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[Jugendleitermail 98] Das Wunder von Herrnhut

Hi,
in der letzten Zeit hab ich mich mit der 24-7-Prayer-Bewegung auseinandergesetzt – und eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Diese 24h-Idee ist nicht modern, sondern kommt von einem alten Grafen – Zinzendorf – der im 18. Jahrhundert gelebt hat.
Seine Geschichte hat mich total fasziniert und für mich persönlich einige Fragen aufgeworfen, die mich echt bewegen.
Was könnte Gott tun, wenn wir intensiv beten würden und Versöhnung leben würden?

Aber lies selbst – und lass dich mit hineinnehmen in diese Geschichte.

Der Allmächtige segne dich – er stehe hinter dir – er trage dich – und leite dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Keiner von euch soll Böses mit Bösem vergelten, vielmehr sollt ihr euch bemühen, Gutes zu tun; und zwar untereinander wie auch allen anderen Menschen gegenüber. Seid zu jeder Zeit fröhlich! Hört niemals auf zu beten. Vergeßt auch nicht, Gott für alles zu danken. Denn das erwartet Gott
von seinen Kindern. Laßt den Heiligen Geist ungehindert in euch wirken!
1. Thess. 5,15-19

2. Das Wunder von Herrnhut

Nikolaus Graf von Zinzendorf war ein gläubiger Graf mit einem Landbesitz in Herrnhut. Dieser kleine Ort liegt eine Autostunde von Dresden entfernt an der heutigen Tschechischen Grenze.

Im Jahr 1722 kamen erste Flüchtlinge, die von Zinzendorf in Herrnhut angesiedelt wurden. Es wuchs nach und nach eine kleines Dorf heran.
Nach fünf Jahren aber hatte die kleine Gemeinschaft (die vor allem aus Christen bestand) sich so über verschiedene biblische Meinungen zerstritten, dass sie in kleine Gruppen zerfiel. Nur im Gottesdienst traf man sich – aber sonst ging man sich aus dem Weg.

In den ersten 5 Jahren seines Bestehens hatte die Gemeinschaft der Herrnhuter nur wenige Anzeichen geistlicher Kraft., ein unwahrscheinlicher Ort für Erweckung.

Am 13.August 1727 hatte Pfarrer Rothe in Berthelsdorf Abendmahlgottesdienst angesetzt. Auf dem Weg dahin fingen einige an und versöhnten sich miteinander. Und nun kam es zu einer Kettenreaktion. Eine Aussöhnung folgte der anderen. Die Abendmahlfeier konnte erst eine Stunde später beginnen, weil immer wieder Einzeln in Tränen ausbrachen. Eine Atmosphäre der Anbetung breitete sich aus, die den ganzen Tag und die ganze Nacht blieb. Sie gingen anders nach Hause; „Wir lernten lieben„. Die erste geistliche Folge war, das unter der Jugend Erweckung ausbrach. Und ein Geist des Gebets wurde sofort erkennbar.

Am 27.August 1727, zwei Wochen nach ihrem „Pfingsten“, begannen sie mit einer Gebetswache. Graf Zinzendorf bekam ein neues Verständnis für den Vers aus 3.Mose 6:6: „Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar in Brand gehalten werden; es soll nicht erlöschen.“ Und weil sie wussten, das Gott einen Feind hat, der weder Tag noch Nacht schläft, wurde eine Gebetskette eingerichtet. Eines ihrer Leitsätze war: Keiner arbeitet, wenn keiner betet.

Anfangs schrieben sich 48 Männer und 48 Frauen für das Gebet ein. Zwei Männer und zwei Frauen beteten jeweils gemeinsam eine Stunde, bis das nächste Team sie ablöste. Dieses Muster wurde rund um die Uhr beibehalten, jeden Tag, Woche, Jahr und dauerte ca. 120 Jahre an. Das Durchschnittalter der Beter war 30, Zinzendorf selber war 27. Nach und nach beteiligten sich alle Mitglieder daran.

Die Kraft ihrer Gebete brachte eine göttliche Leidenschaft und einen missionarischen Eifer für die Verlorenen hervor. Nachdem sie Einheit hatten, richteten sich ihre Gebete nach außen. Sechs Monate nach Beginn der Gebetswache stellte der Graf seine Mitbrüder vor die Herausforderung, sich in die Aufgabe der Evangelisation zu geben und die Westindischen Inseln, Grönland, Türkei zu erreichen. 26 Brüder traten vor, um in die Weltmission zu gehen. 1732 wurden die ersten Missionare ausgesandt. Viele der Herrnhuter Brüder ließen sich an Orte wie Surinam in Südafrika als Sklaven verkaufen, um das Evangelium in geschlossene Gesellschaften hineinzubringen.

In den 20 Jahren nach ihrem „Pfingsten“ sandten die Herrnhuter mehr Missionare aus, als die gesamte Reformationsbewegung in den 200 Jahren zuvor. Innerhalb einer Generation erreichten sie alle Kontinente. 100 Jahre danach gab es bereits 42 Missionsstationen weltweit.

Fakt: 65 Jahre nach den Anfängen ihrer Gebetswache hatte diese kleine Gemeinschaft der Herrnhuter 300 Missionare an die Enden der Erde gesandt.

Einige Fragen bewegen mich:

    • Was für Auswirkungen hätte es wohl, wenn wir wirklich Versöhnung leben würden untereinander – im Jugendkreis, in der Gemeinde, im Hauskreis, unter den Mitarbeitern?
      – Was für Auswirkungen hätte es wohl, wenn wir 24 Stunden am Tag beten würden – zumindest mal eine Woche lang?
    • Was könnte Gott in Bayern und darüber hinaus erreichen, wenn wir ihn inständig bitten würden, dass er eingreift?

Mich würde wirklich deine Meinung interessieren dazu – schreib doch mal ins Forum, was du darüber denkst http://www.jugendleiternetz.de/?i=forum-f1

3. Aus der Praxis für die Praxis

24-7-Prayer-Woche praktisch
Eine Woche lang – 24 Stunden am Tag – in einem Gebetsraum – einfach nur beten.
Ich kann dich nur ermutigen, das mal auszuprobieren. Die Jugendarbeiten, die das schon mal gemacht haben, haben oft erstaunliches erlebt.
Frag einfach mal nach beim EC Fürth, EC Kulmbach oder EC Gunzenhausen (Ansprechpartner und Mailadressen findest du unter http://www.ec-bayern.de/index.php?id=8)
Wie du dich in die Gebtsraumkette von 24-7-prayer einlinken kannst und viele gute Downloads findest du unter http://germany.24-7prayer.com/cms/

4. Echt witzig

Die junge Ehefrau: „Schatz, ich schäme mich. Mutter zahlt unsere Miete, Tante Klara die Kleidung, und meine Schwester schickt uns Geld für Lebensmittel – so geht es nicht weiter.“
„Richtig, Dein Bruder könnte auch ‚mal ‚was locker machen…“

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