Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 418] Sich ganz ausstrecken

Hallo!

… liebe Leser der JLM. Wir wünschen Euch einen guten und gesegneten Start ins Wochenende und wollen Euch ermutigen, Euch ganz nach Gott auszustrecken.
Beste Grüße
Hanno& Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

…es ist dieselbe Hand, die den Menschen gemacht
hat, die ihn nun wie aus der Ferne zart berührt und zum
Leben erweckt. Nicht hält die Hand Gottes den Menschen
näher in sich gefaßt, sondern sie hat ihn frei gegeben und ihre
schöpferische Kraft wird zur verlangenden Liebe des Schöpfers
zum Geschöpf. Die Hand Gottes auf diesem Bilde der Sixtina
enthüllt mehr Wissen über die Schöpfung als manche tiefe
Spekulation.
Dietrich Bonhoeffer, Schöpfung und Fall, DBW Band 3, Seite 72f

2. Sich ganz ausstrecken

Vor einiger Zeit bin ich Pate geworden. Ein „Ereignis“ im Leben meines Patenkindes hat mich besonders fasziniert und mir einen ganz neuen Blick auf eine ganz besondere Geste geschenkt.

Mein Patenkind konnte noch nicht sprechen und lernte so langsam mit den Menschen um sich herum zu kommunizieren.
Erst waren es unbeholfen Bewegungen und von Tag zu Tag wurden es bewusste Gesten.
Langsam lernte er wie man mit Gesten etwas erreichen und sagen kann.

Dann plötzlich von einem Tag auf den anderen überraschte er uns mit einem neuen Move.
Wenn er jemanden sah, dann streckte er zur Begrüßung den Arm aus und hielt dem Neuankömmling einen Finger hin. Wenn ich dann zu ihm ging, ließ er die Hand so lange gestreckt bis ich mit meinem Finger an seinen stupste.

Diese Geste hat mich echt berührt! Sie ist so winzig und zärtlich und doch sagt sie so viel.
Mein Patenkind war aber nicht der Erste der diese Geste entdeckte. Ein berühmter Maler, nämlich Michelangelo, hat in einem Gemälde in der Sixtinischen Kapelle dieses Bild gemalt.

Siehe in Wiki:

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Erschaffung_Adams#/media/File:Creación_de_Adám.jpg

Gott streckt Adam seine Hand entgegen. Genauso wie mein Patenkind mir seine.

Es ist eine sehr sanfte aber doch fordernde Geste. Eine Geste die aber Raum für meine Entscheidung lässt. Ich kann entscheiden, ob ich die Hand weiter ausstrecke oder nicht.

Für mich hat diese Erfahrung mit meinem Patenkind noch einmal ein ganz andres Licht auf das Bild geworfen.

Gott sucht mich, Gott sieht mich, Gott liebt mich und möchte eine Verbindung mit mir.
Und doch drängt er sich mir nicht auf. Er lässt mir Raum und Zeit den letzten Zentimeter zu überwinden.

Und ich? Wie ist es mit mir? Suche, finde und liebe ich Gott auch?

Eigentlich kann ich das für mich mit ja beantworten. Aber praktisch sieht es oft anders aus.
Meist nimmt mich der Alltag gefangen und ich vergesse Gott um mich herum. Dabei ist er nur einen kleinen Spalt, einen Fingerzeig entfernt.

Ein Psalmwort passt für mich wunderbar zu diesem Bild und den Gedanken.

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139,5)
Gott sucht dich. Er möchte Gemeinschaft mit dir.
Schön, dass du dir gerade die Zeit nimmst ihm entgegen zu kommen!
Von Christian Schönfeld, EC Bayern

3. Tipp für die Praxis

Nimm dir doch einmal am Tag die Zeit und strecke Gott auch deinen Finger entgegen.
Dieses Fingergebet kannst du jederzeit und überall durchführen:

http://hoerst-du-mich.de/fuenf-finger-gebet

4. Witz

Adam kommt mal wieder etwas später vom Büro nach Hause.
Meint Eva: „Ich werde das Gefühl nicht los, dass du eine andere hast!“
Darauf Adam: „Also ehrlich, Eva, du weißt genau, dass du die einzige Frau auf Erden bist!“
Nachts im Halbschlaf verspürt Adam Evas forschenden Finger auf seiner Brust.
„Eva-Maus - was machst Du da?“ Sie, grantig: „Na was wohl, ich zähle Deine Rippen…“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails. Du kannst unter anderem auch nach Stichworten suchen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Copyright: EC-Bayern / Lebenstraum

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