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[Jugendleitermail 356] Beten heißt Vetrauen

Hallo!

Aktuell ist die weltweite EC-Gebetswoche – und in diesem Monat startet auch die deutschlandweite EC-Gebets-Netz-Aktion, die ein Team und ich gemeinsam vorbereiten durften. Der Plan ist, dass immer ein Jugendkreis für einen anderen betet. Da betet eine Jugendgruppe im Süden für eine im Norden – eine im Westen für eine im Osten usw. – so dass über 500 Jugendgruppen Monat für Monat füreinander beten.

Ich bin echt gespannt, was Gott durch diese Gebete verändern wird.

Ich wünsche dir, dass Gott dich segnet, begleitet und bewahrt. Und dass er dich erleben lässt, wie ER deine Gebete erhört … gerade auch in dieser Woche.

Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Nachdem sie gebetet hatten, bebte die Erde an dem Ort, wo sie versammelt waren. Der Heilige Geist erfüllte sie alle, und sie verkündeten das Wort Gottes mutig und offen.
Apg. 4,31

2. Beten heißt Vertrauen

Seit langer Zeit hatte es keinen Tropfen geregnet. Die Sonne schien erbarmungslos vom Himmel und dörrte die frisch aufkeimende Saat auf den Feldern aus. Verzweifelt berieten sich der Pfarrer und der Bürgermeister des Ortes, was sie tun sollten. Schließlich sagten sie: Lasst uns jetzt eine Woche lang jeden Tag beten, dass Gott am Ende der Woche Regen schenkt.

So riefen sie die Bevölkerung zum Beten auf. Am Montag kamen einige – und am Dienstag einige mehr. So wuchs die Gemeinde der Betenden jeden Tag. Schließlich wurde es Sonntag … aber es hatte noch keinen Tropfen geregnet.

Als man sich am Sonntagabend sich zum Beten traf, war die Stimmung im Keller. Die Zahl der Beter hatte bereits wieder abgenommen. Ihre Gesichter spiegelten Enttäuschung und Ärger. Für was hatte man sich die ganze Woche getroffen, gebetet und gesungen?

Schließlich trat der Pfarrer nach vorne, um die Gebetsversammlung zu eröffnen.
Als er gerade mitten in der Begrüßung war, öffnete sich quietschend die alte Kirchentür und ein 8-jähriger Junge kam herein. Der Pfarrer hielt inne und die ganze Gemeinde drehte sich um und sah zur Tür. Der Junge hatte einen Regenschirm unterm Arm, obwohl draußen immer noch die Sonne schien.

Beschämt gingen die Gläubigen an diesem Abend auf ihre Knie und beteten um Regen. Und sie taten es anders als bisher – voller Hoffnung und Vertrauen. Und wirklich: Noch in der Nacht ging ein Landregen auf die ausgedörrten Felder nieder.

Was lerne ich daraus:
Gott greift ein. Er handelt auf unser Gebet hin. Manchmal ganz anders als wir es uns erhoffen – aber er tut es.
Ich weiß nicht, welche Erfahrungen du in deinem Jugendkreis mit dem Beten gemacht hast? Aber aus allem, was ich bisher erlebt habe, muss ich sagen: Es lohnt sich. Füreinander zu beten ist eines der wertvollsten Dinge, die eine Jugendgruppe machen kann: Für Klassenarbeiten, für einen kranken Freund oder Verwandten, für die Situation in der Schule, für die Fahrschulprüfung.

Aber man kann auch für seinen eigenen Ort beten: Für den Bürgermeister, den Stadtrat, für die Schulen, für die Lehrer (ja man kann auch für sie beten :-), für die Situation der Asylanten, für eine Firma, die droht pleite zu gehen, usw.

Und man kann auch für andere Jugendgruppen beten: Dass sie innerlich und äußerlich wachsen und sich weiter entwickeln. Vielleicht fehlen gerade Mitarbeiter – dann betet dafür. Man kann beten, dass die Jugendgruppe neue Jugendliche gewinnt. Man kann für Aktionen beten – aber auch für die ganz normalen laufenden Gruppenstunden.

Ich will euch Mut machen zum Beten. Beten verändert Dinge. Beten verändert Situationen. Das habe ich schon oft erlebt. Gott antwortet zwar nicht immer so, wie ich es erwartet hätte – aber er antwortet auf unser Gebet. Das hat er versprochen.

Jesus hat selbst gesagt:
„Bittet, so wird euch gegeben. […] Wie viel Gutes wird euer Vater im Himmel denen geben, die ihn darum bitten!“ (Matth. 7,7+11)

3. Tipp für die Praxis

Manchmal gibt’s bei Gebetsgemeinschaften ewig lange Gebete. Dadurch wird verhindert, dass auch die Wenig-Beter zum Zug kommen.
Als ich einmal in einem Jugendkreis war, sagte der Leiter: „Heute betet nur jeder einen Satz. Und dann ist der nächste dran“.
Die Gebetsgemeinschaft an diesem Abend war richtig gut. Jeder konnte beten. Und die Viel-Beter konnten mehrmals beten. Es war eine entspannte und persönliche Atmosphäre.
Probier es mal aus.

4. Echt witzig

Ein Witz für die Kollektenansage, den ich vor kurzem gehört habe:

Die Euros und Cents kommen an die Himmelspforte. Als erstes kommen die Münzen und Petrus lässt sie gerne passieren. Danach kommen die 5- bis 20-Euro-Scheine. Petrus zögert etwas – aber lässt sie dann doch rein.
Als die 50er, 100er und 500er kommen und in den Himmel wollen, lässt er die Himmelspforte verschließen: „Tut mit leid,“ sagt er, „ich kann euch leider nicht reinlassen – euch hab ich in der Kirche nie gesehen!“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
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Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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