Kategorien: Beziehungen

Prägung in der Jugendarbeit

Hallo,

Hast du dir in letzter Zeit mal gedacht: „Was soll das ganze?“
Jugendarbeit kann durchaus frustrierend sein.
Cathrine hatte eine unscheinbare Begegnung die ihr Mut gemacht hat.

Viel Spaß beim Lesen.
Christian

1. Von dir geprägt

Vor einigen Wochen war ich auf dem cjd-Jugendforum in Gera, um dort einen Workshop zu leiten.
Am Freitagabend sprach mich im Speisesaal eine junge Kellnerin an, die dort eine Ausbildung machte und wir kamen kurz ins Gespräch. Die Begegnung war kurz, aber sie ließ mich nicht mehr los.

Als ich später darüber nachdachte, kam mir der Gedanke, dass ich diese junge Frau kenne.
Mit der Zeit wurde dieser Gedanke zur Gewissheit und schlussendlich wurde er bestätigt:
Ich hatte diese junge Frau bereits vor zweieinhalb Jahren durch meine Zeit bei Pais kennengelernt. Damals war sie eine schüchterne Schülerin, die auf Fragen nur einsilbig antwortete und nie von sich aus ein Gespräch begann. Sporadisch habe ich immer mal wieder mit ihr gesprochen, aber unsere Gespräche dauerten nie länger als zwei bis drei Smalltalk-Fragen.

Die Begegnung mit ihr im Speisesaal in Gera hat mir gezeigt, wie sehr ich dieses Mädchen trotzdem geprägt habe. Ich habe sie nicht erkannt, weil sie sich äußerlich und innerlich so sehr verändert hat! Das schüchterne Mädchen ist zu einer selbstbewussten jungen Frau geworden, die den Mut hat, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen!

Ich liebe das Gleichnis von der Vierfachen-Saat in Mt 13,3-9, weil Jesus ganz klar sagt, was meine, was unsere Aufgabe ist: Wir haben die Aufgabe, zu säen, Gottes Wort und seine Liebe weiterzugeben. Was daraus wird, welche Menschen angesprochen werden oder auch nicht, das liegt nicht in unserer Hand und wir können und sollen es auch nicht herausfinden.

Hätte mich vor der Begegnung im Speisesaal jemand gefragt, welche Menschen ich in meinem ersten Jahr bei Pais geprägt habe, so wäre dieses Mädchen nicht in meiner Aufzählung vorgekommen.
Zu unbedeutend schienen mir die kurzen Gespräche mit ihr. Doch diese Begegnung hat mir gezeigt, dass ich mehr Menschen geprägt habe und immer noch präge als ich es erahnen kann.
Jugendarbeit kann manchmal sehr frustrierend sein, vor allem, wenn man das Gefühl hat, niemanden „zu erreichen“. Ich möchte dir ganz neu zusprechen, dass du mehr Menschen prägst, als du denkst und viel stärker als du es dir vorstellen kannst!

2. Tipp für die Praxis

Täglich prägen wir Menschen und manchmal bekommen wir das Privileg, zu erfahren, wie wir sie geprägt haben.
Nimm dir doch mal Zeit, um dich an Rückmeldungen von Menschen zu erinnern, die dir zeigen, wie sehr du diese Menschen geprägt hast!

3. Echt witzig!

In der weihnachtlich geschmückten Kirche steht auf dem Altar eine Krippe mit Maria, Joseph und dem Jesuskind. Als der Pfarrer eines Tages in die Kirche kommt, fehlt Joseph. Ein paar Tage später fehlt auch noch Maria, außerdem bemerkt er neben dem Jesuskind einen Brief, in dem steht: „Liebes Christkind! Wenn ich dieses Jahr nicht mein Fahrrad zu Weihnachten bekomme, siehst du Deine Eltern nie wieder!“

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