Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 390] Erweckung

Hallo !

… ihr lieben Jugend- & Teenyleiter,
wann habt ihr denn das letzte Mal einen richtigen Aufbruch erlebt in eurer Jugend – wann haben sich das letzte Mal Jugendliche für Jesus bei Euch entschieden? Was können, müssen wir tun, dass das passiert? …….
Wir wünschen euch gute Impulse beim Lesen der neuen Jugendleitermail!
Euer
Hanno und Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Meint ihr, die Schrift sagt umsonst: Mit Eifer wacht Gott über den Geist, den er in uns hat wohnen lassen, und gibt umso reichlicher Gnade? Darum heißt es (Sprüche 3,34): »Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.« (Jakobus 4,5+6)

2. Erweckung

Elberfeld 1819. Im äußersten westlichen Zipfel des preußischen Reiches gelegen findet sich hier eine spannender Bevölkerungsmix: Aus allen Teilen des Reiches strömen Familien herbei, denn hier gibt es Arbeit in Textilverarbeitung und Eisenhandwerk. Arbeitersiedlungen entstehen, ohne soziale Infrastruktur oder Kanalisation. Daneben stehen herrschaftliche Villen der wenigen, die mit diesem ersten industriellen Aufschwung reich werden. In den folgenden Jahrzehnten wird sich die Bevölkerung mehrfach verdoppeln.

Da schreibt ein Pfarrer in einem Brief: „Ein großes Werck Gottes ist hier durch seine unbegreifliche Gnade entstanden. Es ist nicht zu beschreiben, & erfahrne Christen wißen sich nicht einer ähnlichen Erweckung zu erinnern. Ueber gantze Schulen beinahe ist der Geist Gottes ausgegoßen. Kinder von 6 Jahren suchen den Herrn Jesum & schreien zu Ihm um Vergebung der Sünden. Zu 8 bis 10 kommen unaufgefordert zu ihren Lehrern & bitten mit Thränen, daß Sie ihnen verzeihen möchten. Kinder der gottlosesten Eltern werden ergriffen & laßen sich durch nichts abhalten, dem Herrn Jesu sich hinzugeben. An mehreren Orten kommen sie unter sich zusammen, & bringen gantze Stunden im Gebete zu. Einer nach dem anderen betet so herzdurchdringend, daß die Eltern, welche an den Thüren horchen, ja selbst Wiedrig gesinnte staunen & sich der Thränen nicht erwähren können. […] Am 2ten Weihnachtstage waren 187 Jünglinge bei mir versammelt, am 2ten Januar 150 bis 160. Sie blieben selbst im schmutzigsten Wetter nicht aus. […] Auch in X. soll jetzt eine große Erweckung sein, besonders unter Katholiken, welche mit ihren protestantischen
Brüdern in liebster Eintracht und Gemeinschaft leben.“

Dieser Bericht bewegt mich innerlich und eine Sehnsucht kommt auf, so etwas neu zu erleben. Lasst die Zeilen mal auf euch wirken. Was denkt ihr?

Mir sind drei Sachen aufgefallen:
1. Es sind nicht nur starke Gefühle die hier entstehen, es folgen auch handfeste Taten: Die Kids bitten nicht nur Jesus um Vergebung, sondern auch ihre Lehrer. Da muss der Heilige Geist ganz schön Mut verteilt haben.
2. Wir denken häufig, wir heute hätten es voll drauf und wüssten besser Bescheid über Bibelauslegung und Gemeindebau, als die Leute früher. Dem Demütigen schenkt der Herr Gnade (Sprüche 3,34).
3. Konfessionsgrenzen werden unwichtig. 10 Jahre später wird ein katholischer Priester hier eine Kirche bauen. Als seine Geldmittel erschöpft sind, legen die Protestanten 14 000 Taler zusammen und verhindern so, dass der Rohbau versteigert werden muss.

Das, was hier geschieht, kann man nicht durch Strategien und Programme erreichen. Aber es lohnt sich offensichtlich, sich danach zu sehnen, denn Gott schenkt so etwas. Und wir können unsere Bequemlichkeit und Rechthaberei opfern, um Gottes Geist Freiheit zum Wirken zu geben.

Von Ingmar Wendland

3. Tipp für die Praxis

Zeigt mal euren Jugendlichen den Briefausschnitt oben. Sagt mal nix dazu, sondern fragt nur, was sie denken und was das in ihnen auslöst.
Es ist kein Mittel, um Erweckung zu machen, aber wie wäre es, mal einen Begegnungsabend mit Jugendlichen einer anderen Kirche zu gestalten? Dabei ginge es vor allem anderen darum, zuzuhören und den eigenen Horizont erweitern zu lassen.

4. Echt witzig

Drei Missionare werden von Kannibalen gefangen genommen. Die Kannibalen machen ihnen ein Angebot: „Wenn ihr uns ein Wort nennt, von dem wir nicht die Bedeutung kennen, dann essen wir euch nicht auf“.
Daraufhin überlegt der erste Missionar und sagt: „Absolution“. Die Kannibalen-Häuptlinge versammeln sich und beratschlagen, nach einer Weile kommen sie zurück und sagen: „Damit ist doch sowas wie Vergebung der Sünden gemeint,“ und fressen ihn auf.
Der zweite Missionar sagt: „Hostie“. Die Kannibalen beraten etwas länger, kommen nach einer Weile wieder und sagen: „Das ist doch diese kleine Stück Brot, das man isst, und das sich dann angeblich verwandelt,“ und fressen ihn auf.
Der dritte Missionar überlegt kurz, dann nennt er sein Wort: „Ältestenrat“. Die Kannibalen-Häuptlinge treffen sich wieder, und beraten sich. Nachdem mehrere Stunden vergangen sind, beraten sie sich noch immer. Schließlich kommen sie zurück und sagen: „Ok, du hast gewonnen, aber sag uns was dieses Wort bedeutet!“
Daraufhin antwortet er: „Ein Ältestenrat macht genau das, was ihr die ganze Zeit macht – erst wird drei Stunden beraten, danach fressen sie Dich auf.“


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Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails. Du kannst unter anderem auch nach Stichworten suchen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Copyright: EC-Bayern / Lebenstraum

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