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[Jugendleitermail 252] Un-Glaubliche Liebe

Hey!

Hier kommt die erste Jugendleitermail nach der Sommerpause …
Jetzt geht es wieder los – die regelmäßigen Gruppen fangen wieder an.
Vielleicht musst du dich wieder neu aufraffen – vielleicht steigst du auch voller Optimismus ein.
Ich weiß nicht, wie es dir momentan persönlich geht. Vielleicht bist du gerade mitten im Umbruch und weißt nicht, wie es an der neuen Arbeitsstelle, in der Ausbildung, in deiner Klasse, im Studium, etc. sein wird.

Aber es gibt eine Sache, die immer gilt – egal, wie es dir geht.
Jesus geht es um den Einzelnen - in welcher Situation auch immer.
Jesus geht es um dich persönlich – aber auch um den auffälligen Jungen in deiner Gruppe.
Jesus geht es auch um die Menschen, die wir oft übersehen oder sogar verachten.
Dazu mehr in der Andacht unten.

Ich wünsche dir eine gesegnete Woche – mit diesem erstaunlichen Jesus!
Be blessed!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Levi gab ein großes Festessen. Dazu hatte er nicht nur Jesus und seine Jünger eingeladen, sondern auch viele von seinen früheren Kollegen und andere Leute, die einen schlechten Ruf hatten. Viele von ihnen waren zu Freunden Jesu geworden.
Als aber einige Schriftgelehrte, die zur Partei der Pharisäer gehörten, Jesus in dieser Gesellschaft essen sahen, fragten sie seine Jünger: «Wie kann sich euer Jesus bloß mit solchem Gesindel einlassen!»
Als Jesus das hörte, antwortete er ihnen: «Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken. Meine Aufgabe ist es, Sünder in´die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, und nicht solche, die Gott
bereits kennen.»
Markus 2,15-17

2. Un-Glaubliche Liebe

Tony Campolo machte Urlaub auf Hawaii, war innerlich aber noch auf Heimatzeit eingestellt und kam deswegen morgens um drei Uhr in ein Lokal. Die einzigen anderen Gäste waren Prostituierte, die für diesen Tag mit ihrer Arbeit fertig waren. Eine von ihnen (Agnes) erwähnte, dass sie am nächsten Tag Geburtstag hätte und noch nie in ihrem Leben eine richtige Geburtstagsfeier erlebt hat. Als sie gegangen war, erfuhr Tony von Harry, dem Mann hinter der Theke, dass die Damen vom horizontalen Gewerbe jeden Abend in dieses Lokal kamen. Tony fragte ihn, ob er am nächsten Abend wiederkommen und eine Feier machen dürfe. Harry war einverstanden, unter der Bedingung, dass seine Frau für das Essen zuständig sein würde und die Geburtstagstorte backen durfte. „Um 2.30 Uhr am nächsten Morgen war ich wieder im Lokal.“ Erzählt Tony. „Ich hatte etwas Dekorationsmaterial aus Krepp-Papier mitgebracht und ein Schild mit der Aufschrift „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Agnes“ gebastelt. Die Frau, die sich um das Essen kümmerte, musste aller Welt von der Feier erzählt haben, denn um 3.15 Uhr befanden sich sämtliche Prostituierte von Honolulu in diesem Lokal. Überall nur diese Frauen – und ich!
Um 3.30 Uhr öffnete sich die Tür, und Agnes kam mit ihrer Freundin herein. Ich hatte alles gut vorbereitet, und als sie hereinkam, sangen wir alle „Happy Birthday“. Ich habe noch nie so einen verblüfften Menschen gesehen. Sie riss den Mund auf und ihre Knie gaben nach. Als wir mit dem Geburtstagsständchen fertig waren, waren ihre Augen feucht. Und als der Kuchen hereingetragen wurde, fing sie hemmungslos an zu weinen. Harry nuschelte barsch: „Blas die Kerzen aus, Agnes, los mach schon. Wenn du es nicht tust, mach ich es!“ Das Anschneiden des Kuchens dauerte noch länger. Agnes konnte sich einfach nicht von ihm trennen. „Harry, ist es okay, wenn ich den Kuchen noch ein bisschen behalte? Wenn wir ihn nicht gleich essen?“ „Natürlich , wenn du ihn behalten willst, dann behalte ihn!“ Dann schaute sie mich an: „Ich bringe den Kuchen schnell heim, ich wohne gleich um die Ecke!“ Sie trug den Kuchen hinaus, als ob es der heilige Gral wäre. Wir standen bewegungslos da, über dem ganzen Lokal lag ein betäubtes Schweigen. Weil ich nicht wusste, was ich in diesem Moment machen sollte, brach ich das Schweigen mit der Frage: „Habt ihr was dagegen, wenn ich bete?“
Wenn ich heute auf die Situation zurückschaue, ist es mehr als sonderbar, wenn ein Soziologe um 3.30 Uhr am Morgen eine Gebetsversammlung mit Prostituierten in einem Lokal in Honolulu leitet. Aber damals hatte ich den Eindruck, ich würde das richtige tun. Ich betete für Agnes, ich bat Gott darum, dass sich ihr Leben ändern würde, dass Gott gut zu ihr sein würde. Als ich fertig war, lehnte sich Harry über die Theke und sagte mit einem leichten Anflug von Ärger in der Stimme: „He, Sie haben mir nicht gesagt, dass Sie Pastor sind. Zu was für einer Gemeinde Kirche gehören Sie?“ Die richtigen Worte flogen mir nur so zu und ich antwortete: „Ich gehöre zu einer Gemeinde, die um 3.30 morgens Geburtstagsfeiern für Prostituierte organisiert“. Harry wartete einen Augenblick, dann sagte er fast höhnisch: „Nein, das stimmt nicht, solche Gemeinden gibt es nicht! Wenn es so eine Gemeinde gäbe, würde ich ihr sofort beitreten.“
(nach John Ortberg: „Die Liebe, nach der du dich sehnst“ S. 141ff)

3. Tipp für die Praxis

Ein Freund von mir hat mir einen Youtube-Link geschickt.

Gründe, warum viele nicht in eine Gemeinde gehen wollen.
Echt gut gemacht.
Vielleicht mal als Einstieg für einen Jugendkreis zum Thema „Was für eine Gemeinde wünsch ich mir …“

Mehr unter:
http://www.youtube.com/watch?v=oUJpJyth3J4

4. Echt witzig

Ein Pfarrer und ein Rabbi wohnen nebeneinander. Der Pfarrer predigt am Sonntag über die Nächstenliebe. Und er beschließt, ein Zeichen zu setzen. In der kommenden Woche wäscht er heimlich dem Rabbi das Auto.
Am nächsten Tag sieht er, wie der Rabbi an seinem Auto den Auspuff absägt. Er stellt ihn zur Rede was das soll. Sagt der Rabbi: „Na, wenn Du mein Auto taufst, dann will ich Dein Auto auch beschneiden.


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails – Du kannst auch nach Stichworten suchen mit unserer Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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