Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 44] Beichte – nur was für Katholiken?

Hallo,
heute ist Buß- und Bettag, alle Schüler haben frei. Wofür nutzt du die Zeit am heutigen Tag?
In dieser Mail möchte ich dir eine Chance anbieten über dein Leben nachzudenken und Dinge zu bereinigen, die zwischen dir und Gott stehen. Nutz die Chance!

Sei gesegnet,

Dein
Jan

1. Ein Wort zur Ermutigung

„Wenn uns unsere Fehler aber Leid tun, wir unsere Sünden echt bereuen und sie auch nicht verharmlosen, dann kann man sich auf Gott verlassen: Er vergibt uns unseren Mist und macht uns sauber von dem ganzen Dreck, in dem wir gelegen haben.“
(1. Joh. 1,9 nach der Volxbibel)

2. Beichte – nur was für Katholiken?

Beichte hat für uns so einen komischen Klang, klingt irgendwie alt, überholt, Mittelalter. Kann auch sein, dass es kein Zuckerschlecken ist, wenn man sich Gedanken über den Mist macht, der unser Leben dreckig macht und der verhindert, dass wir frei vor Gott leben können. Es klingt richtig schwierig…
Aber schau’n wir mal: Beichte hat mit Schuld zu tun – und die drückt und macht mein Leben schwer. Schuld ist alles, was ich ohne oder gegen Gott mache, denke, sage, … Beichte bedeutet nun, dass ich genau mit diesem gottlosem Mist zu Gott gehe und deswegen davon frei werde. Die Folgende der Vergebung können dann Freude, Mut, Frieden oder einfach ein neues Leben sein. Klingt so einfach…
Mein Stolz verhindert oft, dass ich einsehe, wenn ich Dinge ohne Gott getan habe. Und immer wieder passiert mir der gleiche Mist wieder, obwohl ich doch schon davon frei geworden bin. Manchmal glaube ich kaum noch, dass Gott mir vergeben kann. Klingt so unglaublich…
Spätestens dann brauche ich einen anderen Christen, der mir zuspricht, dass Jesus genau für diese Schuld am Kreuz gestorben ist. Und der mir dann zusagt: „Dir ist deine Schuld vergeben!“. Klingt so befreiend…
Klingt nicht nur so, das ist es auch! Und ich wünsche dir, dass du es heute erlebst! (Denk an das Wort zur Ermutigung aus 1. Joh. 1,9 – Jesus vergibt und macht sauber!!!)

Beichte ist ein schwieriger Schritt, wenn du losgehst. Beichte ist einfach, denn du musst nur ehrlich werden. Beichte ist unglaublich, weil Jesus dir wirklich vergibt und Beichte ist befreiend, wenn du sie in Anspruch nimmst.

Konkrete Fragen an dich persönlich:
Früher haben Christen „Beichtspiegel“ als Hilfe benutzt, damit ihnen mit persönlichen Fragen Schuld bewusst wird und sie dafür um Vergebung bitten konnten. Nimm dir heute doch Zeit das mit dem folgenden Beichtspiegel zu tun. Lass dich nicht von „alten“ Worten oder Länge abschrecken, ich habe ihn bewusst nicht verändert. Der Beichtspiegel stammt aus dem Internetportal der baptistischen Gemeinde in Wolfenbüttel:

1. Gebot „ Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ – Habe ich Gott über alle Dinge geliebt, ihm den ersten Platz im Leben eingeräumt? – Bin ich ihm mit Ehrfurcht begegnet? – Habe ich aus Menschenfurcht meinen Glauben verleugnet? – Habe ich Menschen vergöttert und dadurch Gott seine Ehre geraubt? – Habe ich durch Güter dieser Erde mein Herz in Anspruch nehmen lassen und dadurch Gott seine Ehre geraubt? – Ließ ich mich vom Ehrgeiz leiten? – Habe ich mich mit Sorgen um Geld und Gesundheit aufgerieben? – Habe ich die Führungen Gottes in meinem Leben und in dem der Meinen recht gedacht und daraus neues Vertrauen geschöpft, andere auch dazu ermutigt? – Habe ich Gott die Kraft zugetraut, auch widrige Umstände und bösen Willen zu brechen und das Herz der Menschen, die ihm widerstehen zu brechen? 2. Gebot „ Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen“ – Habe ich Gottes Namen missbraucht und Gott damit verunehrt? – Habe ich geflucht / seinen Namen dazu benutzt? – Habe ich über Gott, Gottesdienst, Bibel oder Kirche leichtfertig gesprochen oder gespottet? – Habe ich dem Aberglauben Vorschub geleistet? – Habe ich mir oder anderen durch Beschwörungsrituale, Zauberei oder Wahrsagerei zu helfen gesucht? – Bin ich treu gewesen im Gebet und in der Fürbitte (für Angehörige, Vorgesetzte, Untergebene, Seelsorger, Lehrer, Paten und Patenkinder, Glaubensgeschwister, Volk und Obrigkeit, Verirrte und Abtrünnige? – Habe oberflächlich gebetet? – Habe ich Gott gedankt für alle Güte, die er mir erwiesen hat? 3. Gebot „ Du sollst den Feiertag heiligen“ – Habe ich den Feiertag geheiligt? – Bin ich regelmäßig und pünktlich zum Gottesdienst gekommen? – Habe ich Gottes Wort gern und aufmerksam gehört? – Habe ich das heilige Abendmahl freudig begehrt? – Habe ich andere zum Gottesdienstbesuch angehalten? – Habe ich zu Advent- und Passionszeit, Karfreitag und Bußtag mir Zeit der Stille genommen? – Habe ich mich durch leichtfertiges Kritisieren um den Segen des Gottesdienstes gebracht? – Habe ich versäumt die Sonntagsruhe zu halten oder anderen dazu zu verhelfen? – Habe ich auch den Werktag durch Gottes Wort und Gebet geheiligt? 4. Gebot „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“ – War ich ungehorsam oder unehrerbietig gegen meine Eltern, Lehrer oder Vorgesetzte? – Habe ich hinter ihrem Rücken über sie gespottet? – Habe ich sie belogen oder betrogen? – Habe ich Rücksicht auf sie genommen und für sie gesorgt? – Habe ich ihre Schwächen geduldig getragen und versucht sie zuzudecken? Für Eltern und Vorgesetzte: – Habe ich für meine Kinder (Anbefohlenen) in allen äußeren Dingen gesorgt? – Habe ich sie vor schlechten Einflüssen bewahrt? – Bin ich ein gutes Beispiel gewesen? – Habe ich bedacht, dass ich Gott Rechenschaft geben muss über alle, die er mir anvertraut hat? – Bin ich zu streng oder zu nachsichtig gewesen? – Bin ich heftig, lieblos, gedankenlos oder verständnislos gewesen? – Habe ich jemanden unberechtigt vorgezogen? – Habe ich Unrecht nachgetragen? 5. Gebot „ Du sollst nicht töten“ – Habe ich dem Nächsten an seinem Leibe, seiner Seele geschadet durch Fahrlässigkeit oder willentlich? – Habe ich im Verkehr oder durch unvorsichtigen Umgang mit Maschinen Menschen gefährdet? – Habe ich mich zu Jähzorn hinreißen lassen? – Habe ich dem Hass Raum gegeben und Rachegedanken gehegt? – Habe ich andere mit heftigen Worten gekränkt? – Habe ich Unrecht verziehen oder hegte ich bittere Gedanken? – Habe ich Kranke gepflegt, sie besucht und auf sie Rücksicht genommen? – Habe ich dem Nächsten in seiner Not geholfen, wo es mir möglich war? 6. Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ Im Bezug auf Ehepartner: – Bin ich meinem Ehepartner mit der ihm gebührenden Liebe begegnet? – Habe ich sein geistliches Wohl im Auge gehabt? – Habe ich seine Lasten mitgetragen und seine Freude geteilt? – Bin ich ihm in Gedanken, Worten und Werken treu gewesen? – Habe ich ihn gekränkt oder vernachlässigt? – Habe ich ihn gegen andere Menschen zurückgesetzt oder ihn bloßgestellt? – Bin ich unversöhnlich oder nachtragend gewesen? Im Blick auf Gott, die geistliche Haltung betreffend: – Habe ich allezeit bedacht, dass ich mit Leib und Seele Christus gehöre? – Habe ich meinen Leib als einen Tempel des Heiligen Geistes in Zucht gehalten, ihn weder verweichlicht noch überfordert? – Habe ich Unsittliches getan oder andere dazu verführt? – Habe ich unsaubere Gespräche geführt und zweideutige Geschichten weitererzählt? – Habe ich Freude an unsittlichen Bildern, Büchern oder Aufführungen gehabt, verschwendete ich Gedanken an Unreines? 7. Gebot „Du sollst nicht stehlen“ – Habe ich Gut, das mir nicht gehört genommen, nicht wiedergegeben oder veruntreut? – Bin ich leichtfertig mit fremdem Gut umgegangen? – Habe ich andere an Lohn oder Eigentum geschädigt? – Bin ich geizig gewesen? – Habe ich anvertrautes Gut nach bestem Gewissen verwaltet? – Habe ich für die Kirche/Gemeinde, ihre Werke und die Mission eine offene Hand gehabt? – Habe ich andere durch Wort und Beispiel zu Opfergaben ermutigt? 8. Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinem Nächsten“ – Habe ich Unwahres über jemanden gesagt? – Habe ich Unwahrheiten, Klatsch über andere weiter getragen oder geduldet? – Habe ich mich über andere lustig gemacht oder sie verspottet? – Habe ich Menschen nach dem Mund geredet, mich durch Schmeichelei versucht beliebt zu machen – Habe ich andere zu Unwahrhaftigkeiten veranlasst? -Habe ich stets die Wahrheit gesagt? – Versuchte ich das Ansehen, die Lebensstellung oder das Lebensglück meines Nächsten zu untergraben? – Habe ich zum Frieden geredet, versucht alles zum Besten zu wenden? – Habe ich andere unter vier Augen in rechter Liebe auf Schuld aufmerksam gemacht? – War ich bereit zur Vergebung, habe ich andere um Vergebung gebeten? 9. und 10. Gebot „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus / Weib … noch alles was sein ist“ – Habe ich mir mit Unredlichkeit, Scheinheiligkeit oder Berechnung Eigentum anderer anzueignen gesucht? – Habe ich mich an geschlossene Verträge und Abmachungen gehalten? – Habe ich mich in Verhältnisse anderer unbefugt eingemischt oder Unfrieden gestiftet? – Habe ich andere an ihre Verantwortung erinnert und zur Pflichterfüllung angehalten? – Bin ich zufrieden gewesen mit meiner Familie, meinen Lebensumständen, meinem Eigentum? – Gab ich Gedanken des Neides und der Bitterkeit Raum?

3. Echt witzig

Ein Zirkusartist ist beim Pfarrer zum Beichten – nach dem Gespräch ist er so erleichtert, dass er beim Herausgehen drei Purzelbäume und fünf Saltos schlägt.
Die alte Oma, die anschließend zur Beichte kommt, bittet den Pfarrer: „Bitte, Herr, Pfarrer, mir legen Sie nicht so eine schwere Strafe auf…“

4. Aus der Praxis für die Praxis

Auf www.anker.com wird erklärt, wie man eine lebendige Beziehung zu Jesus bekommen kann. Entweder lebst du schon mit Jesus – dann kannst du diese Seiten weiterempfehlen. Oder du bist gerade auf der Suche, dann: Klick dich mal vorbei…

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