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[Jugendleitermail 259] Normal?

Hey!

Wie läufts so bei dir? Die Herbstzeit ist ja eine Zeit, in der man sich manche tieferen Gedanken macht (zumindest mir geht’s so). Die Tage werden kürzer, das Wetter rauer. Und manchmal schwingt so ein bisschen Melancholie mit.
Dass das Leben nicht immer Sonnenschein bedeutet – darum geht es in der Andacht heute.

Ich bin mir sicher, dass Gott dich trägt und hält. Dass er dich auch in herbstlichen und stürmischen Zeiten ganz arg fest hält.

Gottes Segen dir!
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Darüber freut ihr euch von ganzem Herzen, auch wenn Gott euch jetzt noch für eine kurze Zeit durch manche Prüfungen führt und ihr viel erleiden müßt.
So wird sich euer Glaube bewähren und sich wertvoller und beständiger erweisen als pures Gold, das im Feuer vollkommen gereinigt wurde. Lob, Preis und Ehre werdet ihr dann an dem Tag empfangen, an dem Christus wiederkommt.
1. Petr. 1,6+7

2. Normal?

„Dass es uns immer gut geht – das ist nicht normal.
Das normale Leben ist ein Leben mit Schwierigkeiten und Leid.“

Dieser Satz (frei zitiert) von Gofi Müller aus einer Predigt vom letzten Wochenende auf dem Jugendtreffen in Tabor / Marburg hat mich ganz schön beschäftigt.

Gofi erzählte von der Geburt seines ersten Sohnes vor einigen Jahren. Kurz nach der Geburt wurde eine Art „Autismus“ festgestellt. Als dann der zweite Sohn zur Welt kam, gab es bei ihm die gleiche Diagnose. Das Ehepaar Müller hatte plötzlich die Aufgabe, für zwei Kinder mit schwerer Behinderung da zu sein.

Eigentlich hatten sich Gofi und seine Frau das Leben anders vorgestellt. Er war in ganz Deutschland als Jugendevangelist unterwegs. Er wohnte damals in Marburg – wollte sich aber nicht länger als ein paar Jahre in der Stadt niederlassen. Er plante weiter zu ziehen.

Inzwischen lebt Gofi seit 12 Jahren in Marburg – in einem Einfamilienhaus. Barrierefrei – wegen der Kinder. Er ist Hausmann und sorgt für die Jungs – seine Frau geht arbeiten. Auf der einen Seite ist das o.k. für ihn – auf der anderen Seite hätte er sein Leben niemals so geplant. Und – so erzählte er – treibt ihn seine Situation manchmal an den Rand seiner Kräfte.

Diese Geschichte von Gofi hat mich echt bewegt. Zum einen diese Ehrlichkeit und Offenheit, wie er mit der Enttäuschung umgeht – zum anderen bewegt mich die Erkenntnis, dass das normale Leben Leid, Schmerz und Enttäuschungen beinhaltet – und es ungewöhnlich ist, wenn alle glatt geht.

Wir versuchen doch immer unser Leben so zu gestalten, dass es möglichst gut verläuft. Dass es ohne große Verletzungen oder Schwierigkeiten abgeht. Ich bete oft: „Herr, bewahre mich, bewahre meine Familie. Schütze uns vor Unfällen oder Krankheiten“. So ein Gebet ist ne gute Sache – aber ich darf doch nie vergessen, dass dieser Zustand ein Geschenk Gottes ist. Wenn man das erleben darf, dann ist das was Besonderes.

Gofi hat mir geholfen, ein bisschen zu verstehen, was Petrus damit meint, wenn er schreibt: „Freut ihr euch von ganzem Herzen, auch wenn […] ihr viel erleiden müsst. So wird sich euer Glaube bewähren und sich wertvoller und beständiger erweisen als pures Gold.“ (1. Petr. 1,6+7)

Gott legt manchmal schwere Dinge in unser Leben hinein, die wir nicht verstehen können. Aber wenn uns solche Dinge passieren, dann ist das kein „Missgeschick“ Gottes, sondern das normale Leben. Das habe ich von Gofi gelernt.

Und solange es mir gut geht, will ich dankbar sein für alles, was Gott schenkt.
„Danke Gott, für alles „abnormal Gute“ was du in mein Leben hineingelegt hast!“

Eine Frage persönlich an dich:
Wie wäre es jetzt gleich eine Runde zu danken für die vielen unnormal guten Dinge im Leben?

3. Ein Tipp für die Praxis

Schauspiel-Ausbildung beim Gospel-Art-Kolleg

Vielleicht suchst du oder jemand aus deiner Gemeinde eine Schauspielausbildung auf christlicher Grundlage.

Es gibt das Vollprogramm (Tanz + Schaupsiel) von 09. Januar bis 12. Juli 2012 – aber auch kürzere Workshops. Das Ganze findet in München statt.

Mehr Infos dazu:
http://www.gospelartstudio.de/gak_ausbildungsprogramm_vollprogramm.shtml

4. Echt witzig

Ein echt guter Witz – vom JLM-Leser David aus Erlangen:

Der neue Lehrer hat mit den Kindern Geografie und will sie ein wenig hinters Licht führen. Er sagt: „Jeden Montag stelle ich euch morgens eine Frage! Wer die Frage richtig beantworten kann, hat bis Donnerstag frei!“
Nächsten Montag fragt er: „Wie viele Liter hat das Mittelmeer?“ Keiner weiß es. Am darauf folgenden Montag fragt er wieder: „Wie viele Sandkörner hat die Sahara?“ Wieder weiß es keiner.
Der nächste Montag ist da und Karlchen legt morgens gleich einen Euro auf den Lehrertisch. Der Lehrer kommt und stellt als erstes die Frage: „Wem gehört dieser Euro?“
Karlchen schreit: „Mir! Und tschüss bis Donnerstag!“


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Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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