Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 414] Ein Leben in der Hingabe

Hallo !

… liebe Leser der Jugendleitermail.
Wir wünschen Euch mit dieser Ausgabe herausgefordert zu werden, Euer Leben in der Hingabe an Christus zu leben und zu gestalten. Diese Welt und die Verlorenen in ihr brauchen es im besonderen.
Seid gesegnet,
Hanno & Stefan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Jesus sagt: „Niemand kann mir das Leben nehmen. Ich gebe es aus freiem Entschluss.“
Joh 10,18

2. Ein Leben in der Hingabe

1996 erschüttert die Nachricht über die Geiselhaft von sieben Mönchen in Algerien, darunter der Prior der Trappistengemeinschaft Christian de Chergé. Eine radikalislamische Gruppe forderte die Freilassung eigener Landsleute. Die französische Regierung blieb mehrere Wochen lang hart, bis man Christian und seine Brüder schließlich enthauptete.
Was die Geschichte für mich so besonders macht, ist die Tatsache, dass Christian de Chergé seinen Tod schon geahnt hatte. Der Bürgerkrieg im muslimischen Algerien bestimmte maßgeblich das Leben. Er hatte gewusst, dass auch er eines Tages einem Attentat zum Opfer fallen würde. Deshalb schrieb er folgende Sätze, u.a. an seinen zukünftigen Mörder:
„Wenn es mir eines Tages geschehen sollte – und das könnte heute schon sein – ein Opfer des Terrorismus zu werden, der sich nun auch gegen alle Fremden in Algerien zu richten scheint, so möchte ich, daß meine Gemeinschaft, meine Kirche, meine Familie sich daran erinnern, daß mein Leben Gott und diesem Land geschenkt war. […] Und auch Du bist eingeschlossen, Freund meines letzten Augenblicks, der Du nicht weißt, was Du tust! Ja, auch für Dich will ich diesen dank und dieses A-Dieu („hin zu Gott“), das Du beabsichtigt hast. Daß es uns geschenkt sei, uns als glückliche Schächer im Paradies wiederzusehen, wenn es Gott, dem Vater von uns beiden, gefällt. Amen.“
Woher nimmt ein Mensch die Kraft seinem Mörder schon vor seinem Tod zu vergeben? Für Christian war ein Erlebnis sehr prägend.
Während eines Spaziergangs geriet er mit seinem muslimischen Freund Mohammed in einen Hinterhalt. Überzeugt davon, dass nun seine letzte Stunde geschlagen hatte, begann er sich innerlich zu verabschieden. Doch Mohammed trat zwischen die Angreifer und seinen Freund, sodass sie die beiden Männer laufen ließen. Diesen mutigen Auftritt musste er schon einen Tag später mit seinem Leben bezahlen.
Christian war von diesem Ereignis tief berührt. Mohammed ist ihm, obwohl er selbst kein Christ war, zu einem Nachahmer Jesu Christi geworden. So wie Jesus sein Leben für uns gab, gab Mohammed sein Leben für Christian. Diese Liebe war es, die ihn dazu befähigte sogar seinem Mörder zu vergeben.
Von Manuel Alexi

3. Tipp für die Praxis

I. Die Geschichte von Christian de Chergé gibt es als Film:
„Von Menschen und Göttern“ Xavier Beauvois (2011)

II. Geistliche Anregungen von Christian de Chergé finden sich in diesem Buch:
„Den Brunnen tiefer graben. Meditieren mit Christian de Chergé“
Christian Salenson - München 2011

4. Echt witzig

Minister: „Stellen Sie sich vor in meiner Jugend wollte ich Räuber werden!“
Zuhörer: „Sie Glücklicher! Wer kann sich schon seinen Jugendtraum erfüllen?“


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Viel Spaß beim Stöbern!
Copyright: EC-Bayern / Lebenstraum

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