Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 409] Der Tisch

Hallo !

liebe Freunde unserer Jugendleitermail. Wir wünschen Euch, durch diese Mail neu angeregt zu werden, in Gottes Wort tief zu schürfen.
Viel Segen an dem Platz, wo Ihr grad aktiv seid!
Beste Grüße,
Hanno & Stephan

1. Ein Wort der Ermutigung

Ich bin der gute Hirt. Ich kenne die, die zu mir gehören, und sie kennen mich. Genauso kennt mich der Vater und ich kenne ihn. Ich bin bereit, für die Schafe zu sterben.
Johannes 10,14-15 (BasisBibel)

2. Der Tisch

Tischlein, deck dich. Goldesel, streck dich. Knüppel aus dem Sack.
Ein bekanntes Märchen, dass aber mit dem vielleicht noch bekannteren Psalm 23 wenig zu tun hat. Und trotzdem werden in beidem sowohl der Tisch, als auch der Knüppel angesprochen. Ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit Psalm 23 beschäftigt und dabei das Buch „Psalm 23 aus der Sicht eines Schafhirten“ von W. Phillip Keller gelesen.
Sicher nicht hochtheologisch, aber es hat mir geholfen besonders einen Vers besser zu verstehen: Psalm 23,5 - Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Da geht ́s direkt ums Essen. Es geht aber nicht um einen Tisch wie wir ihn kennen. Das Wort für Tisch bezeichnet die Sommerweide der Schafe auf der Hochebene.
Im Frühjahr vor der ersten Schneeschmelze macht sich der Hirte auf zum ersten Erkundungsgang oben auf Hochebene. Er begutachtet alles genau, erstellt einen Weideplan und überlegt, wie er im kommenden Sommer das Beste dort für seine Herde herausholen kann. Es folgen weitere Erkundungsreisen, bei denen er immer einen gewissen Vorrat an Salz und Mineralien anlegt. 

Er überlegt wo er sein Lager errichtet. Er plant welche Weiden stark beweidet werden und welche weniger. Er prüft ob die Gebiete frei von Giftpflanzen sind und umgeht diese Wiesen oder muss die Pflanzen ausrotten. Er muss Wasserlöcher, Trinkstellen und Brunnen reinigen. Kleine Dämme wieder errichten und Quellen wieder freilegen.
Diese Arbeit muss jeden Frühling aufs Neue getan werden. Doch selbst die gute Vorbereitung hilft nichts gegen Schwierigkeiten, die ihm dort begegnen können.
Der Hirte bereitet für die Schafe eine Sommerweide im Angesicht der Feinde. Denn die Raubtiere kann er nicht ausrotten. Sobald er mit seiner Herde die Sommerweiden erreicht, muss er wachsam sein und mit seinem Stecken die Raubtiere vertreiben. Wölfe, Pumas oder auch Bären sind nicht selten.
Was ein genialer Hirte wir da haben. Er sorgt schon Monate vorher für seine Schafe. Jedes Jahr aufs Neue. Um zu verhindern, dass wir in ein Unglück hineinschlittern ist unser Meister schon vor Ort gewesen. Gleichzeitig aber gibt es die Raubtiere.
Man könnte sagen, der Teufel ist das Raubtier, dass täglich lauert und nur darauf wartet angreifen zu können. Täglich sind wir seiner Gefahr ausgesetzt.
Der Hirte weiß um die Raubtiere, wie auch Gott um den Teufel weiß.
Die Schafe sind sich ihrer Situation vielleicht gar nicht bewusst und verharmlosen die Macht der Raubtiere. Doch der Hirte weiß Bescheid.
Ich merke, dass ich oft meinen Alltag ohne den leisesten Gedanken an den Widersacher Gottes lebe.
 Ich blende die Gefahr vollkommen aus. Dumm wie ein Schaf bestreite ich meinen Alltag. Steh auf meiner Weide. Erwarte, dass der Hirte sich um mich kümmert.

Ich nehme mir vor, dass ich mir mehr der Raubtiere meines Lebens bewusst bin. Der Teufel, der nur auf Chancen wartet um sich über mich herzumachen.
Doch ein Leben auf dem Hochland ist einfach genial. Der gute Hirte, unser Vater im Himmel, hat voller Liebe alles vorbereitet und beschützt seine Schafe gegen alle Gefahren. Sogar dann, wenn wir es gar nicht wissen!
Von Christopher Rühl, Jugendpastor in der evang. Gemeinschaft Ergersheim

3. Tipp für die Praxis

Oft verstecken sich hinter den bekannten biblischen Texten wahre Schätze.
Ich entdecke immer wieder, dass gerade die Gleichnisse des Neuen Testaments und die Geschichten, die man denkt schon auswendig zu kennen, einen besonderen Reiz haben.Doch es ist gar nicht so einfach diese Schätze zu heben. Wie kann ich die Texte besser verstehen und ihnen auf den Grund kommen?
Das einfachste ist es, sich mit anderen darüber auszutauschen und so Wissen und Verständnis zu kombinieren.
Eine geniale Hilfe ist auch das Buch:
„41 Methoden zum Bibellesen mit Gruppen“ von Daniel Rempe
Besonders praktisch dabei ist: Zu jeder Methode gibt es Beispielstellen aus der Bibel, zu denen die einzelne Methode gut passt und somit geübt werden kann.

4. Echt witzig

Ein Missionar in Afrika wird eines Tages bei einem Spaziergang im Dschungel von einem Löwen angefallen. Der Missionar rennt und rennt und rennt um sein Leben.
Der Löwe verfolgt ihn, und kommt nach und nach immer näher. Im letzten Moment - der Löwe holt schon zum Alles entscheidenden Sprung aus - bremst der Missionar ab, kniet nieder und schickt ein Stossgebet zum Himmel: „Oh Herr, bekehre diesen Löwen! Lass ihn an dich glauben!“
Der Loewe bremst mitten im Sprung ab, kniet neben dem Missionar nieder, faltet die Pfoten ebenfalls zum Gebet. Schweissgebadet steht der Missionar auf, lehnt sich erleichtert an den nächsten Baum und lauscht dann dem Gebet des Löwen: „Komm Herr Jesu, sei unser Gast, und segne, was du uns bescheret hast. Amen.“

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