[Jugendleitermail 122] Mentoring IV- Der Abschluss des Prozesses

Hallo!
Heute kommt die JLM erst am Donnerstag. Das hängt damit zusammen, dass wir gestern unser viertes Kind bekommen haben. Eine kleine Lenja Joana. Da musste die JLM halt etwas warten ;-).
Es ist schon genial, so ein kleines Wesen in der Hand zu halten – sie passt gerade so in meinen Unterarm – und zu wissen: Meine Frau und Ich dürfen diejenigen sein, die dieses Kind einige Jahre und Jahrzehnte begleiten, prägen und ihr die große weite Welt zeigen dürfen. Und natürlich auch den Glauben an Gott.

Beim Mentoring ist es auch so: Durch kontinuierliche Begleitung erfahre ich Prägung, Korrektur und Unterstützung.

Ich wünsche dir für diese Woche, dass Gott dich leitet und führt.
Er sei dir nahe und segne dich!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Mein Vater sagte zu mir: «Denk allezeit über das nach, was ich dir beigebracht habe. Wenn du dich danach richtest, wirst du ein erfülltes Leben haben.
Erwirb Einsicht und übe dich im richtigen Urteilen. Vergiß meine Ratschläge nicht!
Trenne dich nie von der Weisheit, liebe sie, so wird sie dich beschützen und bewahren.
Sprüche 4,4-6

2. Mentoring IV- Der Abschluss des Prozesses

Ein guter Abschluß eines Mentoring Prozesses ist genauso wichtig, wie der Anfang und der Verlauf des Prozesses.

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, einen Mentoring-Prozess zu beenden:

  • Ende nach Plan
  • vorzeitiges Ende
  • Ziel erreicht

Ende nach Plan:
Im vorletzten Gespräch sollte Bilanz gezogen werden.

  • Was war unser großes Ziel – ist es erreicht, was steht noch aus?
  • Was hat das Mentoring beiden Beteiligten gebracht?
  • Was sollten beide beim nächsten Mal besser machen?
  • Wie geht es weiter?

Der Prozess soll nicht sang- und klanglos zu Ende gehen, denn für beide Teile ist ein richtiger Abschluss wichtig.
Beschließen beide, weiter zu machen, werden neue Bedingungen und Ziele vereinbart.

Vorzeitiges Ende:
Es kann äußere Gründe (Umzug, Zeitmangel, etc.) – aber auch persönliche Gründe (Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten, etc.) geben, die ein vorzeitiges Ende erforderlich machen. Wichtig ist hierbei:

  • keine einseitige Kündigung
  • Kein Ende ohne gemeinsamen Abschluss
  • Kein Ende in Unfrieden

Wenn es wirklich Unstimmigkeiten gab – dann ist es u. U. gut, eine dritte Person des Vertrauens für beide beim Abschlussgespräch dazu zu nehmen.
Das Scheitern des Mentoringprozesses ist nicht zwangsläufig eine Katastrophe. Es kommt darauf an, die Krise ehrlich, wahrhaftig und liebevoll zu lösen und positiv zu bewältigen. Beide Beteiligten werden daraus für sich wichtige Lehren ziehen.

Folgende Fragen sind hilfreich:

  • Worin bestehen unsere Unstimmigkeiten?
  • Was haben wir übersehen oder falsch eingeschätzt?
  • Was lernen wird daraus für künftige Mentoring-Beziehungen?
  • Wie können wir die Mentoring-Beziehung im Sinne Jesu beenden?
  • Wie gehen wir weiter miteinander um?
  • Wenn Schuld vorliegt, ist es wichtig, den anderen um Vergebung zu bitten.

Ende: Ziel erreicht
Mögliche Anzeigen für ein Ende:
Das Gespräch besteht vor allem aus Monologen.
Der Mentor hat seine Aufgabe als „Mutterkartoffel” erfüllt. Er hat alle seine Möglichkeiten, sein Wissen und seine Erfahrung weitergegeben.
Der Mentee braucht einen neuen Mentor mit anderen oder höheren Qualifikationen.

Das Ende zu erkennen und zu akzeptieren ist eine hohe Hürde vor dem Ziel. Es drohen Ängste vor der Trennung und vor dem Neuen. Hier ist der Mentor in besonderer Weise gefragt. Evtl. muss er dann den Mentee „aus dem Nest werfen”.

In der vorletzten Sitzung wird Bilanz gezogen – in der letzten Sitzung werden die Reste aufgearbeitet und es wird gefeiert. Das kann gerne auch mit einem Gläschen Sekt oder einem guten Abendessen geschehen.

Persönliches Fazit:
Die meisten Erkenntnisse zum Thema Mentoring und Coaching habe ich aus dem Gemeinde-Pocket-Guide „Coaching” von Hans Hartmut Schmidt.
Das ist auf jeden Fall eine super Anleitung für beide Beteiligten im Prozess.

Ich kann dir nur empfehlen, einen persönlichen Mentor bzw. Coach zu suchen, der dich auf deinem Weg begleitet und dich unterstützt. Ohne diese Menschen wäre ich heute nicht dort, wo ich bin.
Aber vielleicht ist für dich auch dran, selbst zum Mentor oder Coach zu werden. Lass es dir von Gott zeigen – und wenn dein Herz dafür brennt, dass Jugendliche persönlich weiter kommen – dann hast du von Gott schon mal eine wichtige Voraussetzung mitbekommen.

3. Praxistipp

4. Echt witzig

Heute ist die JLM aus Zeitgründen ohne Praxistipp und Witz.
Falls jemand einen guten Witz weiß – oder einen Tipp für die Praxis.
Bitte an: [email protected]-bayern.de


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