ich wurde mit einer Hasenscharte geboren und als ich in die Schule kam, machten meine Klassenkameraden mir klar, wie ich auf sie wirkte: Ein kleines Mädchen mit einer missgestalteten Lippe und einer entstellten Sprache. Ich war überzeugt, dass niemand außer meiner Familie mich lieben konnte.

Im zweiten Schuljahr gab es jedoch eine Lehrerin, die wir alle liebten. Die kleine, rundliche Dame hieß Frau Leonhard. Einmal im Jahr machten wir einen Hörtest und schließlich war ich an der Reihe. Ich wusste aus dem vorangegangenen Jahr, dass Frau Leonhard an ihrem Pult saß und irgend etwas flüsterte, während wir an der Tür standen und uns ein Ohr zuhielten. Sie flüsterte dann Sätze wie „Der Himmel ist blau“ oder „Hast du neue Schuhe?“, die wir dann wiederholen mussten.

Da stand ich dann und wartete auf die Worte, die Gott ihr in den Mund gelegt haben musste, jene sieben Worte, die mein Leben veränderten.
Frau Leonhard flüsterte: „Ich wünschte, du wärst meine Tochter“.

(engl. Original von Mary Ann Bird aus dem Guideposts Magazine, Januar 1985)

Eine Frage persönlich an dich:
Wer in deinem Mitarbeiterkreis oder Jugendgruppe bräuchte auch mal einen Menschen, der ihm die Hand auf die Schulter legt und sagt: „Du bist echt wichtig und wertvoll für mich“?
Wie wäre es, beim nächsten Treffen, genau das zu tun?

3. Tipp für die Praxis

Ein Bekannter von mir hat was richtig Cooles angefangen, das ich hier empfehlen will:
Das Café „Am Schwarzen Brett“ ist soziales Projekt und Gemeindeneugründung in Berlin - am Tempelhofer Kiez. Seit August stehe ich - Andy (Theologe, Barista, Kriegsdienstverweigerer) hinter der Bar und brüh‘ so vor mich hin. Jetzt suche ich enthusiastische Mitbrüher, die Zeit und Lust haben mit mir etwas Außergewöhnliches aufzubauen.
Interesse?
Andy Romeike
0176 62188253
Ein paar Bilder + Infos dazu: https://www.facebook.com/andy.romeike/media_set?set=a.10152118285143675.1073741826.531698674&type=1

4. Echt witzig

Zwei Kollegen unterhalten sich nach dem Weihnachtsurlaub: „Sag mal, war eigentlich unter deinen Weihnachtsgeschenken auch eine richtige Überraschung?“
Antwort: „Und ob! Ich bekam von unserem Chef ein Buch, das ich meinem Kollegen vor Jahren ausgeliehen hatte!“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails. Du kannst auch nach Stichworten suchen mit unserer Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

Neueste Beiträge

18 Kennenlernfragen: Mit diesen Fragen brichst du das Eis in jeder Gruppe

Wie ein Reh im Scheinwerferlicht schauen mich acht Augenpaare an. Es ist der erste Abend…

29. April 2021

Gottes Meisterwerk: Warum du kreativer bist als du denkst

Viele Menschen halten sich nicht für »kreativ« – aber da liegen sie falsch. Wir alle…

20. April 2021

Das Lockdown-Paradox: Wie bekomme ich mein Zeitgefühl zurück?

Wir leben in einer seltsamen Zeit, die wenig Struktur und Neues bietet. Wie können wir…

16. April 2021

Sex, Verzweiflung, Mord und die Unterstellung eines rassistischen Motivs

Die Nachrichten über Waffengewalt aus den USA scheinen kein Ende zu nehmen. Vor zwei Wochen…

6. April 2021

Gute Nachricht schlecht verpackt? Das muss nicht sein [4 Tipps]

Evangelisation muss nicht zum Fremdschämen sein. Wie können Jugendleiter:innen das Teilen des Evangeliums jungen Menschen…

25. März 2021

Bringen wir Jugendlichen bei, ihre Sünden zu bekennen oder zu verbergen?

Machen wir unsere Kinder zu Heuchlern? Schaffen wir ein Umfeld, in dem Teens das Gefühl…

17. März 2021