Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 466] Gott auf der Anklagebank

Hallo!

ist es nicht wunderschön draußen? Die Blätter zeigen ihr frisches Grün, die Blüten sprießen und die Luft ist von Vogelgezwitscher erfüllt. Die Natur ist erwacht und strebt nach Entfaltung und Wachstum.

Eigentlich könnte man so gut drauf sein – aber trotzdem gibt es Fragen, die wir nicht beantworten können.
Es gibt Leid, das wir nicht erklären können. Not, die wir nicht verstehen.

Dazu heute eine Geschichte von einem unbekannten Autor.

Wir wünschen dir viel Kraft – und dass dieser allmächtige Gott dich trägt und hält!
Dein
Stephan und Heiko

1. Ein Wort zum Nachdenken

Es war unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen. Er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt. 
Aus Jes. 53,4+5

2. Gott auf der Anklagebank

„Warum lässt Gott das Leid in der Welt zu“ diese Frage wird immer wieder gestellt – und auch ich habe darauf keine letztgültige Antwort. Aber wenn wir auf den gekreuzigten Jesus schauen, dann ahnen wir etwas davon, wie sehr Gott mit uns mitleidet. Wie er sich selbst hineinbegibt in diese Welt – mit Haut und Haar – bis zum Ende.

Eine Geschichte hat mir geholfen, ein kleines bisschen mehr von diesem mitleidenden Gott zu verstehen:

„Am Ende der Zeit versammelten sich Millionen von Menschen auf einer riesigen Ebene vor dem Thron Gottes. Viele von ihnen schauten ängstlich in das helle Licht, das ihnen entgegenstrahlte. Aber es gab auch einige Gruppen Menschen, die sich hitzig miteinander unterhielten. Die Umgebung schien sie nicht zu beeindrucken.

„Wie kann Gott über uns zu Gericht sitzen? Was versteht er schon von unserem Leiden?“, fauchte eine junge Frau. Sie zog einen Ärmel hoch und zeigte eine eintätowierte Nummer aus einem Konzentrationslager. Aufgeregt öffnete ein farbiger junger Mann seinen Hemdkragen. „Schaut euch das an!“ forderte er seine Nachbarn auf. Am Hals sah man das hässliche Mal eines Stricks. „Man hat mich nur gelyncht, weil ich schwarz bin. In Sklavenschiffen hat man uns erstickt. Von unseren Liebsten wurden wir getrennt. Wie die Tiere mussten wir arbeiten – bis der Tod uns die Freiheit schenkte.“

Ein junges Mädchen starrte trotzig vor sich hin. Auf ihrer Stirn stand das Wort: „Unehelich“. „Dies Brandmal zu ertragen“, murmelte sie, „ging über, über…“ und ihre Stimme verlor sich im Gemurmel der anderen.

Überall auf der Ebene wurden jetzt ärgerliche Stimmen laut. Jeder richtete Klagen an Gott, weil er das Böse und das Leiden in der Welt zugelassen hatte. Wie gut hatte es Gott doch, im Himmel, in all der Schönheit und Helligkeit zu wohnen. Dort gab es keine Tränen, keine Furcht, keinen Hunger und keinen Hass. Ja, konnte sich Gott überhaupt vorstellen, was der Mensch auf der Erde erdulden musste?

Schließlich führte er selbst doch ein recht behütetes Dasein, fanden sie. Es bildeten sich Gruppen, und jede wählte einen Sprecher. Immer war es derjenige, der am meisten gelitten hatte. Da war ein Jude, ein Schwarzer, ein Unberührbarer aus Indien, ein Unehelicher, ein entstellter Leprakranker, ein Opfer aus Hiroshima und jemand aus einem Arbeitslager in Sibirien. Sie diskutierten aufgeregt miteinander. Schließlich waren sie sich in der Formulierung ihrer Anklage einig.

Der Sachverhalt war ganz einfach. Bevor Gott das Recht hatte, sie zu richten, sollte er das ertragen, was sie ertragen mussten. Ihr Urteil: Gott sollte dazu verurteilt werden, auf der Erde zu leben – als Mensch!

Aber da Gott ja Gott war, hatten sie bestimmte Bedingungen aufgestellt. Er sollte keine Möglichkeit haben, aufgrund seiner göttlichen Natur sich selbst zu helfen. Und dazu hatten sie sich folgendes ausgedacht: Er sollte als Jude geboren werden. Die Legitimität seiner Geburt sollte zweifelhaft sein. Niemand sollte wissen, wer eigentlich der Vater war. Er sollte versuchen, den Menschen zu erklären, wer Gott sei. Er sollte von seinen engsten Freunden verraten werden. Er sollte aufgrund falscher Anschuldigungen angeklagt, von einem voreingenommenen Gericht verhört und von einem feigen Richter verurteilt werden. Schließlich sollte er selbst erfahren, was es heißt, völlig allein und verlassen von allen Menschen zu sein. Er sollte gequält werden und dann sterben. Und das sollte in aller Öffentlichkeit geschehen und zwar so schrecklich, dass kein Zweifel daran bestehen konnte, dass er wirklich gestorben war. Dazu sollte es eine riesige Menge von Zeugen geben, die das bestätigten.

Während jeder Sprecher seinen Teil des Urteils verkündete, erhob sich ein großes Raunen in der riesigen Menschenmenge. Als der letzte Sprecher den Urteilsspruch abgeschlossen hatte, folgte ein langes Schweigen. Und alle, die Gott verurteilt hatten, gingen plötzlich leise fort. Niemand wagte mehr zu sprechen. Keiner bewegte sich. Denn plötzlich wusste es jeder: Gott hatte die Strafe ja schon auf sich genommen.“

(Autor unbekannt)

3. Tipp für die Praxis

Der 4-Minuten-Film „Falling Plates“ macht genau diesen Zusammenhang eindrücklich deutlich:
Wir, die wir so viele schlimme Dinge tun und erleben – dürfen wissen, dass Jesus selbst in unsere Welt gekommen ist und uns heil macht.

Ein intensiver, sehr gut gemachter Film

4. Echt witzig

Im Religionsunterricht möchte der Pfarrer überprüfen, wie viel sich die Schüler über die Bibelgeschichte gemerkt haben:
„Nennt mir doch bitte drei bekannte Persönlichkeiten mit dem Anfangsbuchstaben M!“
Fritzchen antwortet sofort: „Müller, Martinez, Mats Hummels!“
Der Pfarrer schüttelt enttäuscht den Kopf: „Was hältst du denn zum Beispiel von Mose, Maleachi oder Markus?“
Ratlos zuckt Fritzchen die Achseln: „Keine Ahnung – für die Regionalliga interessiere ich mich nicht!“

5. Copyright

Die Jugendleitermail das Jugendleiternetz sind ein kostenloses Angebot für Mitarbeiter in der Jugend- und Gemeindearbeit – erstellt von Lebenstraum – Jahr der Orientierung (www.dein-lebenstraum.com) und der Ev. Hochschule Tabor / Marburg (www.eh-tabor.de)

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