Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 71] Teebeutel

Hallo,
darf ich mich kurz vorstellen? Ich bin Sven, 20, normalerweise beim EC Hof in der Jungschar und im Jugendkreis, zur Zeit FSJ in der ev. Kirchgemeinde in Buttstädt (bei Weimar). Und nebenbei noch auf jugendleiternetz.de aktiv.

Ich hatte einfach das Bedürfnis, auch eine Ausgabe der Jugendleitermail zu schreiben, hab es einfach mal gewagt – und hoffe natürlich auf dein Feedback. Genug der Worte – let’s start!
Dein
Sven

1. Ein Wort zur Ermutigung

Denn deine Gnade ist groß über mir, und du hast meine Seele errettet aus der Tiefe des Totenreichs. Psalm 86, 13

2. Teebeutel & Jugendarbeit

Heute soll es mal um Teebeutel gehen. Was hat ein Teebeutel mit unserer Jugendarbeit zu tun? Klar, ganz einfach, lässt sich wunderbar in einem Satz formulieren: Wir hängen uns rein (ins heiße Wasser) und färben auf unsere Umgebung ab. Wirklich easy, oder?

Wenn man sich noch mehr Gedanken macht, steckt – genau wie in der Jugendarbeit – wesentlich mehr hinter einem Teebeutel:

Wir sehen nie die kompletten Auswirkungen unserer Arbeit. Ein frisch gekochter Tee verbreitet angenehmen Früchteduft im ganzen Raum, ein getrunkener Tee fliest zurück in den Wasserkreislauf. Ein Tee kommt gewöhnlich in eine Tasse, die dann indirekt auch wieder was vom Teebeutel abbekommt. Genau so ist es mit unserer Arbeit. Ein Jugendlicher, der erst viele Jahre später, vielleicht in einem anderen Ort, zum Glauben kommt, dort wieder Jugendarbeit betreibt. Jugendliche, die durch eine Andacht von uns angesprochen wurden, denen gerade eine Frage brennend auf der Zunge lag und sie sich nicht trauten, diese auszusprechen.

Wir dürfen uns nicht von der Bibel abschotten. Ein drogenmäßig in Plastik verpackter Teebeutel kann nicht so wahnsinnig viel abfärben. Und sollte man es dank zu heißem Wasser dennoch schaffen, wird der Geschmack ziemlich… plastik-like sein. Wir müssen uns trauen, auch mal Klartext zu reden, die wirklichen Probleme anzusprechen – nicht vor lauter Angst vor der Bibel und deren mahnenden Zeigefinger diese in unseren Jugendkreisen im Schrank verstauben lassen. 5 Minuten Andacht zu Beginn tun einem Spieleabend keinen Abbruch.

Wir wissen nicht, was in einem Teebeutel genau drin steckt. Wir könnten ihn zwar aufreißen, aber außer trockene Sachen würden wir da auch nicht so viel erkennen. So ist es auch mit Gott – er hat den Überblick, wir verstehen seine Wege nicht. Wir sehen nicht, welche Andacht wem anspricht. Wir kennen nicht alle Probleme unserer Jugendlichen. Aber ein guter Teebeutel ist gefüllt mit dem Heiligen Geist – und wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns nicht im Stich lässt und weiß, was dran ist, uns die richtige Inspiration gibt, die richtigen Themen ansprechen lässt.

Was ist besser als ein Teebeutel? Zwei Teebeutel! Oder sogar drei. Was bei einer Tasse nicht auffällt, wird bei einer Kanne Tee dann schon sehr dünn. Wenn wir versuchen, unseren Jugendkreis alleine zu führen, werden wir ganz schön ausgesaugt, müssen uns auf viel Wasser konzentrieren. Was dann heraus kommt, ist ein sehr dünner Tee – der schmeckt niemandem. Gefragt ist Teamarbeit, und das nicht nur bei Teebeuteln.

Was konkretes zum Nachdenken für dich:
Ein Teebeutel kann auch warten mit dem Reinhängen, bis das Wasser kalt ist. Warten wir vielleicht nicht auch manchmal zu lange, bis uns die Jugendlichen wegrennen und es zu spät ist? Brennst du für Jesus und traust dich ins heiße Wasser?

3. Aus der Praxis für die Praxis

Unter http://www.clv.de/index.php?cl=details&cnid=&anid=700 kann man sich die MacArthur Studienbibel mit der Bibelübersetzung Schlachter 2000 (ISBN 978-3-89397-017-9) vollständig downloaden. Man muss vor lauter Erklärungen, Anmerkungen und Parallelstellen den Bibeltext fast suchen. Ein unverzichtbarer Helfer für die Vorbereitung von Bibelarbeiten.
Wer geniale Tipps hat, die wir an dieser Stelle veröffentlichen können, darf sie uns an s.muench@ec-bayern oder j.werth@ec-bayern.de schicken. Damit helft ihr uns sehr!

4. Echt witzig

Zwei Hochseil-Artisten heiraten. Der Pfarrer predigt: „Möge der Herrgott immer seine schützende Hand über euch halten.“ – „Unter uns, Herr Pfarrer, unter uns!“

Neueste Beiträge

18 Kennenlernfragen: Mit diesen Fragen brichst du das Eis in jeder Gruppe

Wie ein Reh im Scheinwerferlicht schauen mich acht Augenpaare an. Es ist der erste Abend…

29. April 2021

Gottes Meisterwerk: Warum du kreativer bist als du denkst

Viele Menschen halten sich nicht für »kreativ« – aber da liegen sie falsch. Wir alle…

20. April 2021

Das Lockdown-Paradox: Wie bekomme ich mein Zeitgefühl zurück?

Wir leben in einer seltsamen Zeit, die wenig Struktur und Neues bietet. Wie können wir…

16. April 2021

Sex, Verzweiflung, Mord und die Unterstellung eines rassistischen Motivs

Die Nachrichten über Waffengewalt aus den USA scheinen kein Ende zu nehmen. Vor zwei Wochen…

6. April 2021

Gute Nachricht schlecht verpackt? Das muss nicht sein [4 Tipps]

Evangelisation muss nicht zum Fremdschämen sein. Wie können Jugendleiter:innen das Teilen des Evangeliums jungen Menschen…

25. März 2021

Bringen wir Jugendlichen bei, ihre Sünden zu bekennen oder zu verbergen?

Machen wir unsere Kinder zu Heuchlern? Schaffen wir ein Umfeld, in dem Teens das Gefühl…

17. März 2021