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[Jugendleitermail 286] Ich oder Gott?

Hallo!

ich freu mich, dass bei den neuen JLM-Autoren auch mein ehemaliger Kollege Jan Werth dabei ist, den ich als zuverlässigen und innovativen Leiter schätzen gelernt habe. Heute schreibt er die Andacht und ich hoffe, dass seine Gedanken über König Asa dich persönlich hinterfragen und weiter bringen.

Gott segne dich und bewahre dich!
Stephan

1. Ein Wort zur Ermutigung

Die Augen des Herrn blicken über die ganze Erde, um die zu stärken, deren Herzen ganz ihm gehören.
2. Chronik 16,9a
(nach der „Neues Leben Bibel“)

2. Gott oder ich?

Heute geht es um einen wirklich vorbildlichen Leiter. Gleich der erste Vers in den Kapiteln über ihn beschreibt Asa als einen Menschen, der Gott Freude machte. Er leitete das Volk, vernichtete die Götzen, bleibt auch bei Widerstand aus der eigenen Familie stark, managt Krisensituationen (fremde Völker greifen an und er fragt Gott, wie er handeln soll) und ruft sein Volk dazu auf, Gott treu zu bleiben. Er ist ein Vorbildkönig und 36 Jahre der beste Leiter Israels seit langem.

Dann aber kommt der ganz große Einschnitt in seinem Leben. Wieder gibt es einen Angriff gegen Juda. König Asa - so sein Name - vertraut Gott nicht mehr voll, sondern besticht mit dem Tempelschatz fremde Völker, damit sie ihm im Krieg helfen. Das ganze gelingt, der Angriff wird abgewehrt, es herrscht wieder Frieden - der Leiter hat seine Job getan. Ende gut - alles gut?

Leider nein, denn Asa hat sich auf seine eigenen Mittel und Methoden verlassen und nicht auf Gott. Der Prophet Hanani kommt zu Asa und ruft ihn zur Umkehr: „Du hast dumm gehandelt!“ - aber Asa sieht nicht ein, kehr nicht um, bereut nichts und bleibt beim Vertrauen in seine Kraft und seine Möglichkeiten.

Dieser Text hinterfragt mich als Leiter stark: Wo fehlt mir in meiner Jugendarbeit der Glaube an Gott und sein Handeln? Wo suche ich nicht bei Gott Hilfe sondern in Methoden? Wie reagiere ich bei Schwierigkeiten? Treiben sie mich ins Gebet oder ins hektische Handeln?

Was mich besonders daran erschreckt, ist die Tatsache, dass Asa so lange gute Erfahrungen mit Gott gemacht hat und ihm treu war - und jetzt auf einmal scheinbar alles vergessen hatte. Ich möchte so gerne an Gott festhalten. Aber kann ich das, wenn sogar ein Vorbild-Leiter wie Asa das nicht schafft?

Wie geht seine Geschichte weiter? Asa schmeißt den Propheten ins Gefängnis und beginnt sein Volk zu unterdrücken - Leiter die hinterfragt werden reagieren schnell aggressiv und nicht mehr angemessen. Auf einmal ist der Blick auf Gott total weg - jetzt geht es ihm nur noch um seine Macht.
Drei Jahre später wird Asa krank - in dieser Situation sucht er ärztlichen Rat und fragt ebenfalls nicht mehr nach Gott. Nochmals zwei Jahre später stirbt er. Er hatte also fünf Jahre lange die Chance zum Nachdenken und Umkehren.

Für mich wirft die Geschichte von Asa eine Frage auf: Wo ist mein Herz?

Hier muss ich mich immer wieder selbst prüfen und auch fragen lassen: Folge ich Gott noch ungeteilt? Übe ich meine Leitungsaufgabe im vollen Vertrauen auf Gott aus - oder schaue ich mehr auf mich: Meine Macht, meine Position, meine Möglichkeiten? Bitte Gott doch dir zu zeigen, wie es mit deinem Herzen aussieht und lass Menschen an dich heran, die dir etwas sagen dürfen! Leiter brauchen vertraute Personen, die ihnen den Finger auf wunde Stellen legen…

Das Wort zur Ermutigung oben ist gleichzeitig ein Wort der Ermahnung. Der Prophet sagte es Asa - und der ließ sich damit nicht mehr erreichen. Erreichen diese Worte noch dein Herz?

Übrigens: Die ganze Geschichte von Asa kannst du in 2. Chronik 14-16 nachlesen.

3. Zwei Tipps für die Praxis

Mit dem Tool www.surveymonkey.com kannst du relativ leicht Umfragen erstellen (in der absolut ausreichenden BASIC-Version ist das auch kostenlos). Du kannst z.B. Themenwünsche für den Jugendkreis abstimmen lassen oder Rückmeldungen nach einer bestimmten Veranstaltung erhalten.

Terminabsprachen:
Wer Termine mit anderen abstimmen will, kann das am besten mit www.doodle.de machen.

4. Echt witzig

Vor Gericht wird ein Autodiebstahl verhandelt.
Der Richter befragt das Opfer: „Erkennen Sie in dem Angeklagten den Mann wieder, der Ihnen Ihr Auto gestohlen hat?“
Der Zeuge zögert etwas: „Nach der Rede des Verteidigers bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt jemals ein Auto besessen habe!“

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