Video: Gelebte Jüngerschaft

Diese Woche stellen wir Euch ein Video zu dem Thema Jüngerschaft vor. Schaut es Euch an und lasst Euch motivieren loszulegen. Falls ihr weiteren Input zum Thema Jüngerschaft sucht, findet ihr hier alle Artikel aus unserer Jüngerschaft-Serie.

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Der Segen eines Jüngers 2/2 – Jüngerschaft#07

Letzte Woche haben wir uns das Vorbild Jesu mit seinen Jüngern betrachtet. Diese Woche soll es konkret werden. Was heißt es, ein Jünger zu sein und wie sieht das in der Praxis aus? Den ersten Teil dieses Artikel findet ihr hier: Der Segen eines Jüngers 1/2

2. Was bedeutet es Jünger zu sein?

In Lukas 14 sagt Jesus ziemlich direkt, was es bedeutet ein Jünger zu sein:

Lukas 14,26-30 “Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben9, so kann er nicht mein Jünger sein; 27 und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht vorher hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe? 29 Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden.”

Wie ist diese Aussage Jesu zu verstehen? Zuerst fordert Jesus uns heraus, dass niemand höhere Priorität haben darf als er. Nicht nur niemand, sondern auch die Angst um das eigene Leben darf nicht ein Hindernis sein für die Nachfolge Jesu. Ein Jünger Jesu hat als oberste Priorität im Leben Jesus nachzufolgen. Das bedeutet nicht, seine Familie zu vernachlässigen, ganz im Gegenteil sogar, sondern es bedeutet, dass alles was er tut dem Ziel seines Herrn dient. Auch in seiner Familie, unter seinen Freunden und wo auch immer er ist.
Die 2. Aussage Jesu hier, „sein eigenes Kreuz tragen“, bedeutet nichts anderes als die Kosten der Nachfolge überschlagen zu haben. Was kostete die Jünger Jesu die Nachfolge? Ihre Zeit, ihre Kraft, ihre Jobs. Im Endeffekt ihr ganzes Leben. Ein Jünger Jesu zu sein bedeutet, sein ganzes Leben hingegeben zu haben, inklusive der Bereitschaft es zu verlieren.

Ein wahrer Jünger ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu einem älteren und weiseren Gläubigen sucht

Koshy, ein Jünger von Bakh Singh und zu Lebzeiten selbst ein aktiver Jüngermacher, schreibt in seinem Buch „Das investierte Leben“ über einen wahren Jünger folgendes:

  • Ein wahrer Jünger Jesu ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus sucht und leidenschaftlich der Aufgabe hingegeben ist, ihn zu kennen, ihn zu lieben, ihm nachzufolgen und seinem Wort zu gehorchen, was es auch kosten mag.
  • Ein wahrer Jünger ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu einem älteren und weiseren Gläubigen sucht – also zu jemanden, der Christus liebt und dem Jünger helfen kann, im Herrn zur Reife heranzuwachsen und seine geistlichen Gaben zu entfalten.
  • Ein wahrer Jünger ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu jüngeren Gläubigen sucht, in deren Leben er geistlich investieren kann.

Jünger sein ist kein Hobby, sondern Lebensstil. Es ist eine völlige Hingabe an Jesus und bedeutet ein ständiges Streben nach dem, was Jesus getan hat und was sein Ziel auf dieser Erde war, Menschen zu Gott zu führen.

Vielleicht ist dein geistliches Leben nahe dem Gefrierpunkt angekommen. Da ist kaum noch Bewegung, alles ist sehr träge geworden oder du hast sogar das Gefühl, da ist gar nichts mehr da. Vielleicht ist es so, weil du niemanden hast, der dich an seinem Leben teilhaben lässt und somit herausfordert, dein Leben ähnlich zu gestalten. Und genau darum geht’s im nächsten Punkt:

3. Wie sieht Jünger-Sein denn aus?

Oft denken wir über diesen Punkt sehr abstrakt. Wir glauben manchmal, Jüngerschaft ist etwas ganz spezielles, das organisiert sein muss. Es ist etwas, was nur bestimmten Menschen zu Teil wird und zum Jünger-Machen sind nur Einzelne berufen. Aber das stimmt nicht! Jeder Christ sollte einen haben, der ihn anleitet. Und das nicht nur durch Wort, sondern durch Leben. Denn das ist der große Unterschied zwischen einem Lehrer und einem Jünger-Macher: Der Lehrer teilt sein Wissen, der Jünger-Macher teilt sein Leben!

Es braucht dich und den anderen, damit Jüngerschaft stattfinden kann.

Die Voraussetzung für die Möglichkeit einer Jüngerschaft ist einer, der Jesus selbst nachfolgt und bereit ist, sein Leben in dich zu investieren und dann deine Bereitschaft, selbst Zeit zu investieren um zu lernen! Es braucht nur diese beiden Personen damit Jüngerschaft stattfinden kann.

Aber wie kann so eine Jüngerschaft denn praktisch aussehen?

Sie kann sehr individuell aussehen, je nachdem wie der Jünger und der Jünger-Macher selbst so drauf sind. Manche treffen sich wöchentlich um gemeinsam in der Bibel zu lesen oder zu beten, andere machen gemeinsam einen Kurs durch oder andere verbringen einfach Zeit miteinander oder dienen gemeinsam. Wir finden auch dazu viele verschiedene Beispiele in der Bibel, wenn wir nur an Paulus und Barnabas denken, die beide Jüngerschaft ganz unterschiedlich interpretiert und gelebt haben. Barnabas war eher der ermutigende Freund, während Paulus eher derjenige war, der andere in seinen Dienst mit eingebunden und motiviert hat.

Wichtig dabei ist nur, dass sich der Jünger-Macher seiner Aufgabe bewusst ist und den Jünger im Glauben voranbringen möchte. Das Ziel muss immer sein, die Beziehung zu Jesus Christus zu vertiefen und den Glauben in die Tat umzusetzen. Genauso muss aber auch der Jünger wollen und bereit sein, selbst auch zu investieren um von dem anderen zu lernen. Es kann niemand ein Jünger sein der das nicht selbst will! Oft scheitert es auch genau an diesem Punkt.

Somit ist es schwer zu sagen, wie genau Jüngerschaft aussieht. Das richtet sich zu sehr nach den Gegebenheiten der beteiligten Personen. Aber eins sollte immer der Fall sein: Jesus Christus und die Nachfolge sollten im Zentrum stehen.

Du brauchst keine Angst davor haben, jemandes Jünger zu werden. Ganz im Gegenteil wird dich so eine Beziehung sehr stark nach vorne bringen in deinem Glaubensleben. Und wenn du dieses Anliegen hast, selbst von jemandem zu lernen, der im Glauben weiter ist als du, dann bitte Gott darum dir zu zeigen, wer diese Person sein könnte. Und natürlich darfst du dann auch hingehen und entweder diese Person konkret darum bitten, Jüngerschaft mit dir zu machen, oder aber einfach Zeit mit der Person verbringen und von ihr lernen. Wobei es effektiver ist, wenn die Person weiß, dass du ihr nachfolgst. Aber wie man dabei am besten vorgeht, hängt auch wieder davon ab, wer es ist und was man konkret von ihm möchte.

Wen ahmst du nach? Wer investiert in dich?

Übrigens: Paulus fordert an mehreren Stellen die Empfänger seiner Briefe auf, seine Nachahmer zu sein, wie auch er Jesu Nachahmer ist.

1. Korinther 11,1 “Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!”

Das ist der Aufruf zur Jüngerschaft. Wen ahmst du nach? Wer investiert in dich?

Der Segen eines Jüngers 1/2 – Jüngerschaft#06

Wir schreiben das Jahr 35 nach Christi Geburt. Über 3000 Menschen kommen auf einen Schlag zum Glauben – auf Grund der Predigt eines ehemaligen Fischers! Wer ist dieser Mann, der die Massen zu Jesus ruft? Wer ist dieser Fischer, dem alle wie gebannt zugehört haben? Es ist Petrus, einer der 12 Jünger Jesu. 

Dieser Petrus, der ehemalige Fischer, derjenige, der Jesus aus Angst verraten hat, steht hier vor tausenden Menschen und sagt den Menschen ins Gesicht, dass sie Jesus, den Sohn Gottes, den Messias, gekreuzigt haben. Und diese Rede hier wird der Grundstein der Jerusalemer Gemeinde! Diese Rede hier an Pfingsten ist der Anfang von dem Reich, von dem Jesus so oft gesprochen hat. Und das alles wegen einem Einzigen Mann.

Doch wie kam es dazu, dass Petrus hier in der Lage ist, Gottes Wahrheit den Menschen zu verkünden? Was führte dazu?

Neben der Tatsache, dass Petrus kurz vorher den heiligen Geist empfangen hat, war der auschlaggebende Punkt der, dass Petrus 3 Jahre lang Tag für Tag mit Jesus gewandelt ist. Er durfte erleben wie Jesus redete, wie er handelte und wie er seine Beziehung zu seinem Vater lebte. Er durfte dabei sein als Jesus gefangen genommen wurde, hat eine harte Lektion gelernt als er ihn verraten hat und durfte trotzdem wieder mit ihm nach seiner Auferstehung Gemeinschaft haben. Jesus hat ihn zur Seite genommen, hat ihm eine Vision gegeben für das Leben, hat ihn hinterfragt und dann ermutigt Schritte im Glauben zu gehen. Das alles hat Petrus direkt von Jesus gelernt.

Eines der letzten Dinge, die Jesus Petrus mitgegeben hat, war der Auftrag in Matthäus 28,19: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern!“ Und das taten die Apostel auch.

Dieser Auftrag beschränkte sich nicht alleine auf die Apostel, sondern er ist ein Auftrag, der immer noch gültig ist. Und das ist der Grund, warum du und ich, warum wir alle auch die Chance haben, dass jemand uns anleitet im Glauben. Dass wir nicht nur Jünger Jesu sind, was natürlich oberste Priorität haben muss, sondern wir dürfen auch Jünger von Menschen sein, die weiter im Glauben sind als wir.

Und darum soll es heute gehen: Hast du jemanden, der in dich investiert?

Warum das wichtig ist, wollen uns an Hand von 3 Punkten anschauen:

1. Von der Notwendigkeit der Nachfolge

Aus was bestand der Ruf Jesu an die Jünger ganz am Anfang als er sie berief? Ein Beispiel dafür finden wir in Markus 2.

Markus 2,14a “Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zollhaus sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach!” 

Jesus tat hier nichts anderes als den Levi aufzufordern, ihm nachzufolgen. Diese Tatsache ist wichtig, denn es zeigt uns was es auch für uns bedeutet Christ zu sein. Wieso eigentlich Christ sein? Woher kommt der Name „Christen“? Wie nennen wir denn die Nachfolger Jesu aus den Evangelien? Christen? Nein, sondern Jünger! Wer kann mir sagen, wo wurden die „Jünger Jesu“ zum ersten Mal „Christen“ genannt? Richtig, dass war in Antiochia. Da heißt es in Apostelgeschichte 11,26, dass es das „erste Mal war, dass die Jünger Christen genannt wurden“.

Wir sind nicht Christen, sondern Jünger Jesu!

Überhaupt kommt die Bezeichnung „Christ“ nur an 3 Stellen im Neuen Testament vor. Einmal sagt es der König Agrippa zu Paulus in Apostelgeschichte 26,28 und einmal verwendet es noch Petrus im 1. Petrus 4,16, wo er schreibt, „wenn er als Christ leidet, schäme er sich nicht sondern verherrliche den Namen Gott in diesem Namen“.
An beiden Stellen ist es eine Wahrnehmung und Bezeichnung der Menschen um uns herum. Die Gläubigen der damaligen Zeit, nannten sich Jünger. Jünger Jesu.

Was hat es mit dem Begriff Jünger auf sich und was ist so anders als am Begriff Christ?

Ganz einfach, ein Jünger ist immer jemand, der einem Meister oder Herrn zugeordnet ist. Es gibt keinen Jünger ohne jemanden, der ihn anleitet und dem er nachfolgt. Ein Christ ist jemand, der sich zum Namen Christi bekennt. Dass bedeutet aber noch lange nicht, dass er Jesus auch tatsächlich nachfolgt. Lasst uns deswegen Jünger sein, nicht nur Christen.

Ein Jünger ist immer jemand, der einem Meister oder Herrn nachfolgt.

Aber zurück zu Levi. Als Jesus Levi rief, sagte er einfach zu ihm, „folge mir nach!“ Jesus nachfolgen bedarf einer klaren Entscheidung. Alles hinter sich zu lassen, aufzustehen und Jesus nachfolgen. Stell dir mal vor, Levi hätte es so gemacht wie viele „Christen“ in unserer Gesellschaft. Er hätte gesagt, „Jesus, du bist ein weiser Mann. Ich stimme dir voll zu.“ Wäre er ein Jünger Jesu geworden? Niemals. Was musste er tun?

Markus 2,14b „Und er stand auf und folgte ihm nach.“

So einfach! Wie wird man ein Jünger Jesu? Ganz einfache Antwort: Steh auf und folge ihm nach! Was bedeutet das in unserer Zeit? Ebenso einfach: Lerne Jesus kennen und mach ihn nach.

Zu oft wird der Glaube auf Wissen reduziert: Wissen um den Heilratschluss Gottes, Wissen um die Sakramente, die sichtbaren Zeichen der Gemeinde auf dieser Welt, Wissen um die Theologie und was weiß ich noch. Aber Jesus geht es nicht zuerst um Wissen, sondern um leben! Der Befehl in Matthäus 28 enthält neben „Jünger machen“ und „taufen“ auch noch den Befehl, den Menschen beizubringen „alles zu tun was ich euch geboten habe“. Da haben wir es wieder. Es heißt da nicht, alles zu lehren, was Jesus befohlen hatte, sondern sie sollen die Neubekehrten dazu anleiten alles zu tun was Jesus geboten hat.

Und das geht nur durch Vorbild. So wie Jesus ihr Vorbild war, so sollten sie es ebenso tun und anderen als Vorbild dienen, andere an ihrem Leben sehen lassen, was es bedeutet ein Jünger Jesu zu sein.

 Jesus geht es nicht zuerst um Wissen, sondern um leben!

Ein Beispiel aus unser heutigen Zeit: Wenn jemand Medizin studiert, dann reicht es nicht aus, dass er alles Mögliche weiß. Bevor er alleine auf die Menschheit losgelassen wird, muss er mind. ein Praxisjahr als Assistenzarzt durchleben, in dem er einem erfahrenen Arzt zuschaut, wie das jetzt in der Theorie gelernte in die Praxis umgesetzt wird. Oder im Handwerk: Der Lehrling schaut dem Meister zu und lernt von ihm die Praktiken, um sein Handwerk nachher zu beherrschen.

Das Vorbild der Jünger

Und genau nach diesem Prinzip handelten die Jünger Jesu damals auch:
Da war zum Beispiel Barnabas. Er bekehrte sich durch Petrus und war derjenige, der zuerst Paulus unter seine Fittiche nahm und danach dann Johannes Markus, der letztendlich das Markusevangelium geschrieben hat. Oder Paulus selbst, der erst mit Johannes Markus unterwegs war und später dann mit Silas. Timotheus dürfen wir auch nicht vergessen, genauso wie Titus. Beide sind durch Paulus zu dem geworden, was sie nachher waren.

Das Prinzip von Jüngerschaft ist keine Erfindung des Neuen Testaments!

Das Prinzip von Jüngerschaft ist übrigens keine Erfindung des Neuen Testaments, sondern es gibt es auch bereits im Alten Testament an vielen Stellen. Da ist Jethro, der Mose aufnimmt und ihn ermutigt, seinen Dienst zu beginnen. Später hilft er Mose bei der Organisation des Volkes in der Wüste. Oder Josua, der von Mose lange Zeit herangezogen wurde und letztendlich sein Nachfolger wurde. Oder David und Samuel, Elia und Elisa und noch viele weitere.

Wir merken, dass es ein durchaus biblisches Prinzip ist, das uns auf vielen Seiten der Bibel begegnet.
Und da kommen wir auch wieder zu uns. Wer leitet dich an? Wem folgst du nach? Dein geistliches Wachstum wird einen enormen Push bekommen, wenn du jemanden hast, dem du nachfolgst.

Nächste Woche geht’s weiter zu diesem Thema mit folgenden Fragen: Was bedeutet es ein Jünger zu sein und wie sieht das in der Praxis aus?

In der Liebe zum Nächsten wachsen – Jüngerschaft#05

Im nächsten Teil unserer Jüngerschaft-Serie geht es um die Liebe zwischen Dir und den Menschen um Dich herum. Finde heraus, warum auch Du in der Lage sein kannst, die anderen zu lieben.

Nun, wenn ihr euch wirklich nach dem königlichen Gesetz richtet, wie es in der Schrift niedergelegt ist: „Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!“, dann handelt ihr gut und richtig.“ Jakobus 2,8

„Maaan, der spinnt doch! – aber dem hab ich es gegeben. Wie kann man denn auch sowas tun!?…“

Im ersten Moment ein befreiender Gedanke! Das Verhalten war ja auch wirklich unter aller Sau! Aber im nächsten Moment fällt einem das eigene Verhalten auf. So toll war es auch nicht. Eigentlich sogar ziemlich arrogant, überheblich und vor allem total lieblos!

Wieso schaffen wir es nicht, anderen immer mit Liebe zu begegnen?

Kennst du sowas auch? Ganz gleich ob in der Familie, Freunde, Gemeinde, Schule oder Beruf. Du sagst/machst etwas und im Nachhinein merkst du: „Das war aber ganz schön lieblos!“ Wie konnte dies nur passieren!? Wieso schaffe ich es nicht dieser Person mit mehr Liebe zu begegnen?! An der Liebe sollte man uns Christen erkennen und ich bin meilenweit davon entfernt!

Wie kann ich denn Menschen mehr lieben? Kann ich es erlernen? Kann ich es irgendwie trainieren oder fördern? Was ist der Schlüssel um in der Liebe zu anderen zu wachsen?

Hätten wir nicht alle gern ein Leben in Frieden und Freude mit all unseren Mitmenschen?

Doch der Alltag sieht oft anders aus. Und dann liest Du noch solche Aussagen in der Bibel wie oben  erwähnt. – Gott, ist das dein Ernst?!

„Du darfst nicht meinen, Gott sei wie ein Mensch! Er lügt nicht und er ändert niemals seinen Sinn. Denn alles, was er sagt, das tut er auch. Verspricht er etwas, hält er es gewiss.“ So ist das, was er sagt, richtig und gut.

Eine schier unmögliche Herausforderung?

Würde Gott etwas von uns verlangen, was wir nicht tun könnten? Das ergäbe keinen Sinn für einen Gott, der die Menschen liebt, ja sogar seinen Sohn für sie opferte, um wieder mit ihnen Gemeinschaft haben zu können.

Das königliche Gesetz

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand!“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“. (Evangelium nach Matthäus, Verse 22,36-40)

Dies ist das königliche Gesetz. Aber was bedeutet es genau?

Das königliche Gesetz besteht aus drei Stufen:

  • Liebe Gott
  • Liebe dich selbst
  • Liebe deinen Nächsten/Mitmenschen

1. Liebe Gott

Die Sprüche Salomos im Alten Testament bringen es auf den Punkt (und er war der weiseste Mensch, der je auf Erden lebte – sagt die Bibel): „Den Herrn ernst nehmen ist der Anfang aller Weisheit. Gott, den Heiligen, kennen ist Einsicht.“  (Sprüche 9,10)

Gott hat nicht nur das Universum, die Welt und die Tiere geschaffen. DU als Mensch bist der Höhepunkt seiner Schöpfungskraft. In seiner Liebe schuf er Dich und in seiner Liebe zu DIR sandte er seinen einzigen Sohn Jesus ans Kreuz, um DICH wieder für sich zu haben, als sein geliebtes Kind.

Liebe zuerst Gott!

Willst du ein gerechter Mensch sein, musst du zuerst Gott lieben. Wie das geht, beschreibt das Johannes Evangelium in Kapitel 1 Vers 12.

2. Liebe dich selbst

Wie jetzt: „Ich soll mich selbst lieben!? Ist das nicht gegensätzlich zum christlichen Glauben?

Eigenliebe ist biblisch und kein Problem, solange sie auf der Liebe in Gott ruht. Ohne die Liebe Gottes wird die Eigenliebe zum Problem, weil dann der Mensch selber im Fokus steht. Und ohne Gott, ist der Mensch ein schreckliches Wesen (s. Mord und Todschlag, Kriege, etc.).

Liebe dich selbst mit den Augen Gottes!

Wer sich hingegen nicht selber lieben kann, kann auch keine Liebe weitergeben. Ein gutes Beispiel hierfür ist für mich ist der Umgang mit der Sexualität in unserer Zeit. Da schaut jeder nur auf sich selbst, dass er befriedigt ist. Und wenn das nicht klappt, hat er ein riesiges Problem. So werden Beziehungen heute sehr schnell über Bord geworfen und der Mensch bleibt letztlich alleine und unglücklich.

Lerne also dich mit den Augen Gottes zu sehen und zu lieben. Oft sehen wir uns in einem falschen Bild. Als kleine Hilfe habe ich dir dieses Bild mit angehängt, lies es dir durch und erkenne, wie Gott dich sieht und was er über dich denkt.

Satans Lügen vs. Christi Wahrheit

3. Liebe deinen Nächsten/Mitmenschen

Wir werden geliebt, damit wir uns selbst und andere lieben können. Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern genau so auch Auftrag. Das macht es zu unserer Verantwortung, die Liebe Gottes auch unseren Mitmenschen weiterzugeben.

Liebe zeigt sich im wesentlichen darin, dass wir den anderen höher achten als uns selbst. Das muss und kann nicht immer so sein, doch sollte dieser Wunsch Teil unseres Lebens sein.

Du willst in der Liebe zu anderen wachsen? Dann fange an, den anderen höher zu achten als dich selbst. Dann stellst du ziemlich schnell fest, dass du das nicht kannst, ohne die Liebe Gottes in deinem Leben an- und aufgenommen zu haben. Gott ist da ganz hart mit uns Menschen, denn er sagt uns in 1. Johannes 4,20: „Wenn jemand behauptet: »Ich liebe Gott«, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hasst, dann lügt er. Wenn er seine Glaubensgeschwister, die er sieht, nicht liebt, dann kann er Gott, den er nicht sieht, erst recht nicht lieben.“

Du liebst, weil du geliebt wirst!

Mal ehrlich: Können wir Königskinder  sein und nach dem königlichen Gesetz leben, wenn wir nicht fähig sind, unsere Nächsten so zu lieben wie Gott selbst uns zuerst geliebt hat und von uns erwartet, das gleiche zu tun? Lassen wir das fromme Heucheln und lasst uns ganz einfach Männer und Frauen der Tat werden. Dann, und nur dann, wird Gott selber den Rest tun, den wir sowieso nicht selber bewerkstelligen können.

„Ihr Lieben, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.“   1. Johannes 4, 11

 

Alle Artikel zum Thema Jüngerschaft findest du hier: zur Jüngerschaft-Serie

In der Liebe zu Gott wachsen – Jüngerschaft#04

Weiter geht es mit unserer Serie rund um das Thema „Jüngerschaft“. Diesmal dreht sich alles um die Beziehung zwischen dir und Gott. Genauer: Wie du in der Liebe zu Gott wachsen kannst.

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.
1. Johannes 4,16b

Nur die Liebe zählt.

Liebe wird von uns meist mit romantischen Gefühlen verbunden. Ich finde es schwierig mir vorzustellen, wie ich in dieser „romantischen“ Liebe zu Gott wachse, schon gar nicht zu Jesus. Liebe wird aber im Zusammenhang mit Gott auf einer viel weiter gefasste Ebene verstanden. “Gott selbst ist die Liebe” lesen wir im ersten Johannesbrief.

Liebe hat ihren Anfang und ihr Ende in Gott.

Die Liebe zu Gott und die ganze Existenz des Menschen als Liebender hat ihr Fundament in der Liebe Gottes zu uns. Und Liebe ist das stetige Grundmotiv des Handeln Gottes an und in uns.

Das Wort “Liebe” hat in der hebräischen Sprache viele Facetten.

Die hebräische Sprache kennt insgesamt acht Wortstämme um „Liebe“ in unterschiedlichen Facetten darzustellen. Es bedeutet u.a. „sich erbarmen“, „Mitleid“, „Wohlgefallen“ oder auch den Wunsch zu haben, sich in etwas „hinzugeben“.

Genau von dieser Hingabe sprechen wir, wenn wir den Wunsch haben, in der Liebe Gottes zu wachsen.

Die Bibel ist voll von Geschichten von Menschen, die es mit Hingabe „drängt“, in der Liebe zu Gott zu wachsen und ganz konkret Jesus nachzufolgen.

Eine bekannte Geschichte ist die der Sünderin aus Lukas 7,26-20, die in das Haus des Pharisäers Simon kommt und Jesu’ Füße bei Tisch salbt und mit ihren Haaren trocknet. Sie setzte sich über jede gesellschaftliche Norm hinweg -ihr ist egal was die anderen denken- und begegnet Jesus. Sie ist sich ihrer Ferne zu Gott und den Verfehlungen in ihrem Leben bewusst geworden und empfindet großes Glück, zu Gott zurückzukommen. Und seine Liebe bleibt für sie und für auch für uns bestehen.

Wie können wir in dieser Liebe, dieser Hingabe zu Gott wachsen?

Gebet

Es klingt  zu einfach, aber ein Weg um  in der Liebe zu Gott zu wachsen ist seine Nähe zu suchen. Da wo wir Gott in unser Leben einbeziehen, ihm unsere Ängste, Klagen, Sehnsüchte, Hoffnungen und Dank bringen, sind wir Gott ein ganzes Stück näher gekommen. Gott bleibt kein abstraktes Wesen fern jeder Galaxie, sondern ein Gott, der Herr über unser Leben sein will.

Wo kannst du Gott besonders nahe sein?

Vielleicht hast du für dich „heilige Orte“ gefunden, an denen du Gott besonders nahe sein kannst oder mit denen du Erlebnisse mit Gott verbindest. Bleib in Kontakt mit Gott – denn Gott ist ein Liebhaber der Beziehungen.

Ein Weg in der Liebe zu Gott zu wachsen ist seine Nähe zu suchen

Bibel

Die Bibel ist das umfassende Werk der Geschichte Gottes mit uns Menschen. Darin erfahren wir von den vielen Facetten Gottes ohne ihn jemals begreifen zu können. Aber sie hilft unser Schubladen-Denken über Gott zu durchbrechen und Raum für neue Gedanken und Sichtweisen zuzulassen. Außerdem erfährst du einiges über Menschen, die Gott von ganzem Herzen gesucht haben oder denen Gott lebensverändernd begegnet ist. Sie alle haben Gott in Beziehung zu sich selbst erlebt und sind in der Liebe zu Gott darin gewachsen, wie das Beispiel der Sünderin bei Jesus weiter oben im Text zeigt.

Nachfolgen

Jesus hat seinen Jüngern gesagt, dass sie alles stehen und liegen lassen müssen, um ihn nachzufolgen. Dieser Anspruch ist mit einer radikalen Änderung unserer Prioritäten verbunden. Nachfolge heißt hinterherzugehen und dem Vorbild ähnlicher zu werden. Jesus-Prinzipien umzusetzen bedeutet auch, Gottes Idee für gelingende Beziehungen zu uns selbst und zu anderen zu leben.

Speziell zum diesem Thema Nachfolge haben wir auch die Jüngerschafts-Serie gestartet.

Klare Entscheidung für Gott

Liebe hat für uns immer eine Gefühls-Dimension. Das ist auch gut so, denn wir fühlen uns dadurch zu anderen wie auch zu Gott hingezogen. Was passiert aber wenn wir im Moment nicht das starke Herzklopfen spüren, das am Anfang unserer Beziehung- auch zu Gott- stand?

Liebe ist (auch) eine Entscheidung.

Eine bewusste Entscheidung, mit Gott zu leben, ist die größte Entscheidung die du im Leben treffen kannst. Größer als dein JA zu deiner Frau oder deinem Mann. Wenn du dich nur auf deine Gefühle verlassen müsstest, dann würde sich schon nach dem ersten Streit oder irgendeiner Unverständlichkeit dein Gefühlsleben ganz anders abspielen. Gott ist Gott und nicht in unser Denken zu pressen. Daher glaube ich, dass wir ein klares JA zu Gott sagen müssen, was die Krisen und Gottesferne überdauert.

Wenn wir in der Liebe zu Gott wachsen, dann werden auch unsere sozialen Beziehungen  durch diese Liebe erneuert und vertieft.

Zum Schluss ein Gebet mit dem du anfangen kannst, heute schon in der Liebe zu Gott zu wachsen:

Herr, zeige mir den richtigen Weg, damit ich in Treue zu dir mein Leben führe! Lass es meine einzige Sorge sein, dich zu ehren und dir zu gehorchen!
Psalm 86,11

 

Alle Artikel zum Thema Jüngerschaft findest du hier: zur Jüngerschaft-Serie

Der Kreislauf von Jüngerschaft – Jüngerschaft#03

Jüngerschaft hat keinen Selbstzweck sondern soll dazu dienen, dass der Jünger ausgerüstet wird, selbst Jüngerschaft zu machen. Wir haben eine Grafik aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, die den natürlichen Wachstumsverlauf eines Jüngers Jesu darstellt. 

Jede Jüngerschaftsbeziehung verfolgt ein Ziel: Das geistliche Wachstum anzuregen und somit den Jünger auszurüsten, wieder Jünger zu machen. Genauso wie Jesus es selbst getan hat. In dieser Grafik sind alle Wachstumsphasen eines Jüngers Jesu abgebildet. Dabei wird, wie auch bereits in den Briefen des Johannes, das Bild eines heranwachsenden Menschen verwendet bis dahin, dass er selbst “Nachkommen” hat. Es ist eine gute Orientierung für uns, wenn wir selbst in junge Menschen investieren. Zum einen bleibt uns das Endziel von Jüngerschaft vor Augen und wir können uns orientieren, wie die nächsten Schwerpunkte der Unterweisung gelegt werden sollten.

Achtung: Die Grafik soll nicht dazu dienen, eine ToDo-Liste zu erstellen die es abzuarbeiten gilt. Wahres Wachstum im Glauben kann nur am Weinstock Jesus Christus geschehen und muss vom heiligen Geist gewirkt sein. Letztendlich hat er alles bereits getan und wir als Diener Jesu Christi sind nur die Werkzeuge, die Gott verwendet um an Menschen zu wirken. Somit stellt die Grafik eher den natürlichen Wachstumsprozess eines Jünger Jesus dar, als eine Liste mit Punkten zum abhaken. Bei Gelegenheit werden wir zu diesem Thema “Geistliches Wachstum und Werke” einen eigenen Beitrag veröffentlichen, der diese Thematik aufgreift.

 

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Alle Artikel zum Thema Jüngerschaft findest du hier: zur Jüngerschaft-Serie

Der Missionsbefehl ganz praktisch – Jüngerschaft#02

Ein Thema, dass mehr bringt als Jugendgottesdienste, Megaevents oder Predigen ohne Ende ist das Thema Jüngerschaft. Vielleicht kennst du es unter dem Begriff “Beziehungsorientierte Jugendarbeit”. Egal wie du es nennen wirst, wir glauben, dass darin ein großes Geheimnis für den Erfolg deiner Jugendarbeit liegt. Damit du weißt um was es geht und selbst beginnst, es zu tun, werden wir immer wieder Artikel zu diesem Thema herausbringen. Die gesamte Sammlung der Artikel zu diesem Thema findest du hier: zur Jüngerschaft-Serie

Der Befehl Jesu an seine Jünger aus Matthäus 28 lautet “Macht alle Nationen zu Jüngern”. Soweit ist der Befehl klar. Wenn wir über die Umsetzung nachdenken, wird es schon schwieriger. Aber zum Glück belässt es unser Herr Jesus Christus nicht dabei, sondern die nächsten Verse beschreiben dann genau diese Umsetzung des Befehls: hingehend, sie taufend (auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geists) und sie alles lehrend, was der Herr uns geboten hat.

Jeder Jünger Jesu ist dazu berufen, Jünger zu machen.

Viel zu oft wurde dieser Befehl Jesu an die Jünger als exklusiv für angehende Missionare und Pastoren gesehen. Die Wahrheit ist aber, dass er dir und mir genauso gilt! Jeder Jünger Jesu ist dazu berufen, Jünger zu machen. Nicht nur ein kleiner Teil. Also auch du und ich.

Lasst uns jetzt die 3 Bausteine anschauen, die unser „Jünger machen“ beinhalten soll.

1. Geht hin!

Die Jünger hatten 3 Jahre das Vorrecht genossen von Jesus selbst gecoacht und trainiert zu werden. Sie haben gesehen wie er gelebt hat und geredet hat, wie er in den Tod gegangen ist und auferstanden ist. Sie waren wirklich reich gesegnet. Wie ist es bei dir? Wie viele Jahre hörst du in deiner Jugendgruppe bereits das Evangelium, haben Menschen in dich investiert und dich angeleitet im Christ-sein? Oder wie lange ist es schon her, dass du Jesus dein Leben übergeben hast und er in die wirkt? Es ist an der Zeit selbst aktiv zu werden und aufzustehen und hinzugehen, selbst Jünger zu machen.

Es ist an der Zeit selbst aktiv zu werden und aufzustehen

Du musst kein Missionar werden und unter unerreichten Stämmen das Evangelium verkünden! Du brauchst auch nicht deinen Koffer packen, losziehen und als Wanderprediger zu leben! Aber was du tun musst und auch tun kannst ist hinzugehen zu deinem Nächsten und ihn zum Jünger machen. Wir müssen uns aufraffen aus unserm gemütlichen Sessel, unser Hintern hochkriegen und zu dem Nächsten gehen um mit ihm Jüngerschaft zu leben.

Vielleicht denkst du: „Das hört sich jetzt so einfach an…“ – das ist es auch! Weißt du, es spielt keine Rolle wie toll du bist oder nicht, aber jeder Jünger Jesu ist dazu berufen, auch du und ich. Nimm dir kurz Zeit um darüber nachzudenken. Gibt es in deinem Umfeld eine einzige Person, die noch nicht so lange im Glauben ist wie du? Gibt es jemanden, der niemanden hat? Gibt es jemanden, der Potential hat um berufen zu werden in den Dienst? Ich habe hier 3 verschiedene Personengruppen genannt, und es gibt noch viel mehr, die alle jemanden brauchen, der sie anleitet. Auf unterschiedlichen Ebenen, das ist klar. Aber das Prinzip der Jüngerschaft ist überall das gleiche.

2. Tauft sie!

Vielleicht denkst du, nur weil du kein Taufbecken zu Hause hast, betrifft dich dieser Befehl hier ja nicht – falsch gedacht! Denken wir kurz über die Taufe nach. Die Taufe (Wassertaufe) hat 2 wesentliche Aussagen: Mit Christus gestorben und auferstanden (Römer 6,4) und ein öffentliches Bekenntnis zum Leib Christi, der Gemeinde!

Nur weil du kein Taufbecken zu Hause hast, betrifft dich dieser Befehl hier ja nicht – falsch gedacht!

Und wir können diesem Befehl nachkommen, auch wenn die wenigsten von uns tatsächlich einmal andere taufen werden. Wir sollen die Menschen, in die wir investieren, an den Punkt bringen, dass sie Jesus Christus als ihr persönliches Opfer annehmen und somit mit ihm gestorben und auferstanden sind. Das muss unser höchstes Ziel sein. Heil und Heilsgewissheit in und durch Jesus Christus. Und dieses Bekenntnis drückt sich letztendlich in der tatsächlichen Taufe unter Wasser aus.
Zum anderen können wir diesen Befehl auch als Aufruf sehen, Menschen in die Gemeinde zu integrieren. Sie einzuführen in die Gemeinde, ihnen Türen zu öffnen und sie spüren lassen, dass sie Teil dieser Gemeinde sind, Teil am Leib Christi. Das beinhaltet neben Gemeinschaft auch der Dienst untereinander. Junge Gläubige müssen dazu angeleitet werden wiederrum anderen zu dienen mit ihren Gaben. (Römer 12,4-8)

3. Lehrt sie alles halten!

Dieser Punkt ist vielleicht der schwierigste von allen: Lehr sie alles halten, was Jesus uns befohlen hat! Hier ist nicht die Rede von Wissen, sondern von tun! Es geht nicht darum Wissen weiterzugeben, sondern anzuleiten das Wissen umzusetzen, dass man hat. Es geht um Leben, nicht um Wissen! Geht dir jetzt auf, warum ich der Meinung bin, dass ist der schwerste von allen Punkten? Er kostet die meiste Arbeit. Es beginnt bei Wissen weitergeben, die Wahrheiten der Bibel kundtun und dann geht’s ans Leben.

Es gibt bestimmt auch bei dir Menschen in deiner Gemeinde, deren Leben dich beeindruckt und motiviert.

Und hier muss das vorgelebt werden was gelehrt wurde. Ganz praktisch im Alltag. So wie kleine Kinder mehr durch das Verhalten ihrer Eltern lernen als durch das, was sie von ihnen erklärt bekommen, so ist es auch bei Jüngern Jesu. Wir lernen durch das nachahmen von Vorbildern. Dabei ist unser größtes Vorbild Jesu selbst. Aber darüber hinaus gibt es bestimmt auch bei dir Menschen in deiner Gemeinde, deren Leben dich beeindruckt und motiviert, selbst einen Schritt weiterzugehen. Und du kannst das genauso gut sein. Worauf wartest du also?

Zu Teil 1 – Der Auftrag des Meisters geht’s hier

Der Auftrag des Meisters – Jüngerschaft#01

Ein Thema, dass mehr bringt als Jugendgottesdienste, Megaevents oder Predigen ohne Ende ist das Thema Jüngerschaft. Vielleicht kennst du es unter dem Begriff “Beziehungsorientierte Jugendarbeit”. Egal wie du es nennen wirst, wir glauben dass darin ein großes Geheimnis für den Erfolg deiner Jugendarbeit liegt. Damit du weißt um was es geht und selbst beginnst, es zu tun, werden wir immer wieder Artikel zu diesem Thema herausbringen. Die gesamte Sammlung der Artikel zum diesem Thema findest du hier: zur Jüngerschaft-Serie

Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, was eigentlich gewesen wäre, wenn Jesus nicht 12 Jünger herangezogen hätte? Oder was gewesen wäre, wenn Jesus nach dem regelmäßigen Versagen seiner Jünger sie verworfen hätte und nicht weiter in sie investiert hätte? 11 dieser 12 waren hauptverantwortlich für die Verbreitung des Evangeliums, der guten Botschaft. Wir können fast mit Sicherheit annehmen, dass das Evangelium sich nicht so schnell und so weit verbreitet hätte, wenn Jesus nicht sein „Dienstleben“ lang in diese Männer Tag und Nacht investiert hätte. Es hätten sicher Menschen an Jesus geglaubt, aber es hätte etwas gefehlt: Ein starkes Vorbild – Jesus als Vorbild!

Ein starkes Vorbild für Jüngerschaft: Jesus!

Was ist ein Jünger?

Die Jünger damals hatten keinen blassen Schimmer was das für Konsequenzen für ihr Leben haben wird, Jesus nachzufolgen. Sie wurden ja alle von ihrem Alltagsgeschäft wegberufen. Aber sie haben sich bewusst für die Nachfolge Jesu entschieden. Der einzige Unterschied zu uns ist, dass ihnen vielleicht klarer war, was es bedeutet ein Jünger zu sein: Ein Jünger hört dem Meister zu, ein Jünger ahmt den Meister nach und ein Jünger verfolgt auch bei Abwesenheit des Meisters die Ziele des Meisters. Zur damaligen Zeit war es üblich, dass ein Lernender einen Meister hatte. Wir kennen das auch noch ein wenig aus den Lehrberufen im Handwerk. Da gibt es Meister und Gesellen und Lehrlinge. Der Meister gibt das Ziel vor, der Geselle übt es aus und weist wiederrum den Lehrling an, das gleiche zu tun. Dabei wird auch immer Wissen weitergegeben, aber den größeren Lerneffekt hat man durch das nachmachen des Meisters.

Die Frage, die wir uns jetzt selbst stellen müssen, ist folgende:

Bin ich ein Jünger Jesu? Bist du ein Jünger Jesu?

Viele glauben an Jesus ohne dass es Konsequenzen in ihrem Leben hat.

Mach es ernst mit Jesus!

Wir leben in einer sehr unverbindlichen Zeit. Wir können alle glauben was wir wollen, tun was wir wollen und müssen selten jemand Rechenschaft abgeben für unser tun. Dieser Geist hat sich auch in der Christenheit bemerkbar gemacht: Viele glauben an Jesus ohne dass es Konsequenzen in ihrem Leben hat. Stellt euch jetzt aber vor, wie das abgelaufen wäre wenn die Jünger beim Ruf Jesu „Folgt mir nach“ geantwortet hätten: „Ja Herr, ich stimme dir und deiner Lehre voll zu. In meinem Herzen glaube ich das voll und ganz und bin ein echter Fan von dir. Ich werde dich auch unterstützen durch Spenden oder sonstige Hilfe, wo es nur geht. Aber lass mich hier in meinem Job als Fischer.“

So eine Antwort kommt uns ziemlich dämlich vor, richtig? Und das ist es auch. Wenn ich dich fragen würde, ob du mit mir nach der Jugend in den McDonalds kommst, dann bringt es nichts wenn du mir erzählt, wie toll du den McDonald findest und du mir voll dabei zustimmst, dass es die beste Option zum Essen gehen ist. Die Wahrheit ist, du kommst nicht mit und bleibst da, wo du bist.

Jesus sagt in Matthäus 16,24-27:

24 Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! 25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. 26 Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben? 27 Denn der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun.

Bist du bereit zu sterben um Frucht zu bringen?

Und 3 Kapitel vorher (Matthäus 13) finden wir das Gleichnis vom Sämann. Es gibt nur eine Sorte von Körnern, die in dieser Begebenheit gut wegkommen: Die, die auf gute Erde fallen, sterben und dann viel Frucht bringen.

Alle anderen fruchtlosen Samen sind am Ende des Gleichnisses tot. Gefressen von den Vögeln, erstickt von den Dornen oder von der Sonne vertrocknet. Wo das Wort Gottes auf guten Boden fällt bringt es Frucht.

Auf den Punkt gebracht

Jetzt nochmal meine Frage? Bist du ein Jünger Jesu? Bist du bereit zu sterben um Frucht zu bringen? Nicht unbedingt den leiblichen Tod, sondern deine Bequemlichkeit zu verlassen, Zeit, Geld und Kraft zu opfern um Frucht zu bringen? Oder bist du nur ein Hobby-Christ, der Jesus in Gedanken nachfolgt? Spätestens jetzt solltest du dich entscheiden, ein Jünger Jesu sein zu wollen.

Wenn du ein Jünger sein willst, wirst du Jesus als deinen Herrn anerkennen müssen. Das bedeutet auch, seinen Worten zu folgen und seinen Willen zu tun. Und in Matthäus 28 finden wir genau das: Seinen letzten Befehl an seine Jünger.

Lesen Matthäus 28,18-20

18 Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. 19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

weiter geht es nächste Woche in Teil 2 – Wie geht “Jüngermachen”?