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[Jugendleitermail 407] Leidenschaft in G Dur

Hello

… everybody,
anbei etwas später, aber dennnoch mit Leidenschaft die Jugendleitermail für diese Woche -
möge Sie Euch wertvolle Impulse liefern in dem Dienst den Ihr für unseren Herrn tut!
Herzliche Grüße von Hanno & Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

„Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener“, sagt Jesus (Matthäus 20:26)

2. Leidenschaft in G Dur

Konzert der Nachwuchskünstler, die ebenso nervös wie durchgestylt versuchen umzusetzen, was sie wochenlang geübt haben. Am E-Bass steht Günther, um das junge Volk aus dem Hintergrund heraus zu unterstützen und Sicherheit zu geben. Er ist etwa so alt wie ich und bis auf seine beträchtliche Körperfülle eine gänzlich unauffällige Erscheinung. Na ja – eigentlich wirkt er schon etwas ärmlich mit der zu tief hängenden Jeans, dem schlabberigen Sweatshirt und den ausgetretenen Sandalen. Aber man schenkt ihm keine Beachtung.
In den Blick gerät Günther, als er den Bass gegen die knallrote Gitarre tauscht und schließlich zu einem Solo ausholt. Was langsam anfängt, baut sich in Tempo und Brillanz dermaßen auf, dass die Zuhörer geradezu elektrisiert sind. Als wir schon keine Steigerung mehr für möglich halten, löst er die rechte Hand von ihrem angestammten Platz und führt sie da hin, wo eigentlich die Linke zwischen die Bünde greift. Nun tanzen sechs Finger von zwei Händen in einem wilden Pizzicato über die Saiten und tragen uns auf einer Welle der Begeisterung davon. Nach Abschluss des Solos bricht sich die Begeisterung in stürmischem Applaus Bahn. Wahnsinn!

Aber der Knüller kommt erst noch. Während des Solos spiegelte sich auf Günthers Gesicht eine nicht exaltierte, aber doch völlige Hingabe an die Musik. Und genau diese Seelenverfassung bleibt erhalten, als er sich bei den nächsten Stücken musikalisch wieder in die Phalanx der Begleitinstrumente einreiht. Mein Blick haftet auf ihm, als seine rechte Hand gefühlvoll über den Saiten schwebt, während er mit links von A auf G-Dur wechselt. Die Kollegen, die noch viele Jahre üben müssen, um seine Klasse zu erreichen, gucken demonstrativ gelangweilt herum und tun damit ihre künstlerische Unterforderung kund. Günther dagegen legt sein ganzes Können und seine ganze Liebe zur Musik wie in das Solo so auch in den jetzt anklingenden Akkord. Man spürt und sieht seine Entschlossenheit: Wenn nun der nicht allzu anspruchsvolle Popvortrag der jugendlichen Sängerin nach einem G-Dur-Akkord verlangt, dann soll es das beste, einfühlsamste und klarste G-Dur sein, das in diesem Augenblick an diesem Punkt des Universums gespielt werden kann.

Das ist Günthers Vorbild für uns: Wenn es deine Berufung ist und du die Begabungen für ein Solo hast, dann dreh ruhig mal richtig auf. Warum nicht. Wenn andere ihre Freude daran haben? Aber wirkliche Größe zeigt sich darin, wie du im Background spielst. Ein Großer im Reich Gottes bist du, wenn du im Gespräch mit deinem Mitschüler entschlossen bist, jetzt der bestmögliche Zuhörer zu sein, den es für ihn in diesem Augenblick gerade geben kann. Größe beweist sich nicht im Zeugnis über tolle Glaubenserfahrungen, sondern in der Herzenshaltung, in der du den Jugendraum putzt und in der Entschlossenheit, mit der du Jüngere in ihrer Entwicklung förderst.
„Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener“, sagt Jesus (Matthäus 20:26). Dienen, das ist Leidenschaft in G.
… aus „Shampooflaschen, Plöpmob, Kleingedrucktes“ von Rudolf Westernheide

3. Tipp für dei Praxis

Überasche die nächsten Tage einfach mal Menschen in Deinem Umfeld:
Familienangehörige, Arbeitskollegen, dein Chef, einer deiner Lehrer einfach mit etwas gutem -
ein Stück tiefgekühlter Melone, einem Wort der Ermutigung, einer freundlichen Geste der Hilfeleistung - einfach so, ohne dass große Not da ist, sondern einfach um des Menschen willen die Person ermutigen, beschenken, überaschen ….
Es wird einen Unterschied machen!

4. Echt Witzig

Erste Vorlesung der Medizinstudenten im ersten Semester. Der Professor: »Meine Damen und Herren, zwei Dinge zeichnen einen guten Arzt aus. Erstens: die Fähigkeit Ekel zu überwinden und zweitens messerscharfe Beobachtungsgabe. Wir fangen heute mit der Ekelüberwindung an.« Sprachs und tauchte seinen Finger in ein Glas mit ekeliger, stinkender, grün-gelber Flüssigkeit. Er zieht den Finger wieder raus und leckt ihn zum Entsetzen der Studenten ab. Er nimmt das Glas, geht zur ersten Sitzreihe und stellt es vor einen Stundenten auf den Tisch … Der ziert sich eine Weile, taucht aber schließlich doch seinen Finger in das Glas und leckt ihn ab. Meint der Profes- sor: »Ihren Ekel haben sie zwar überwunden, aber Ihre Beobachtungsgabe lässt noch sehr zu wünschen übrig. Ich habe den Zeigefinger eingetaucht und den Mittelfinger abgeleckt.«


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Viel Spaß beim Stöbern!
Copyright: EC-Bayern / Lebenstraum

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