Film-Tipp: Ist das Leben nicht schön

Obwohl Fank Capras Ist das Leben nicht schön? heute vielleicht der beliebteste und am meisten verehrte amerikanische Film überhaupt ist, hatte man ihn aufgrund eines Copyright-Problems über Jahre hinweg weitgehend vergessen. Er hat erst in den späten 70er-Jahren durch wiederholte Ausstrahlungen im Fernsehen sein Publikum gefunden (und auch hier in Deutschland verdankt Ist das Leben nicht schön? seine Bekanntheit zuallererst dem weihnachtlichen Fernsehprogramm). Natürlich verdient Capras Meisterwerk seinen Ruf, ein Ereignis für die ganze Familie zu sein, das die Stimmung aller heben kann, doch er ist eben auch einer der faszinierendsten Filme, die das amerikanische Kino hervorgebracht hat, ein vielschichtiges Werk, dessen Dichte an die Romane von Charles Dickens erinnert.

George Bailey, gespielt von dem hier überragenden James Stewart, ist in der Kleinstadt Bedford Falls aufgewachsen und hat sich immer Träumen von großen Reisen und Abenteuern hingegeben. Doch die Umstände haben sich immer wieder gegen ihn verschworen, so dass er ein Gefangener seines Heimatortes geblieben ist. Aus Frust über sein Leben und aus Angst vor einem nahe bevorstehenden Skandal plant er, sich an Heiligabend umzubringen. Im entscheidenden Moment erscheint George ein Bote des Himmels und zeigt ihm in Form von einer Vision, wie die Welt sich entwickelt hätte, wenn er nie geboren worden wäre.

Diese Sequenz ist eine eindrucksvolle und äußerst lebendige Darstellung dessen, wie der amerikanische Traum sich in sein Gegenteil verkehren kann. Wahrscheinlich hat Capra nie etwas Wüsteres oder Härteres gedreht (vielleicht hat sich die optimistische Sicht dieses Regisseurs auf die Welt durch seine Erfahrungen verdüstert, die er während des Drehs von Armee-Filmen im Zweiten Weltkrieg gemacht hat). Capras Triumph liegt hier darin, dass er die Schwierigkeiten und Enttäuschungen nicht leugnet, während er gleichzeitig, besonders im tränenreichen letzten Akt des Films, noch einmal die von ihm so hochgeschätzten Werte der Freundschaft und der individuellen Bereitschaft zu großen Taten bestätigt. Als Ist das Leben nicht schön? herauskam, war er kein großer Erfolg. Obwohl man Capra und Stewart nominiert hatte, gewann er keinen Oscar. Aber dem zum Trotz geht immer noch ein ganz besonderer Zauber von diesem Film aus. –Robert Horton

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

  2. Dezember 2013   Filme

...

1 Kommentar

Zeit für Beziehungen

Fortbildungstipp

Wissen was Jugendliche bewegt. Mitreden können.

Der kostenlose Mr. Jugendarbeit Newsletter gibt dir einen schnellen Einblick in die aktuellen Themen die Jugendliche beschäftigten.
Mit diesen 20 Fragen wirst du zum Top-Leiter! von in Jugendarbeit

Wer oder was ist eigentlich ein guter Leiter? Leitung gi ...

04 Jul, 2020 2

Wie du die Veränderung wirst, die du dir wünscht! von in Jugendarbeit

Es ändert sich doch eh nix! Grillrunde mit Freunden. Au ...

27 Jun, 2020 2

Offener Brief an Politik und Presse: Nehmt die Interessen Kinder und Jugendlicher wahr! von in Jugendarbeit

Wer die aktuelle Diskussion rund um Corona und Lockerung de ...

18 Jun, 2020 2