Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 508] – Schaufenster – von innen nach außen

Hallo!

Wie geht es dir aktuell? Wie viel Kraft hast du gerade?

Lass dich heute von unserer Jugendleitermail so richtig ermutigen. Tanke Kraft und lass es dir gutgehen – du hast es dir verdient!

Gott segne Dich!
Dein Stephan und Heiko

Wort der Ermutigung:

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ – 1. Joh 3,1a

Schaufenster – Von innen nach außen

Schaufenster sind attraktiv. Nicht immer zeigen sie den eigentlichen Inhalt eines Ladens, aber sie geben einen Vorgeschmack auf das, was einen thematisch im Laden erwartet. Sie sind schön gestaltet und ziehen die Blicke der vorbeigehenden Menschen auf sich. Sie sollen Lust machen, den Laden zu betreten. Ob man dieser Einladung wirklich nachkommt, entscheidet sich nicht zuletzt an der Auswahl und der Anordnung der Waren, die im Schaufenster gezeigt werden.

Auch wir haben ein Schaufenster. Das, was andere wahrnehmen, wenn sie uns sehen, ist unser Schaufenster. Meist schön angerichtet, aber nicht immer im Einklang mit dem, wie es im Inneren aussieht. So ist es jedenfalls bei den Pharisäern gewesen. Die Pharisäer waren richtige Schaufenster-Experten. Sie wussten genau, wie sie ihre Frömmigkeit zur Schau stellen können. Gebete an der Straßenecke, fromme Symbole am Körper und einen Blick für die Einhaltung der Gesetze gehörten zu ihrem Schaufenster dazu. Voller Ehrfurcht betrachteten die Menschen damals die Schaufenster der Pharisäer. Doch niemand wagte es, „hineinzugehen“ und dem „Inneren auf den Grund zu gehen“. Niemand außer Jesus. Jesus hat sich nicht von den schönen Schaufenstern der Pharisäer blenden lassen. Mehr noch: Er hat sie darauf angesprochen: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein werde!“ (Mt 23,25-26). Harte Worte. Unbequeme Worte, die niemand gerne hört. Aber auch wichtige Worte, weil sie die Pharisäer darauf aufmerksam machen, dass ihre Schaufenster nicht mit ihrem Inneren übereinstimmen. Sagt Jesus diese Worte auch zu dir?

Als ich den Text letztens gelesen habe, habe ich mich richtig ertappt gefühlt. Weniger wegen ausgestellter Frömmigkeit, als vielmehr wegen dem, was in meinem Schaufenster zu sehen ist: Studium, WG, Sport, Lesen, Noten, Zweifel, Stress, Zeitnot, Sorgen, Müdigkeit, Gemeinde, Hauskreis, Freunde, Familie, Zeit mit Gott, Königskind und Kämpferin für Gottes Reich. Mein Alltag. Vollgepackt mit so viel, dass meine Identität in Gott darin fast untergeht. Ein volles Schaufenster, das nur mäßig zum „Reinkommen“ einlädt. Jesus sagt den Pharisäern: Wenn ihr euch um euer Innerstes kümmert, dann wird das nach außen sichtbar. Genauso sagt Jesus zu uns: Wenn ihr euch um euer Innerstes – um das, was euch wirklich wichtig ist und das, worin eure Identität in Gott sich gründet – kümmert, dann wird das nach außen sichtbar.

Es wird Zeit, den eigenen Laden aufzuräumen, sich neu auf unsere Identität in Gott und sein Reich zu besinnen und damit mit der Zeit auch das Schaufenster leerer zu machen. Damit die Menschen wieder „reinkommen“ und entdecken, wie Gott im Leben von Menschen wirkt und sichtbar wird.  

Tipp für die Praxis:

Wie sieht dein persönliches Schaufenster oder das Schaufenster deiner Jugendgruppe im Moment aus? Geht Jesus unter in der Fülle der sichtbaren Sachen? Wie wünschst du dir, dass dein Schaufenster oder das deiner Jugendgruppe aussehen soll? Wie kannst du den Laden aufräumen, damit auch das Schaufenster wieder einen Blick für das Wesentliche hergibt?

Witz

Im Hutgeschäft: „Würden Sie bitte für mich den grünen Hut aus dem Schaufenster holen?“ – „Aber gerne, gnädige Frau, sofort!“ – „Vielen Dank! Wissen Sie, über dieses abscheuliche Ding ärgere ich mich nämlich jedes Mal, wenn ich hier vorbeikomme!“


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