Kategorien: Beziehungen

[Jugendleitermail 93] Wir sind drei

Hi,
ich weiß nicht, ob es dir schon aufgefallen ist. Aber mein wichtigstes Thema in vielen JLMs ist: Wie können wir in unserem Alltag Gott begegnen. Es ist einfach das Thema, das mir am meisten unter den Nägeln brennt. Es ist meines Erachtens das Wichtigste, die Beziehung zu unserem Vater im Himmel zu pflegen.
Vielleicht ist aber auch mal ein anderes Thema dran – oder soll ich weiterhin hier anknüpfen?
Würd mich mal interessieren.

Ich wünsch dir auf jeden Fall, dass du in den letzten Wochen des Jahres Zeit und Muße findest deinem Vater im Himmel zu begegnen. ER segne und begleite dich!

Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Aber auch das sage ich euch: Wenn zwei von euch hier auf der Erde meinen Vater um etwas bitten wollen und darin übereinstimmen, dann wird er es ihnen geben.
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich in ihrer Mitte.
Matthäus 18,19+20

2. Wir sind drei

Der russische Schriftsteller Leo Tolstoi erzählte einmal folgende Geschichte – die mich persönlich wirklich zum Schmunzeln und ins Nachdenken gebracht hat:

Es lebten einmal drei Mönche auf einer Insel mitten in einem See. Sie wohnten dort in aller Abgeschiedenheit in einem alten Kloster und man sagte ihnen nach, dass sie sehr einfache Menschen wären, die einen sehr einfachen Glauben pflegen würden. Jeden Tag trafen sie sich mehrmals und beteten folgendes Gebet:
„Wir sind drei, du bist drei. Sei barmherzig mit uns. Amen“
Man hörte immer wieder davon, dass diese drei Mönche durch ihre Gebete manche Wunder erlebten.

Der Bischof, der für sie zuständig war, wollte sie besuchen und sie lehren, wie man richtig betet. Er fuhr also mit seinem Boot zur Insel und gab den dreien Unterricht zum Thema Gebet und Gebetsformen. Nachdem er fertig war, sie verabschiedeten sich und er stieg wieder ins Boot und ruderte Richtung Ufer. Als er die Hälfte zurückgelegt hatte, fiel ihm ein, dass er seinen Mantel auf der Insel vergessen hatte.
Gerade wollte er umdrehen, da hörte er hinter sich einen lauten Knall. Ein Feuerball schoß von der Insel her auf ihn zu.
Einer der Mönche lief über das Wasser und überreichte ihm den Mantel mit den Worten: „Herr Bischof, wir werden ihre Ratschläge zum Gebet beherzigen“.
Beschämt antwortete der Bischof: „Nein, bleibt lieber bei euren einfachen Gebeten – es ist besser so“.

Diese Erzählung von Leo Tolstoi ist mir schon seit einigen Wochen nachgegangen. Nicht nur wegen dem witzigen Gebet „Wir sind drei, du bist drei …“, sondern aus noch ganz anderen Gründen:

    • weil diese Mönche einfach so auf Gott vertrauen
    • Weil sie sich gemeinsam zu dritt zum Gebet treffen – über Jahre hinweg
    • Weil sie keine großen Worte benutzen
    • Weil sie durch ihr Gebet Wunder erleben
    • Weil an ihnen deutlich wird: nicht die Form, sondern das Herz ist entscheidend!

Und das ist auch eine Herausforderung an mich persönlich! Wo rede ich vertrauensvoll mit Gott – wo treffe ich mich, um mit anderen gemeinsam zu beten? Ist mein Leben mit Gott, mein Gespräch mit Gott so eine Form, so ein Lebensstil geworden, der mehr Fassade ist als echtes Vertrauen zu Gott?

Eine Frage persönlich an dich:
Wie wäre es, wenn du dich doch in dieser oder in der nächsten Woche mit einem oder zwei (wir sind drei … 😉 Leuten zum Beten triffst? Nicht, um sich gegenseitig was vorzubeten – sondern um ehrlich und offen vor Gott zu kommen. Füreinander zu beten. Voreinander ehrlich zu werden. Einfache Gebete zu sprechen. Als „Gemeinschaft von Sündern“ zu Gott zu kommen?
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3. Aus der Praxis für die Praxis

Ich hab vor kurzem wegen einer kniffligen theologischen Frage eine Antwort gesucht. Es ging um die zwei Stammbäume von Jesus in Matthäus und Lukas. Und ich hab selbst kaum was gefunden in meinen Büchern zuhause.
Und rate mal, wo ich fündig geworden bin: Bei Wikipedia. Da gab es einen ausführlichen Artikel über dieses theologische Problem.
Wenn du also mal ne spezielle Frage hast zu biblischen Zusammenhängen – bei www.wikipedia.de gibt es immer wieder gute Artikel (nicht alle sind jetzt in unserem Sinn geschrieben – aber immer wieder lesenswert)

Achja – Gerd Kirschnick (Albertshausen) hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Emergent Deutschland eine andere Homepage hat: http://www.emergent-deutschland.de/ – falls jemand da nicht weiter gekommen ist.

4. Echt witzig

Heute ein alter (aber ich finde sehr passender) Witz – der schon mal in der JLM stand:

Ein Charismatiker, ein Pietist und ein Katholik fahren zusammen in einem Boot über den See Genezareth. Als sie noch 50 Meter vom Strand entfernt sind, sagt der Katholik: „Jesus ist doch damals über das Wasser gelaufen. Ich probiere das jetzt mal aus“ – er steigt aus dem Boot und läuft auf dem Wasser zum Ufer.
Die beiden anderen staunen nicht schlecht. Da sagt der Charismatiker: „Das muss ich auch versuchen!“ – und läuft ebenfalls über das Wasser zum Strand.
„Hey“ denkt sich der Pietist. „Was die können, das kann ich auch!“. Er nimmt Schwung, springt aus dem Boot und – PLATSCH – fällt er ins Wasser und muss ans Land schwimmen.
Während der Pietist noch zum Ufer schwimmt sagt der Katholik zum Charismatiker: „Sag mal, hast du ihm nicht gezeigt, wo die Steine unter Wasser liegen?“
Da fragt der der Charismatiker: „Welche Steine?“

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