Kategorien: BeziehungenKolumne

Was du tun kannst, wenn deine Gemeinde dich so richtig nervt

Ich liebe meine Gemeinde?!

Wie gehts dir gerade, wenn du an deine Gemeinde, deine Kirche denkst?

Bist du voll begeistert und fühlst dich zu Hause? Oder haderst du mit Gottes Bodenpersonal, langsamen Entscheidungswegen, merkwürdigem Auftreten von Kirche nach außen und und und?

Ich hatte in den letzten Woche viele Gespräche mit Christen, die über die Gemeindeleitung, den Pastor, „die Kirche“ etc. geschimpft haben. Aber dann ist mir ein ziemlich ermutigendes und positives Beispiel unter gekommen, das ich gern mit dir teilen möchte.

Ich wünsche Dir, dass du dich über alles freuen kannst, was in deiner Kirche, mit deinem Pastor etc. richtig gut läuft – und ermutigt wirst, dran zu bleiben, positive Veränderung zu bewirken etc., wo du nicht so begeistert bist.

Gottes Bodenpersonal – legal, illegal, sch…?

Kannst du dir einen hohen Würdenträger des Vatikans, einen Kardinal, vorstellen, der, mit Taschenlampe und Kneifzange bewaffnet, illegal in ein Haus eindringt? Der einen von den Stadtwerken gesperrten Stromkasten aufbricht und einfach den Strom wieder anschließt?

Genau das hat Kardinal Konrad Krajewski, seines Zeichens päpstlicher Almosenmeister im Vatikan, kürzlich getan.

Warum? Weil in einem großen Haus, das seit Jahren leer steht, hunderte Arme und Obdachlose leben, denen die Stadtwerke nun den Strom abgestellt haben (da niemand für die Kosten aufkam). Innerhalb weniger Tage wurden die Zustände für die dort „Wohnenden“ Menschen untragbar – und Kardinal Krajewski konnte nicht anders, als in den Keller des Hauses zu steigen, den verplombten Stromkasten zu öffnen und den Strom wieder anzuschließen.

Natürlich ist das illegal. Natürlich will der Stromanbieter den Kardinal nun anzeigen. Natürlich war das trotzdem eine Aktion nach dem Herzen Gottes.

Krajewski war mit den Leuten dort schon länger verbunden, brachte ihnen Lebensmittel und hörte sich ihre Sorgen an. Als er von dem abgestellten Strom erfuhr, versuchte er auf offiziellem Weg etwas zu erreichen. Als das nicht möglich schien, tat er, was er tun musste. „Jetzt reden wieder alle von Geld, aber das ist doch nicht das zentrale Problem hier“, betont Krajewski. „Die Frage lautet doch vielmehr: Weshalb sind Hunderte Männer, Frauen und Kinder hier? Wie ist es möglich, dass in einer Stadt wie Rom so viele arme Menschen in einer derart misslichen Situation leben müssen?“

Ist das nicht top? So muss Kirche, finde ich.
Den Menschen zugewandt. Mit einem großen, offenen Herzen. Mit-leidend. Voller Liebe. Voller Tatendrang. Das ist mal ein Zeugnis.

Wie cool, dass es solche Beispiele zu Hauff gibt in Gottes Bodenpersonal! Danke Kardinal Krajewski, dass sie solch ein Beispiel sind!

Wer mehr zum Stromkasten knackenden Kardinal lesen möchte, wird hier fündig. Und hier. Hier auch. Oder hier, hier und hier.

Jetzt wird’s praktisch

Vielleicht hat es dich gepackt und du willst Krajewski nacheifern? Dann geh mit deiner Jugendgruppe doch mal der Frage nach, wo es in eurer Umgebung Menschen gibt, die dringend (eure) Hilfe brauchen. Wie könnt ihr konkret anpacken und helfen? Wie könnt ihr vielleicht sogar ein öffentliches Zeichen setzen, das auf einen grundsätzlichen Missstand hinweist?

Wenn du grad ganz furchtbar mit deiner Gemeinde haderst, brauchst du vielleicht auch einfach etwas Aufheiterung. Wie wärs mit „Gottes Bodenpersonal“ von Superzwei?! Ich kann da immer wieder mehr als herzhaft lachen 😉

Wirklich witzig?!

Obwohl das Kirchendach sehr renovierungsbedürftig ist, versucht ein schottischer Pfarrer vergeblich, von seinen sparsamen Gemeindemitgliedern Spenden für die Reparatur zu bekommen.

Bis eines sonntags ein von der Decke abbröckelndes Stück Putz den Kopf des Gemeindevorstehers trifft. Sofort spendet der Mann fünf Pfund für die Instandsetzung des Dachs.

Als sich der Pfarrer am nächsten Sonntag auf den Gottesdienst vorbereitet, betet er: „Herr, bitte – triff heute jeden einzelnen!“ 

Dieser Artikel erschien zuerst in der Jugendleitermail, die 2020 mit Mr. Jugendarbeit fusioniert ist.

Die Jugendleitermail war eine Initiative von Stephan Münch »Lebenstraum – Jahr der Orientierung« und Heiko Metz »Evangelische Hochschule TABOR«, um Jugendleiter zu unterstützen. In über 500 Jugendleitermails teilten sie Impulse, motivierende Gedanken, inspirierende Ideen und geistliche Ermutigungen.

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