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[Jugendleitermail 253] Gott braucht dich nicht

Hey!

In Bayern hat gestern die Schule wieder begonnen – und damit alle Kinder- und Jugendgruppen. Ich wünsch dir, wenn du jetzt wieder neu startest, dass du Gottes Wirken erlebst. Gerade, wenn du selbst dich hilflos und schwach fühlst – kann Gott Großartiges wirken. Das gilt natürlich auch für alle Gruppenleiter außerhalb Bayerns ;-)
Mehr dazu in der Andacht unten.

Es segne dich der Allmächtige – der Vater, Sohn und Heiliger Geist!
Dein
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Gott hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. (wörtl. „Meine Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung). Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.
2. Kor. 12,9

2. Gott braucht dich nicht

„Wow – ich bin richtig stolz auf mich. Wieviel Gespräche ich schon geführt habe, mit Einzelnen gebetet habe, Jugendliche ermutigt auf dem Weg mit Jesus. Wie viele Predigten und Bibelarbeiten hab ich schon gehalten. Und am meisten genieße ich es, wenn Mitarbeiter oder Jugendleiter zu mir aufschauen und sagen: Boah, was du schon alles geleistet hast – was du erreicht hast. Alle Achtung.“

Vielleicht hast du dich schon manchesmal bei solchen oder ähnlichen Gedanken ertappt. Wo du dir selbst auf die Schulter schlägst und innerlich sagst: „Wie gut, dass Gott mich hat. Er wüsste ja gar nicht, wie das Reich Gottes ohne mich laufen sollte“.
Das sind ja gar keine echten Worte, keine realen Gedanken. Das würden wir ja nie so aussprechen. Aber das sind Gefühle, Schein-Wahrheiten, die in uns schlummern. Die ein Gottesbild in uns entstehen lassen, das super gefährlich ist, das zerstörerisch ist.

Und ich merke, dass diese Gedanken auch von mir hin und wieder Besitz ergreifen.

Aber die Wahrheit ist:
Gott braucht keine Hilfe. Gott braucht auch uns Menschen nicht.
Er ist der allmächtige Gott. Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Er braucht noch nicht einmal die Gemeinschaft oder die Liebe der Menschen.
Er ist eine perfekte Gemeinschaft in sich selbst.

Und wir?
Wir Menschen tappen so leicht in diese „ich muss aber doch helfen“ Falle.
Wir wollen gebraucht werden. Wir wollen gelobt werden, beachtet, auf die Schulter geklopft werden.
Und dadurch rutschen immer tiefer in diesen Strudel – der uns aufsaugt und kaputt macht – und uns am Ende im Burnout enden lässt.

Der Autor Magnus Malm schreibt: „Wir müssen Schluß machen mit dieser lästerlichen Vorstellung, dass wir Gott einen Dienst tun, wenn wir uns zu ihm hinwenden und ihm all unsere Gaben zur Verfügung stellen. Wir müssen frei werden von dem erniedrigenden Glauben, dass Gott ein armer alter Mann ist, der dringend Menschen braucht, die ihm helfen. […] Gott braucht uns nicht. Er ist der einzige, der niemand außer sich selbst braucht“.

Wer diese Tatsache einsieht und als geläuterter, hilfloser und schwacher Mensch sich in den Dienst Gottes stellt, der kann erleben, wie Gott aus dem Nichts etwas Unglaubliches schafft.

Er machte aus Petrus – einem armen Fischer und feigen Verleugner – den Fels der Gemeinde
Er machte aus Maria – einer armen, jungen, unbekannten, ängstlichen Frau – die Mutter, die den Sohn Gottes zur Welt bringen durfte.
Er machte aus Mose – dem Mörder, dem alten Mann und frustrierten Schafhirten – den Befreier seines Volkes.

Diese drei und noch viele hunderte von Menschen in der Bibel wurden von Gott gebraucht, WEIL sie schwach waren. Eigentlich waren alle Menschen, die in der Bibel von Gott gebraucht wurden, schwache Menschen.

Ist das nicht unglaublich befreiend?
Ich muss nicht stark sein, nicht erfolgreich, nicht besonders begabt – um Gott zu dienen.
Im Gegenteil: Erst dann, wenn ich erkenne, dass ich vieles nicht hinbekomme – und ich mich in Gottes Hand fallen lasse – wird Gottes Kraft mächtig in mir werden.

Denn: Gottes Kraft kommt in den Schwachen zur Vollendung (2. Kor. 12,9)

3. Tipp für die Praxis

Ein hervorragendes Buch zu dem oben genannten Thema:
„Gott braucht keine Helden – Mitarbeiter zwischen Rolle und Wahrhaftigkeit“ von Magnus Malm.
Gibt’s bei Amazon für 10 Euro: http://www.amazon.de/braucht-Helden-Mitarbeiter-zwischen-Wahrhaftigkeit/dp/3417244048

4. Echt witzig

Schon mal erzählt – aber immer wieder gut:

Mensch: Stimmt es, Gott, daß für Dich 1 Million Jahre wie ein Augenblick sind?
Gott: Ja.
Mensch: Und stimmt es, Gott, daß für Dich 1 Million Euro wie ein Cent sind?
Gott: Ja.
Mensch: Ach bitte, Gott, gib mir doch einen Cent.
Gott: Gerne, warte einen Augenblick


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails – Du kannst auch nach Stichworten suchen mit unserer Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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