Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 357] Reich Gottes – ganz anders

Hi!

Wie gehen wir mit unserer Welt um? Schonen wir Ressourcen, nehmen wir wahr, wie Menschen in anderen Teilen der Welt leiden, weil wir billig einkaufen wollen? Und wie hat sich Gott das eigentlich vorgestellt?
Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Simon aus Marburg hat darüber nachgedacht und lässt uns an seinen herausfordernden Gedanken teilhaben.

Ich wünsch dir eine gesegnete Woche – dass Gott dich begleitet und bewahrt!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an.
Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Mk 10,42f

2. Das Reich Gottes ist anders

Eine der wichtigsten Fragen, die mich vor 3 Jahren beschäftigt haben, war: An welcher Universität beginne ich mein Theologiestudium. Die Auswahl ist groß und die Universitäten sind sehr verschieden. Nach langem hin und her habe ich mich dann für Marburg entschieden. Marburg war mir bekannt als sehr, sehr - sagen wir - unkonservative Stadt. Es würde mich eine Theologie erwarten, die meiner eigenen stark widerspricht. Aber da ich die Herausforderung nicht scheuen wollte, bin ich mit vielen guten Ratschlägen, Überlegungen und Gedanken nach Marburg gezogen.

Doch trotz allem war ich auf das, was mir dort begegnete, nicht vorbereitet: das Reich Gottes. Nicht in einer Kirche und nicht in einer Gemeinde.

„Reich Gottes“ das ist ein Begriff, der mir immer mal wieder begegnet ist, der aber nie eine besonders wichtige Rolle gespielt hatte. Schade. „Reich Gottes“ ist nämlich der zentrale Begriffe in der Botschaft Jesu. Die anbrechende Gottesherrschaft, die schon da ist aber irgendwie auch noch nicht. Die Gottesherrschaft, die ganz anders ist als man sie sich so vorstellt. Anders als sie sich die Menschen früher vorgestellt haben und wahrscheinlich anders als viele sie sich heute vorstellen. Im Reich Gottes erfahren Arme, Kranke, Schwache und Ausgestoßene Wertschätzung und Heilung.

Das Reich Gottes ist Veränderung. Soweit ist es wahrscheinlich noch bekannt. Aber was heißt das umgekehrt? Die, die Menschen arm, krank und schwach machen, hören auf damit. Die Mächtigen sind nicht mehr mächtig und die Unterdrücker unterdrücken nicht mehr. Und das ist schon jetzt angebrochen?! Was bedeutet das in einer Welt, in der die westlichen (christlichen?) Gesellschaften den Rest der Welt unterdrücken und ausbeuten? In einer Welt, in der andere leiden müssen, damit wir billige Kleidung und Nahrung haben?

Ich habe gesehen, dass Christen Lobpreislieder singen, spenden, über alles mögliche und unmögliche diskutieren, in ihre Gemeinde viel Zeit stecken. Das ist auch sicher alles gut. Aber was ich selten gesehen habe, waren Christen, die darüber besorgt und erschüttert waren, dass andere für ihren Lebensstil leiden müssen. Und die dementsprechend gehandelt haben. Solche Menschen habe ich erst in Marburg getroffen und es waren wenige Christen dabei.

Was mir fehlt ist nicht, dass wir als Christen ein bisschen mehr fair gehandelten Kaffee kaufen (was sicher ein Anfang wäre), sondern, dass wir unseren ganzen Lebensstil - Handeln, Denken aber auch unseren Konsum - hinterfragen und verändern für das Reich Gottes.

(Simon Schu)

3. Tipp für die Praxis

Zu empfehlen sind die Bücher von Shane Claiborne.
http://brunnen-verlag.de/ich-muss-verruckt-sein-so-zu-leben-1.html

Die Michainitiative (www.micha-initiative.de) scheint mir geeignet, um in das Thema einzusteigen oder es zu vertiefen. Alternativ könnte man sich auch in einem Eine-Welt-Laden informieren.

4. Echt witzig

„Perfekte Menschen gibt es an jeder Ecke“, sprach Gott und formte die Welt rund.


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Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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