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[Jugendleitermail 57] Was heißt hier Fasten?

Hi!
Die närrischen Tage sind vorbei (ein Glück 😉 – und heute beginnt die Fastenzeit.
Vielleicht wäre das ja wirklich mal eine Idee, in den nächsten 40 Tagen mit dem Jugend- oder Teenkreis eine freiwillige „Fasten-Aktion“ zu machen?

Falls du willst, können wir uns im Forum (www.jugendleiternetz.de/?i=forum-f1) über die Erfahrungen austauschen.

Ich wünsche dir für deinen Alltag Gottes Kraft, Mut und Durchhaltevermögen – gerade in schwierigen Situationen.
Gott mit dir!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Ein Fasten, das mir gefällt, sieht anders aus: […] Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen!
(Jesaja 58,6+7)

2. Was heißt hier Fasten?

Na – wann hast du das letzte Mal gefastet?
Also ich meine jetzt nicht die neue „Kohlsuppendiät“ aus irgendeiner Frauenzeitschrift. Mir geht es darum, wann du das letzte Mal bewusst verzichtet hast?
Z. B. auf – Internet
– Chat
– Fernsehen
– Süßigkeiten
– Musik
– vielleicht aber auch übermäßiges Essen?
– ……

Fasten ist unter Christen heutzutage nicht sehr verbreitet.
Obwohl heute die Fastenzeit beginnt, wird in vielen Jugendkreisen und Gemeinden darüber wenig gesprochen. Zu Recht fragt vielleicht mancher: „Wozu soll ich denn fasten? Was bringts?“

In der Bibel ist Fasten ein fester Bestandteil des Glaubens:
Mose fastete z. B. 40 Tage auf dem Sinai, bevor der die 10 Gebote empfing, Elia fastete auch 40 Tage, bevor Gott zu ihm sprach. Jesus fastete ebenfalls 40 Tage und Nächte, bevor er auf dieser Welt zu wirken begann.
Aus diesem 40-Tage-Fasten wurde unsere Fastenzeit, die wir heute kennen und in der wir uns momentan befinden – die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern.

Das Fasten öffnet den Blick auf das Wesentliche.
Kirchenvater Athanasius (295–373 n. Chr.) formulierte es so: „Das Fasten heilt die Krankheiten, verscheucht verkehrte Gedanken, gibt dem Geist grössere Klarheit und führt den Menschen vor den Thron Gottes.“

Wenn du fastest, zeigst du damit, dass du dich auf die wesentlichen Dinge des Lebens konzentrieren willst – dass du NEIN sagst zu Dingen in deinem Leben, die dich binden. Und dass du gleichzeitig JA sagst zu dem, was wirklich wichtig ist.

Ich selbst (Stephan Münch) möchte auf Fernsehen verzichten. Ich habe gemerkt, dass ich abends oft noch lange sitze und den Fernseher einfach nicht ausmache. Am nächsten Morgen ärgere ich mich dann über mich selbst. Bis Ostern möchte ich aufs Fernsehen verzichten – ich hoffe, es klappt.

Wie kann so eine Fastenzeit (zwischen Aschermittwoch und Ostern) konkret aussehen?

  • Ich entscheide mich für eine Sache, die mich oft gefangen nimmt und sage bewusst: „Ich lasse sie für die nächsten 40 Tage weg“
  • Ich suche mir Leute, die mit mir gemeinsam fasten – wir versprechen uns gegenseitig, dass wir auf diese Dinge verzichten – und erinnern uns regelmäßig daran. (z. B. im Jugendkreis)
  • Ich fülle die Zeit, die ich gewinne mit einer sinnvollen Tätigkeit, die Gott ehrt (z. B. ich lese ein geistliches Buch, ich mache in dieser Zeit meine Stille Zeit, ich telefoniere mit anderen und frage sie, wie es ihnen wirklich geht oder ich helfe anderen, die meine Hilfe brauchen, …)
  • 40 Tage sind eine harte Probe, wenn du etwas Liebgewordenes bleiben lässt. Aber es lohnt sich!

Ein gemeinsames Versprechen könnte so aussehen:

Ich verzichte bis Ostern auf folgendes:

…………………………………………………………………………

Wir wollen uns gemeinsam helfen, dieses Versprechen einzuhalten und uns gegenseitig daran erinnern (Mail, persönlich, SMS)

……………………………………………….. ……………………………………………….
Unterschrift von mir Unterschrift des Fasten-Partners

Eine Frage persönlich an dich:
Wie wäre es, wenn du das einfach mal ausprobierst – vielleicht gemeinsam im Jugend- oder Teenkreis?

3. Aus der Praxis für die Praxis

Wolfgang Schmidt aus Deutenbach hat im Internet eine sehr nette Grußkartenserie gefunden – mit schönen Bildern – ideal für Geburtstagskarten.
www.seelenfarben.de

4. Echt witzig

Der Religionslehrer fragt: „Wo ist das Himmelreich, Kinder?
„In Erlangen“, antwortet einer.
„Wie kommst du denn darauf?“
„In der Bibel steht doch: Suchet das Reich Gottes zu erlangen…“

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