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[Jugendleitermail 444] Frei sein

Hallo!

Hallo ihr lieben Teeny- & Jugendleiter,
vielleicht seid Ihr ja schon im Sommerurlaub oder in den letzten Vorbereitungen für Eure Sommerfreizeiten, Zeltlager und Jugend- Camps. Auf jedenfall finden wir es klasse, was Ihr in junge Menschen (manche schon über Jahre) investiert – wir werden staunen, wenn wir eines Tages in der Ewigkeit sind und erkennen werden, welcher Segen aus manchem Schweißtropfen entstanden ist –
von daher: keep on burning und seid ermutigt weiter in das Leben von Teens & Jugendliche zu investieren.
Sommerliche Grüße von Hanno & Stephan

1. Ein Wort der Ermutigung

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Gal 5,1

2. Frei sein

Freiheit ist ein kostbares Gut unserer demokratischen Gesellschaft. „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ war das Motto der französischen Revolution, die mit viel Blut die Rechte des Einzelnen gegenüber der Regierung erkaufte. Was uns heute so selbstverständlich begleitet ist das Ergebnis langer Kämpfe gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit.
Gleichzeitig merken wir gegenwärtig, wie anstrengend Freiheit sein kann. Die nationalen Tendenzen in den USA, Frankreich, GB, Deutschland, der Türkei usw. sind sicherlich auch ein Ausdruck von Überforderung. „Stopp! Es wird mir zu viel. Zu viele Kulturen, zu viele Meinungen, zu viele Möglichkeiten. Ich kann nicht mehr. Sag mir einfach, wo es lang geht!“
Ähnliches gab es schon in der Bibel. Als Israel aus Ägypten in die Freiheit auszog, lief es zunächst ganz anders als erwartet. Statt Milch und Honig erwartete sie Manna und Wachteln. Wüste statt Strand und Palmen. Ewiges Umherwandern, statt gut gesättigt im Garten chillen. Schon bald sehnten sie sich zurück nach den „Fleischtöpfen Ägyptens“: „Wir waren zwar Sklaven, aber wenigstens hatten wir zu essen.“
Was ist das für eine Freiheit, die Gott uns zumutet?
1. Es gibt kein richtig und falsch!
Als Gott den Menschen geschaffen hat, sah er ihm dabei zu, wie er die Tiere nennen würde. Adam hätte fragen können: „Gott, wie soll ich dieses Viech nennen, das Miau macht?“ – Was hätte Gott gesagt? „Du sollst entscheiden! Ich trau dir das zu. Es ist Dein Leben, gestalte es!“
2. Freiheit setzt sich für den Schwachen ein.
Christliche Freiheit heißt nicht: „Ich mach, was ich will. Der Rest muss schauen, wo er bleibt.“ (Auf Dauer würde man feststellen, dass sich das gar nicht so frei anfühlt…)
Sondern: Freiheit beinhaltet auch die Freiheit, dem anderen zu dienen (Gal 5,13: „Ihr seid berufen, liebe Freunde, in Freiheit zu leben – nicht in der Freiheit, euren sündigen Neigungen nachzugeben, sondern in der Freiheit, einander in Liebe zu dienen“). Wer Freiheit hat, hat mehr Kapazitäten. Also auch mehr Möglichkeit, dem anderen zu helfen.
3. Freiheit nimmt Rücksicht auf den anderen.
Manche Leute gönnen sich mehr Freiheit als andere. Das führt zu Konflikten. Paulus hatte dieses Problem auch (1.Kor 8). Deshalb rät er: Wenn ein anderer wegen deinem Verhalten Gewissensbisse kriegt, verzichte darauf. Beispiel: Wenn du Metal hörst und ein anderer findet das unchristlich, provoziere ihn nicht damit.
4. Die Freiheit in Christus
„Ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen“ (Gal 6,2). Mit anderen Worten: Wer seine Freiheit aufgibt, gibt Jesus auf. Wer sich darauf beruft, dass er alles genau so gemacht hat, wie XY das gesagt hat, ist unfrei. Wir sind aufgefordert, selbst nachzudenken, selbst zu entscheiden. Dabei ist es sinnvoll, diesen Satz im Hinterkopf zu behalten: „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“
5. Freiheit ist ein Prozess.
Ein Kind hat weniger Freiheiten als ein Erwachsener. Das ist gut so. Freiheit muss gelernt werden. Gott führt uns schrittweise in die Freiheit. Wer das erfahren hat weiß: Es ist ein gutes Gefühl!
Von Manuel Alexi

3. Tipp für die Praxis

Zwei sehr schöne Bibelstellen zu dem Thema sind: Galater 5 und 1. Korinther 8.
Viel Spaß beim Lesen und Studieren 🙂 !

4. Der Witz zum Nachdenken

Selbstverständlich hat jeder in unserer DDR …
… das garantierte Recht und die Freiheit, stets frei und offen zu sagen, was er denkt.
Aber ebenso selbstverständlich ist es doch, dass jeder niemals etwas denkt, was er nicht frei und offen sagen darf!


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails. Du kannst unter anderem auch nach Stichworten suchen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Copyright: EC-Bayern / Lebenstraum

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