Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 58] Für alle

Hi!
Na, wie läufts in der Fastenzeit? Hast du dir vorgenommen auf was zu verzichten?
Jetzt – nach einer Woche merke ich, dass es gar nicht so einfach ist, auf das Fernsehen zu verzichten (das hatte ich mir vorgenommen). Hoffentlich halte ich durch 😉

Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass Gott dich begleitet, segnet und das schenkt, was du täglich brauchst.

Gott mit dir!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen.
1. Tim 2,4

2. Für alle

Ich war gestern auf einer Tagung für Jugendreferenten und Jugendpfarrer in der evangelischen Kirche in Bayern. Die Tagung nahm so ihren Lauf mit Berichten und Diskussionen. Mehr oder weniger interessant.

Am Nachmittag aber stellte ein Referent eine Studie vor, die mich sehr angesprochen hat. Und zwar ist das die Einordnung der Bevölkerung in Deutschland nach den sogenannten 10 „Sinus-Milieus„.

Das hatte ich vorher so noch nie gehört – und es war hoch spannend.
Mit Bildern, Werbespots und verschiedenen Grafiken zeigte uns der Referent auf, wie die einzelnen Leute in Deutschland leben.

z. B. die

    • bürgerliche Mitte – die Leute, die heiraten, ein oder zwei Kinder bekommen, ein Häuschen bauen, bei Aldi einkaufen.
    • Traditionsverwurzelten – die Leute, die in der Regel 50 Jahre und älter sind (aber es gibt auch Jugendliche, die so leben), denen Werte und Moral sehr wichtig sind. Sie lieben Sicherheit und Ordnung. (
    • Experimentalisten – sie leben spontan und in vielen Widersprüchen. Sie lieben den Lifestyle und sind absolute Individualisten.
    • Und dann gibt es da noch die: Etablierten, die Konservativen, die DDR-Nostalgiker, die Konsum-Materialisten, die modernen Performer, usw.

Was mich an diesem Nachmittag echt betroffen gemacht hat: Wir Gemeinde-Christen und Gemeinde-Jugendlichen sind ganz stark in zwei bis drei dieser Milieus zuhause. Wir leben (wie alle anderen Menschen auch) in unserer eigenen Welt – und haben mit den anderen Milieus relativ wenig zu tun.
Und Hand aufs Herz: Ein Experimentalist (immerhin 7% unserer Bevölkerung) würde niemals in unserem Jugendkreis oder unserer Gemeinde eine Heimat finden – nicht zuletzt deshalb, weil er sich ja nie festlegen würde.

Und jetzt zu der Frage, die mich umtreibt:
Wenn Jesus für alle Menschen auf diese Welt gekommen ist, dann ist er das auch für Experimentalisten und Konsum-Materialisten – oder etwa nicht?

Wie können diese Menschen von Jesus erfahren – wer schafft ihnen einen Raum, in dem sie von Jesus hören können? Wer kann in ihre Lebenswelt eintauchen, um sie mit der Botschaft von Jesus (die doch Milieu-übergreifend wirkt) bekannt zu machen?

Ich bin mit meinen Überlegungen noch lange nicht fertig – ich stehe erst am Anfang. Aber ich bin gerade dran, hier weiter zu arbeiten.
Aber was denkst du darüber? Wie können diese Menschen von Jesus hören? Wer begegnet ihnen, wer erzählt ihnen von dem Gott, der sie liebt?

Schreib deine Gedanken doch mal auf im Jugendleiter-Forum unter http://www.jugendleiternetz.de/?i=forum-f1t21 oder direkt an mich s.muench@ec-bayern.de. Würd mich echt interessieren.

Links mit Erläuterungen der einzelnen Milieus und ihren Bezug zu Glaube und Kirche findest du unten in „Aus der Praxis für die Praxis“

Eine Frage persönlich an dich:
Wann ist das letzte Mal jemand neu in deinen Jugend- oder Teenkreis gekommen.
Hast du schon mal überlegt, warum manche vielleicht niemals zu euch kommen würden?
Rede doch mal mit Gott darüber.

3. Aus der Praxis für die Praxis

Erläuterung der einzelnen Milieus (aus wirtschaftlicher Sicht)
http://www.microm-online.de/de/index.htm?redir=mcstdlist.htm%3Fcid%3D221%26id%3D

Was diese Studie für den Glauben und die Kirche zu sagen hat findest du z. B. hier:
http://www.jugendkirchen.org/content/view/320/1/

4. Echt witzig

Ein Witz passend zum Thema:
Heinz will das WM-Fußballspiel sehen, aber seine Frau zerrt ihn in die Kirche. Also nimmt er ein Radio mit und horcht während des Gottesdienstes .Als der Pfarrer predigt, brüllt Heinz plötzlich: „Tooor Tooor!“ Der Pfarrer fragt wütend: „Wer war das?“ „Oliver Bierhoff, Herr Pfarrer!“

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